Uni|inform Januar 2017 - page 1

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inform
15. Jahrgang | Ausgabe Januar 2017
Forschung
Ausgezeichnete Forschung: ERC
Consolidator Grant, Leibniz-Preis und
dritte Förderperiode für einen SFB.
Seite 5
Gedenkstele
Studierende arbeiten die Geschichte
des „Judenhauses“ auf und initiieren
die Errichtung einer Gedenkstele.
Seite 2
Service Learning
Schwimmkurs für Kids: Studierende
verbinden akademisches Lernen mit
gesellschaftlichem Engagement.
Seite 6
Einsatz für die Gleichstellung von Frauen an Hochschulen
Empfang: Dorothea-Schlözer-Medaille an Rita Süssmuth – Preise des Stiftungsrats an Universitätsmitglieder
für die Gründung und Weiterent-
wicklung der „Göttinger Kinder-
Uni“ ausgezeichnet. In langjähriger
ehrenamtlicher Tätigkeit hat er die
Universität für eine neue Zielgruppe
erfahrbar gemacht: Über 60.000
Kinder aus Stadt und Region haben
die Kinder-Uni in den vergangenen
zwölf Jahren besucht.
Auf Vorschlag von Studierenden
ging der Preis in der Kategorie „He-
rausragendes Engagement in der
Hochschullehre“ an Dr. Tanja Ger-
lach vom Georg-Elias-Müller-Insti-
tut für Psychologie. Ihr Seminar-
konzept für das Modul „Persönlich-
keitspsychologisches Forschen“ er-
möglicht es Studierenden, den For-
schungsprozess aktiv zu erleben und
eigene wissenschaftliche Kompeten-
zen zu schulen.
Drei Preise wurden für „Heraus­
ragende Nachwuchspublikationen“
verliehen: an die Doktorandin Laura
Almeling für eine Publikation über
den Reiz des Neuen in Adoleszenz
und Erwachsenenalter, an den Dok-
toranden Kibrom T. Sibhatu für eine
Publikation über Wege, die Qualität
der Ernährung in Kleinbauernhaus-
halten zu verbessern, sowie an Dr.
Alexander Thiele für seine Mono­
graphie „Verlustdemokratie. Die drei
Verlustebenen der Demokratie“.
Zudem wurden zwei Sonder-
preise verliehen: Prof. Stephan Kla-
sen, PhD, erhielt ihn für seine her-
ausragenden Verdienste um den
Aufbau der Entwicklungsökonomie
in Göttingen und ihre internationale
Sichtbarkeit und Anerkennung. Er
gilt als Brückenbauer innerhalb der
Universität und kooperiert erfolg-
reich mit anderen Fakultäten. Einen
mit je 500 Euro dotierten Sonder-
preis erhielten die Studenten Gerrit
Horstmann, Tobias Orthen und
Philipp Stolte für ihr Engagement in
der Initiative „Physik für Flücht-
linge“ (siehe hierzu auch Seite 8),
mit dem sie einen signifikanten Bei-
trag zur Willkommenskultur in
Deutschland leisteten.
Süssmuth habe unorthodox, aber
immer an Grundwerten orientiert ge-
handelt. In ihrer Dankesrede betonte
Süssmuth, dass Frauen ihre Ressour-
cen deutlich machen müssten.
Preise des Stiftungsrates
Der Stiftungsrat der Universität
Göttingen zeichnete auch 2016 Mit-
glieder der Georgia Augusta für be-
sondere universitäre Aktivitäten und
Leistungen aus. Die in der Regel mit
jeweils 3.000 Euro dotierten Preise
überreichte der Stiftungsratsvorsit-
zende Dr. Wilhelm Krull. In der
Kategorie „Wissenschaft und Öf-
fentlichkeit“ wurde Peter Brammer
(her) Rund 200 Gäste aus Wissen-
schaft, Wirtschaft und Politik be-
grüßte Universitätspräsidentin
Prof. Dr. Ulrike Beisiegel beim
Jahresabschluss-Empfang der Uni-
versität. Der Empfang im Tagungs-
und Veranstaltungshaus Alte
Mensa bot den Rahmen für Ehrun-
gen und Auszeichnungen.
„Rita Süssmuth genießt als sozial
und kulturell engagierte Politikerin
und Erziehungswissenschaftlerin
großes Ansehen“, sagte Beisiegel zur
Verleihung der Dorothea-Schlözer-
Medaille an die ehemalige Präsiden-
tin des Deutschen Bundestages. „Sie
hat sich in ihrem beruflichen Werde-
gang und außerberuflichen Engage-
ment ebenso konsequent wie fein-
fühlig für die Förderung von Frauen
vor allem an Hochschulen und in der
Wissenschaft eingesetzt.“ Der Senat
der Universität hatte im Frühjahr
2016 beschlossen, die CDU-Politi-
kerin mit der Medaille auszuzeich-
nen, die nach der Frau benannt ist,
die 1787 in Göttingen als erste Frau
in Deutschland zumDoktor der Phi-
losophie promoviert wurde.
Die langjährige SPD-Bundes-
schatzmeisterin Inge Wettig-Daniel-
meier würdigte Süssmuths Verdienste
in der Frauen- und der Gesundheits-
politik sowie ihre unabhängige Per-
sönlichkeit und ihr Stehvermögen.
(her) Der Göttingen Campus zeigt in der „3. Nacht des Wissens“
am 21. Januar 2017 erneut, was in ihm steckt. Dabei ist das Ange-
bot so vielfältig wie die Themen, zu denen die Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftler in den verschiedenen Göttinger Einrichtungen
forschen und lehren. Die Besucherinnen und Besucher können
zum Beispiel entdecken, was hinter den Türen von Hörsälen, Bib-
liotheken, Sammlungen und Laboren vor sich geht. Auf sie warten
unter anderem mathematische Probleme, der Klang der Sterne und
Wissenswertes aus Bereichen wie Chemie, Medizin, Psychologie
und Strömungsforschung. Auf Seite 3 lesen Sie mehr über die
Nacht, in der Wissenschaft hautnah zu erleben ist. Und auch in
anderen Beiträgen dieser Ausgabe stellen wir Projekte vor, die bei
der Nacht des Wissens dabei sind: Studierende präsentieren Le-
bensgeschichten von Geflüchteten und deren Blick auf Europa
(Seite 2), Forschende untersuchen, wie Zellmembranen funktionie-
ren, oder erzählen auf neue Weise Geschichten aus der Bronzezeit
(beide Seite 5).
Wissenschaft wieder hautnah erleben
Göttingen Campus lädt Bürgerinnen und Bürger ein – 320 Angebote an 25 Veranstaltungsorten
Von links: Senatssprecher Nicolai Miosge, Geehrte Rita Süssmuth, Laudatorin Inge
Wettig-Danielmeier und Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel.
on/off
Ausstellung und Programm
(her) Von Wegen und Irrwegen in
der Wissenschaft erzählt die Ausstel-
lung „on/off. Vom Nobelpreis und
den Grenzen der Wissenschaft“ im
Tagungs- und Veranstaltungshaus
Alte Mensa. Sie erklärt die For-
schung zur STED-Mikroskopie von
Nobelpreisträger Prof. Dr. Stefan
Hell, gibt Einblicke in die Welt des
Nobelpreises und präsentiert Erfah-
rungen, Freiheiten und Grenzen
Göttinger Forschender aus verschie-
denen Disziplinen. Bereits über tau-
send Besucherinnen und Besucher
der Ausstellung erhielten in den ers-
ten Wochen auch einen Vorge-
schmack auf das, was im geplanten
Forum Wissen zu erleben sein wird.
Die Ausstellung ist noch bis zum
28. Mai 2017 zu sehen. Begleitend
werden Führungen, eine Vortrags-
reihe mit dem Titel „Science.Super.
Stars. Von Helden, Genies und
Grenzfiguren in den Wissenschaf-
ten“, ein Science Slam sowie Auffüh-
rungen im Deutschen Theater und
Filme im Programmkino Lumière
angeboten. Ein umfangreiches Pro-
gramm richtet sich an Schülerinnen
und Schüler – mit Führungen, Ex-
perimenten und Reportern.
Zahl des
Quartals
31.456
Studierende sind im Winter­
semester 2016/2017 an der
Universität Göttingen einge-
schrieben. Damit hat sich die
Anzahl in nur acht Jahren um
fast ein Drittel erhöht.
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