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Europa 2020: Eine für alle
Förderlinien für Forschung, Bildung und regionale Entwicklung sollen Europa 2020 unterstützen
„Europa 2020 ist die Wachstums-
strategie der EU für das kommende
Jahrzehnt. In einer Welt, die sich
immer weiter entwickelt, wünschen
wir uns eine intelligente, nachhal-
tige und integrative Wirtschaft für
Europa. Diese drei Prioritäten, die
sich gegenseitig verstärken, dürften
der EU und den Mitgliedstaaten
helfen, ein hohes Maß an Beschäf-
tigung, Produktivität und sozialem
Zusammenhalt zu erreichen“, so
José Manuel Barroso, Präsident der
Europäischen Kommission.
Damit führte die Kommission im
Jahr 2010 einen qualitativen Wachs-
tumsbegriff ein. Es zählen somit
nicht mehr nur Zahlen allein, son-
dern auch die langfristige Weiterent-
wicklung der europäischen Wirt-
schaften und Gesellschaften.
Die im Rahmen der Europa
2020-Strategie gesetzten Ziele sind
ehrgeizig. Jeder einzelne Mitglied-
staat hat zudem seine eigenen natio-
nalen Ziele für die Bereiche Beschäf-
tigung, Innovation, Bildung, soziale
Integration und Klima formuliert.
Zur Umsetzung der Europa
2020-Strategie sollen darüber hinaus
die neuen EU-Förderprogramme
beitragen.
Am 1. Januar 2014 starteten die
Förderlinien für Forschung (Hori-
zon 2020), Bildung (Erasmus+) und
regionale Entwicklung (EFRE).
Hinzu kommen weitere EU-Pro-
gramme wie COST, LIFE+ und Eu-
ropeAid. Einzigartig ist die Bünde-
lung aller bisherigen Fördermittel
der Mitgliedstaaten – basierend auf
den Anforderungen der Europa
2020-Strategie.
Die neuen EU-Förderlinien er-
möglichen es den Forscherinnen
und Forschern, verstärkt interdiszip-
linäre, internationale und intersek-
torale Netzwerke zu bilden. Bei der
intersektoralen Zusammenarbeit
stehen gemeinsame Projekte mit der
Wirtschaft und vor allem kleinen
und mittleren Unternehmen im
Fokus, um den Prozess von der Idee
bis zur Marktreife zu begleiten.
Aufgrund der zunehmenden
Komplexität zukünftiger Aufgaben,
wie etwa der Umgang mit dem Kli-
mawandel oder die Schaffung einer
zukunftsfähigen Energieversorgung,
entsteht eine Fülle von Querschnitts-
themen. Hier sind die Geistes- und
Sozialwissenschaften aufgefordert, an
Lösungsstrategien mitzuarbeiten.
Nichtsdestotrotz betreffen globale
Herausforderungen uns alle! Daher
arbeiten Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler weltweit in EU-Pro-
jekten zusammen. Selbst dann, wenn
die Zusammenarbeit mit Partnern
aus Drittstaaten im Hinblick auf bü-
rokratische Hürden, die Bildung
eines Konsortiums sowie Unter-
schiede in der wissenschaftlichen
Kultur als schwierig empfunden wer-
den. Schließlich bieten EU-Projekte
darüber hinaus die Möglichkeit, sich
mit internationalen Kolleginnen und
Kollegen auszutauschen und so die
eigene Expertise zu ergänzen und
weiterzuentwickeln.
Häufig wird der EU und ihrer
Vergabepraxis von Fördermitteln
nachgesagt, dass sie sehr schwerfällig
und bürokratisch sei. Das ist zum
Teil richtig; dennoch sollten fol-
gende Aspekte nicht
außer Acht gelassen
werden: Es handelt sich
bei der EU um einen im
wahrsten Sinn des Wor-
tes (heran-)wachsenden,
weltweit einzigartigen
Verbund aus derzeit 28
Nationalstaaten, mit
einer Bevölkerung, die
mittlerweile eine halbe
Jeder weiß: Das Einwerben von
Drittmitteln bindet Personal,
kostet Geld und Zeit. Bei EU-
Förderungen gelten zudem ganz
eigene Spielregeln. Interessierte
Wissenschaftlerinnen und Wis-
senschaftler müssen zunächst
mit den vielseitigen Programm-
varianten der EU vertraut ge-
macht werden. Dies übernimmt
an der Universität Göttingen
das EU-Hochschulbüro.
Wir bieten Ihnen ein Rund-
um-sorglos-Paket, nehmen Sie
aber gleichzeitig in die Pflicht:
Klare Vorgaben sind wichtig,
um ein Projekt zum Erfolg zu
führen. Gemeinsam sprechen
wir über Projektidee, Umset-
zung, Zeitplan, Budgetkalkula-
tion und mögliche Vermark-
tung – Flexibilität ist bei diesen
Prozessen zu jedem Zeitpunkt
gefragt.
Zu unseren Leistungen ge-
hören auch Workshops sowie
die Beratung zu rechtlichen und
strategischen Fragestellungen.
Unsere Expertise gewährleisten
wir durch einen ständigen Aus-
tausch mit nationalen und in-
ternationalen Beratungseinrich-
tungen.
Es lohnt sich also in vielerlei
Hinsicht, in die EU-geförderte
Zusammenarbeit einzusteigen.
Herausforderungen, die die An-
tragstellung und das Projektma-
nagement, vor allem bei immer
größeren Netzwerken, mit sich
bringen, gehen wir mit Ihnen
gemeinsam an. Der Erfolg unse-
res Büros spricht für sich!
Nadja Daghbouche,
Leiterin des EU-Hochschulbüros
der Universität Göttingen
Keine Angst
vor EU-
Programmen
Milliarde Menschen umfasst. Es gibt
24 verschiedene Amtssprachen und
drei offiziell verwendete Alphabete.
Es müssen demnach erst kulturelle,
sprachliche und geschichtliche Un-
terschiede überwunden werden, um
Kompromisse zu erzielen. Zum Ver-
gleich: In Deutschland fällt es schon
16 Bundesländern schwer, sich zu
einigen, obwohl sie den gleichen kul-
turellen und sprachlichen Hinter-
grund haben.
Darüber hinaus muss die EU
dafür Sorge tragen, dass jede Bürge-
rin und jeder Bürger an den Ent-
scheidungsprozessen teilnehmen
kann. So besteht beispielsweise die
Möglichkeit, an der Entstehung
eines neuen Rahmenprogramms
über ein formelles und öffentliches
Konsultationsverfahren, dem soge-
nannten Grünbuch-Prozess, mitzu-
wirken, indem Ideen und Prioritä-
ten für die zukünftige Förderung
von Forschung und Innovation in
Europa eingebracht werden.
Das Engagement in weltweiten
Netzwerken bringt für alle Beteilig-
ten einen hohen fachlichen und per-
sönlichen Nutzen. Ein wichtiges
Element für die internationale Zu-
sammenarbeit ist gerade für junge
Menschen der Erwerb interkulturel-
ler Erfahrungen. Mit diesen so-
genannten Soft Skills wird es ihnen
später im (Berufs-)Leben leichter
fallen, nicht nur internationale, son-
dern auch nationale Aufgabenstel-
lungen mit mehr Souveränität und
Weitsicht anzugehen.
Europa 2020 bringt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit zusammen.
Sonderbeilage des EU-Hochschulbüros · Januar 2014
uni
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europa
Wussten Sie eigentlich, dass ...
Daten und Fakten
... durch Regelungen über den freien Zugang zu Forschungsergebnissen (
Open Access
)
jede Bürgerin und jeder Bürger in Europa an dem darin enthaltenen Wissen teilhaben kann?
... mit
Erasmus+
die Mobilität von bis zu fünf Millionen Menschen (Personal aus Technik und
Verwaltung, Lehrende und Lernende) finanziert wird?
... die
Forschungsrahmenprogramme
der Europäischen Union die finanzstärksten Forschungs-
förderlinien der Welt sind?
Seit 2007 wurden an der Universität Göttingen insgesamt
177
EU-Projekte eingeworben, von denen
38
auch hier koordiniert
werden.
35
von den
177
Projekten werden im Rahmen der Erasmus
Mundus Aktion II gefördert. Göttingen ist damit die erfolg-
reichste deutsche Universität und gehört zur Spitzengruppe
der europäischen Hochschulen. Die Erasmus Mundus Aktion II-
Förderlinie wird von Göttingen International koordiniert.
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