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12. Jahrgang | Ausgabe Januar 2014
Bildung und Religion
Prof. Dr. Jens Scheiner forscht über
Mohammed als religiösen Lehrer und
unser heutiges Bild vom Islam.
Seite 5
Nachhaltigkeit
Forschende, Studierende und Gäste
diskutierten über Nachhaltigkeits-
konzepte für Klima und Landnutzung.
Seite 2
Barrierefrei studieren
Eine neue Karte erfasst die Barriere-
freiheit von Räumen, Eingängen
und Wegen auf dem Campus.
Seite 7
Komposition von Gedanken
Universitätsrede zum geisteswissenschaftlichen Buch
zitiert. Warum wir dennoch weiter-
hin geisteswissenschaftliche Bücher
brauchen, machte Hagner deutlich,
indem er geisteswissenschaftliche
Forschung als wiederholtes Umkrei-
sen der Gegenstände umschrieb.
„Ein geisteswissenschaftliches
Buch überzeugt nicht durch seine
Details, sondern als Ganzes, als ge-
lungenes Zusammenführen der
Teile, ihrer Komposition“, so Hag-
ner. „Geisteswissenschaftler haben
als Instrument nur die Sprache, um
ihre Argumente und Narrationen
aufzufächern. Die Stärke der Geis-
teswissenschaft ist die Komplexität
verschiedener Gedankenstränge, die
zugleich zum Allgemeineren führt.
Dies kann man nicht in einem Auf-
satz tun.“
(her) „Das Buch ist in den Geistes-
wissenschaften der Goldstandard“,
sagte Prof. Dr. Michael Hagner am
5. Dezember in der Göttinger Uni-
versitätsrede 2013. Der Professor für
Wissenschaftsforschung an der ETH
Zürich sprach über Kulturkritik,
Open Access und Bücherüberfluss
und hielt ein Plädoyer für das geis-
teswissenschaftliche Buch.
Der Heidelberger Appell von
2009 wendet sich gegen die Digita-
lisierung von urheberrechtlich ge-
schützten Werken durch Google
und den Zwang zum Publizieren
nach dem Open Access-Prinzip. „In
den kritischen Kommentaren zu
diesem Appell kam eine tiefsitzende
Aversion gegen das Buch zum Tra-
gen“, so Hagner. „Open Access ist
eine gute Sache, ein Zwang darf da-
raus aber nicht erwachsen. Es gibt
viele gute erste Bücher in den Geis-
teswissenschaften, die man gerne in
der Bibliothek sehen will.“ Aktuell
beunruhige ihn, dass globale Ver-
lagskonsortien mit Open Access ein
neues Vermarktungskonzept ent-
deckt haben, das kleinen Verlagen
nicht möglich sei. Dies sei eine Ge-
fahr für die Geisteswissenschaften.
Außerdem konstatierte Hagner,
dass der Bücherüberfluss in der Wis-
senschaft individuell nicht zu bewäl-
tigen sei. Vieles bleibe daher ungele-
sen, immer wieder werde dasselbe
Bei einer Benefizveranstaltung im Dezember 2013 präsentierte die Gruppe Bamboo
Filipino Magkabalikat aus Langenhagen philippinische Musik und Tanz.
Friedenspreis
Verleihung am 8. März
Hilfe für die Philippinen
Universität unterstützt Opfer der Naturkatastrophe
(her) Der Göttinger Friedenspreis
2014 geht an das Institut für Frie-
denspädagogik Tübingen e.V. Das
Institut habe sich seit seiner Grün-
dung 1976 als friedenspädagogische
Servicestelle bundesweit etabliert,
seine Ansätze zur Friedenserziehung
würden weltweit immer mehr nach-
gefragt, teilte die Stiftung Dr. Ro-
land Röhl mit.
Der mit 3.000 Euro dotierte
Preis der Stiftung wird am 8. März
2014 in der Aula am Wilhelmsplatz
verliehen. Die Veranstaltung be-
ginnt um 11 Uhr.
(bie) Mit einer Spendenaktion hilft
die Universität Göttingen den Op-
fern der Naturkatastrophe auf den
Philippinen. Der Taifun im Novem-
ber 2013 hatte auch die Göttinger
Partnerhochschule Visayas State Uni-
versity hart getroffen. Viele Gebäude
wurden beschädigt und der Betrieb
vorübergehend eingestellt. Mitarbei-
ter und Studierende dort verloren
Angehörige und ihr Zuhause. Eine
philippinische Studentin in Göttin-
gen verlor ihre Familie, ein Student
kehrte umgehend in seine Heimat
zurück, um beim Wiederaufbau sei-
nes Dorfes zu helfen.
„Die Universität und die ganze
Region Göttingen sind solidarisch
mit den Menschen auf den Philippi-
nen. Ich freue mich ganz besonders
über die großherzige Spendenbereit-
schaft in Südniedersachsen, die schon
knapp 19.000 Euro eingebracht hat“,
so Prof. Dr. Hiltraud Casper-Hehne,
Vizepräsidentin für Internationales.
Das Geld kommt direkt den philippi-
nischen Studierenden zugute: Die
Studierenden auf der Insel Leyte be-
kommen Überbrückungsstipendien,
um ihr Studium fortsetzen zu kön-
nen, die philippinischen Studieren-
den in Göttingen Unterstützung für
denWiederaufbau ihrer Elternhäuser.
Zu den Unterstützern der Hilfsak-
tionen gehören unter anderem die
Göttinger Firma Phywe Systeme, das
Studentenwerk Göttingen, die Ka-
tholische Hochschulgemeinde Göt-
tingen, der Rotary-Club Göttingen-
Süd, die BG 74 Göttingen, die Abtei-
lung Gebäudemanagement der Uni-
versität und zahlreiche private Spen-
derinnen und Spender.
Zahl des
Quartals
500.000
Schlüssel existieren für die
über 150 Schließanlagen an
den Gebäuden der Universität
Göttingen. Den Überblick,
wo welcher einzelne Schlüssel
passt, hat das Infrastrukturelle
Gebäudemanagement der
Hochschule.
Michael Hagner
(kp) „Die Leute sind begeistert, die
Resonanz groß“, so Tanja Stege-
mann vom Geowissenschaftlichen
Museum. Sie führte am Tag der of-
fenen Sammlung die Gäste durch
die Ausstellung. Rund 3.000 Besu-
cher besichtigten am Sonntag, 27.
Oktober 2013, die neu eröffnete
Zentrale Kustodie sowie 28 Samm-
lungen, Museen und Gärten der
Universität Göttingen.
Sterne entdecken oder speisen wie
im Alten Rom: Jung und Alt erfuhren
Neues aus der Welt der Wissenschaft
und lernten Objekte kennen, die
nicht nur selten zu sehen, sondern
häufig weit älter als die Universität
Einblicke in die Wissenschaft
3.000 Menschen beim ersten Sammlungstag – Auftakt zum Haus des Wissens
sind. Es gab einmalige Blicke hinter
die Kulissen – in Restaurierungswerk-
stätten, auf eiszeitliche Höhlenmale-
rei, holzgeschnittene Tierwelten und
blumiges Liebesleben.
„Mit unserem ersten Tag der of-
fenen Sammlung sind wir auf dem
Weg zum geplanten Haus des Wis-
sens. Hier schaffen wir ein Forum,
in dem Menschen aus Göttingen
und aller Welt Einblicke in die wis-
senschaftliche Praxis erhalten“, so
Universitätspräsidentin Prof. Dr.
Ulrike Beisiegel. Sie setzt nun große
Hoffnungen auf den Start der Fund-
raising-Kampagne für die Realisie-
rung des modernen Museums.
Haus des Wissens: Im Gebäude der Zoologie will die Universität ein modernes Museum eröffnen.
Standort für das Haus des
Wissens wird das Ge-
bäude des Zoologischen
Instituts neben dem
Bahnhof sein. Geplant
sind wechselnde Ausstel-
lungen mit unterschiedli-
chen Objekten, die neu
arrangiert und aus ver-
schiedenen Perspektiven
beleuchtet werden. Die
Sammlungen selbst mit
ihren Millionen von Ob-
jekten bleiben an ihren
Fakultäten und Instituten.
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