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13. Jahrgang | Ausgabe Januar 2015
ERC Grant für Physiker
Der Europäische Forschungsrat
(ERC) hat Prof. Dr. Claus Ropers mit
einem Starting Grant ausgezeichnet.
Seite 6
Markus Hoppe verabschiedet
Die Universität dankt dem ehemaligen
hauptberuflichen Vizepräsidenten, der
nun Staatssekretär in Thüringen ist.
Seite 2
Innovative Lehre
Studierende antworten per Knopf-
druck: Neue Lehrmethode bringt
Spielatmosphäre in den Hörsaal.
Seite 8
(her) Der Göttingen Campus gratu-
liert Prof. Dr. Stefan W. Hell zum
Nobelpreis für Chemie 2014. Ver-
treter der Max-Planck-Gesellschaft
und des Max-
Planck-Insti-
tuts für bio-
physikalische
Chemie sowie
die Universi-
tätspräsidentin
und die Nie-
dersächsische
Wissenschafts-
ministerin würdigten den Physiker
bei einem Festakt in der Universi-
tätsaula am 18. Dezember 2014. Auf
Seite 7 lesen Sie mehr über seine
bahnbrechenden Arbeiten in der
Nanoskopie und über seinen Einsatz
für Forschung und junge Talente.
Gratulation
Nobelpreisträger Hell
„Nutzen Sie die Chance“
Universität vergibt 128 Deutschlandstipendien
Mahnmal und Denkanstoß
Philosophische Fakultät erinnert an Verfolgte in NS-Zeit
len. Bemerkenswert ist auch die stetig
wachsende Beteiligung von Einzelper-
sonen, insbesondere Ehemaligen der
Hochschule, die zusammen im Rah-
men einer Initiative von Alumni Göt-
tingen e.V. 50 Stipendien finanzierten.
Für diese sprach unter anderem
Dr. Bernd Ruppert, Geschäftsführer
der Dimension Data Communica-
tions Deutschland und Alumnus der
Universität. Er forderte die Stipen-
diatinnen und Stipendiaten auf, mit
ihren Förderern in Kontakt zu tre-
ten: „Nutzen Sie die Chance, die das
Deutschlandstipendium Ihnen bie-
tet, ein Unternehmen von innen
kennenzulernen.“ Kirsten Weber,
Vorsitzende des Arbeitgeberverban-
des Mitte e.V., der sich ebenfalls en-
gagiert, nannte das Deutschland­
stipendium ein „Mittel gegen den
Fachkräftemangel mit Vorteilen für
alle Beteiligten“.
benennen, beispielsweise nach Lud-
wig Quidde. Der Friedensnobelpreis-
träger von 1927 war 1933 emigriert;
die Philosophische Fakultät hatte
ihm 1940 wenige Monate vor seinem
Tod den Doktortitel entzogen. Im
Festvortrag betonte der Berliner His-
toriker Prof. Dr. Reinhard Rürup die
besondere Affinität der deutschen
Universitäten – einschließlich großer
Teile der Studentenschaft – zum Na-
tionalsozialismus. Die Maßnahmen
des Regimes seien fast überall wider-
spruchslos hingenommen und in die
Tat umgesetzt worden.
(bie) Die Universität Göttingen hat
für den Zeitraum von Oktober 2014
bis September 2015 Deutschland­
stipendien in Höhe von insgesamt
rund 460.000 Euro an besonders
talentierte und engagierte Studie-
rende vergeben. Der Hochschule
war es gelungen, finanzielle Mittel
für insgesamt 128 Stipendien von
Unternehmen, öffentlichen Einrich-
tungen und privaten Förderern ein-
zuwerben. Universitätspräsidentin
Prof. Dr. Ulrike Beisiegel bedankte
sich bei der feierlichen Verleihung
der Urkunden in der Aula bei allen
Fördererinnen und Förderern.
Besonders stark war erneut die
Unterstützung durch große und
mittelständische Unternehmen aus
der Region. Zu den langjährigen
und größten Förderern gehören
auch in diesem Jahr die KWS Saat
AG sowie die Sparkasse Göttingen,
die Mittel für neun beziehungsweise
acht Stipendien zur Verfügung stel-
(bie) Mit einer Gedenkveranstaltung
hat die Philosophische Fakultät an
ihre im Nationalsozialismus verfolg-
ten Angehörigen erinnert. Zwischen
1933 und 1945 verloren 13 Leh-
rende der Fakultät aufgrund der na-
tionalsozialistischen Verfolgung ihre
Anstellung, 21 weiteren wurde der
Doktortitel entzogen. Elf Studie-
rende meist jüdischer Herkunft
mussten ihr Studium abbrechen und
wurden von der Hochschule verwie-
sen. Sie alle sind namentlich auf
einer Gedenktafel genannt, die wäh-
rend der Feierstunde im Foyer des
Kulturwissenschaftlichen Zentrums
(KWZ) enthüllt wurde.
„Die Gedenktafel an diesem zen-
tralen Ort der Fakultät gibt unserer
Generation die Gelegenheit, an das
Unrecht während der NS-Zeit und
auch an seine Fortsetzung nach
1945 zu erinnern“, sagte Dekan
Prof. Dr. Johannes Bergemann.
Universitätspräsidentin Prof. Dr.
Ulrike Beisiegel erklärte, die Tafel
gebe „den Verfolgten ein Gesicht
und uns hoffentlich den Mut, gegen
Unrecht aufzustehen“.
Von einem „Mahnmal und Denk-
anstoß“ sprach Prof. Dr. Dirk Schu-
mann vom Seminar für Mittlere und
Neuere Geschichte, der die Gedenk-
tafel gemeinsam mit Prof. Dr. Petra
Terhoeven und Dr. Kerstin Thieler
initiiert hatte. Terhoeven regte an,
das KWZ nach einem der Opfer zu
(her) In die Forschung eintauchen
und das eigene Wissen erweitern:
Hierzu laden die Universität und
die Forschungseinrichtungen des
Göttingen Campus alle Interessier-
ten am Sonnabend, 17. Januar
2015, ein. Bei der „2. Nacht des
Wissens“ können Besucherinnen
und Besucher jeden Alters von 17
bis 24 Uhr aus mehr als 250 Veran-
staltungen auswählen. Ein kosten-
loser Bus-Shuttle verbindet die Ver-
anstaltungsorte miteinander.
Frühaufsteher oder Langschläfer?
Was fasziniert uns an Hieroglyphen?
Göttinger Forschung hautnah erleben
„2. Nacht des Wissens“ des Göttingen Campus am 17. Januar 2015 – Auswahl an über 250 Veranstaltungen
Wie beeinflusst die Psyche das Herz?
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbei-
ter der beteiligten Einrichtungen
haben für die Besucherinnen und
Besucher Vorträge, Mitmachaktio-
nen, Führungen, Workshops, Filme,
Experimente und interaktive Präsen-
tationen vorbereitet.
Auf dem Nordcampus präsentiert
sich zum Beispiel das 2014 eröffnete
Max-Planck-Institut für Sonnensys-
temforschung erstmals der interes-
sierten Öffentlichkeit. Vier Göttin-
ger Max-Planck-Institute geben hier
Einblicke in ihre naturwissenschaft-
liche Forschung von den Weiten des
Weltalls bis zum Nanokosmos leben­
der Zellen.
Im Zentralen Hörsaalgebäude gibt
es Mitmachaktionen wie zum Bei-
spiel einen Schreibtypentest oder eine
Entdeckungsreise ins Reich der Sinne
und Präsentationen zu Themen, die
in Göttingen erforscht werden. Ein
Bühnenprogramm mit Podiums­
diskussionen und kulturellen Ange-
boten etwa von Studierenden aus
Indonesien, China und Indien er-
gänzt das Programm.
Im Universitätsklinikum können
die Besucherinnen und Besucher
Medizin von ihren unterschiedlichen
Seiten kennenlernen und
viel Wissenswertes rund
um die Gesundheit erfah-
ren. Das Deutsche Zen­
trum für Luft- und Raum-
fahrt öffnet seine Türen
ebenso wie die Hoch-
schule für angewandte
Wissenschaft und Kunst.
In der Innenstadt laden
die universitären Samm-
lungen und der Alte Bota­
nische Garten zum Be-
such ein.
-
Stipendiatinnen und Stipendiaten mit ihren Urkunden in der Universitätsaula.
Vertreter der Philosophischen Fakultät
und der Universität mit Festredner vor
der neuen Gedenktafel im KWZ.
Zahl des
Quartals
29.214
Studierende insgesamt sind im
aktuellen Semester an der Uni-
versität Göttingen eingeschrie-
ben – der höchste Stand seit
den 1990er-Jahren.
Stefan Hell
1 2,3,4,5,6,7,8,9,10,11,...12
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