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12. Jahrgang | Ausgabe Oktober 2014
Bibliothekswelt
Der neue SUB-Direktor Dr. Wolfram
Horstmann spricht im Interview über
eine Bibliothekswelt im Wandel.
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Nachhaltigkeitskonferenz
Forschende, Studierende und Gäste
diskutieren vom 14. bis 16. November
2014 über nachhaltiges Wirtschaften.
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Studentisches Theater
Ein ehemaliger Lehr-Operationssaal
ist seit 30 Jahren Bühne für kreative
Studierende.
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(me) Die Universität Göttingen be-
legt im weltweiten Hochschulran-
king 2014/2015 des renommierten
britischen Magazins Times Higher
Education (THE) Platz 67 und ist
damit erneut die zweitbeste deutsche
Hochschule. Im vergangenen Jahr
hatte die Universität Platz 63 belegt.
Verbessern konnte sie sich in den Ka-
Erneut zweitbeste deutsche Hochschule
Times Higher Education: Universität Göttingen belegt Platz 67 unter den Top 200
USA berief ihn
die Universität
H e i d e l b e r g
1982 zurück.
1986 wechselte
Gruss als Wis-
senschaftliches
Mitglied und
Direktor der
Abteilung Molekulare Zellbiologie an
das Max-Planck-Institut für biophy-
sikalische Chemie in Göttingen. Die
Universität Göttingen ernannte ihn
1990 zum Honorarprofessor. Von
(her) „Der Wert der Forschung für
unsere Gesellschaft“ ist das Thema
der Göttinger Universitätsrede 2014,
die Prof. Dr. Peter Gruss, am 4. De-
zember hält. Der ehemalige Präsi-
dent der Max-Planck-Gesellschaft
spricht unter anderem über den
Technologietransfer von der Grund-
lagenforschung in die Anwendung.
Peter Gruss studierte Biologie und
wurde an der Universität Heidelberg
promoviert. Nach einem zweijähri-
gen Forschungsaufenthalt an den Na-
tional Institutes of Health in den
(her) Mit einer Festrede von Bundes­
präsident Joachim Gauck ist am 23.
September 2014 der 50. Deutsche
Historikertag eröffnet worden. Vor
rund 1.400 Gästen in der Göttinger
Lokhalle erläuterte das Staatsober­
haupt mit Beispielen aus dem 20.
Jahrhundert, wie aus Verlierern Ge­
winner werden können, und plä­
dierte für eine Beschäftigung mit Ge­
schichte, die uns vor Selbstgefälligkeit
und Unbelehrbarkeit warnen könne.
Der Deutsche Historikertag an der
Universität Göttingen stand unter
dem Motto „Gewinner und Verlie­
rer“ und war mit 3.500 Teilnehmen­
den eine der größten geisteswissen­
schaftlichen Fachtagungen Europas.
Was gewinnen wir, wenn wir uns mit
Geschichte befassen? So lautete eine
der Leitfragen der Festrede. Im Rück-
blick sei es uns möglich, einen sinn-
vollen, plausiblen Zusammenhang
Wie aus Verlierern Gewinner werden können
Bundespräsident Joachim Gauck eröffnet 50. Deutschen Historikertag in Göttingen – Größte geisteswissenschaftliche Fachtagung Europas
zwischen den Fakten und Ereignissen
herzustellen und heute vieles genauer
zu sehen als die damaligen Akteure,
so Gauck. „Als kognitive Geschichts-
gewinner lernen wir Skepsis und ge-
winnen die ständige Bereitschaft zur
Überprüfung unseres eigenen gegen-
wärtigen Handelns.“
Die Geschichte zeige, dass es
meistens Gewinner und Verlierer
gebe. Entscheidend sei, so Gauck,
wie im Nachhinein mit der Nieder-
lage und auch dem Sieg umgegan-
gen werde. Walter Kempowski zum
Beispiel sei aus innerer Kraft vom
Verlierer zum Schriftsteller gewor-
den, indem er zunächst seine eigene
Geschichte, dann seine Familien-
geschichte und die Geschichte der
Deutschen erzählt habe. Großen Re-
spekt äußerte Gauck vor der „ent-
schiedenen Haltung der ausgestreck-
ten Hand“ der Alliier-
ten zum Ende des
Zweiten Weltkriegs,
„die den gegenwärti-
gen Feind schon als
künftigen Partner
sieht“. Diese Haltung
habe zu einer glückli-
chen neuen Geschichte
Deutschlands geführt.
Auch wenn die Ge-
schichte meist von Sie-
gern geschrieben
werde, dürften die Opfer, die wirk-
lichen und endgültigen Verlierer
nicht vergessen werden. Gauck for-
derte die Historiker auf, „auch die
Geschichte der Marginalisierten zu
erzählen, der Unterdrückten, der
Geschlagenen.“ Denn: „Geschichts-
schreibung kann ihnen ihre Würde
lassen oder wieder geben.“
Von der Pflicht zur historischen
Buchführung, wer Gewinner und
Verlierer ist, sprach der Vorsitzende
des Verbands der Historiker und
Historikerinnen Deutschlands e.V.,
Prof. Dr. Martin Schulze Wessel,
zur Eröffnung des Kongresses. „Un-
sere Aufgabe ist das kritische Aufzei-
gen von Hauptstraßen, Nebenwe-
gen und Sackgassen.“ Die Kongress-
teilnehmer diskutierten nicht nur
neueste Forschungsergebnisse, son-
dern auch aktuelle Geschehnisse wie
den Ukraine-Konflikt und die Ursa-
chen und Folgen der schottischen
Unabhängigkeitsbewegung.
„Wir sind den vielen Mitarbei-
terinnen und Mitarbeitern der Uni-
versität Göttingen zu großem Dank
verpflichtet“, so Prof. Dr. Arnd Rei-
temeier, Sprecher des Organisations-
komitees des 50. Historikertags.
„Die stets freundliche, hilfsbereite
und gute Stimmung insbesondere
der vielen studentischen Tagungshel-
fer hat sehr zum Erfolg beigetragen.“
Bundespräsident Joachim Gauck (Mitte) mit Vertretern von Verbänden, Land, Stadt und Universität.
Zahl des
Quartals
150.000
Raumbuchungen erfolgten
im ersten Jahr des Lern- und
Studiengebäudes auf dem
Zentralcampus.
Juni 2002 bis Juni 2014 war er Präsi-
dent der Max-Planck-Gesellschaft.
Gruss wurde vielfach geehrt, etwa
mit dem Leibniz-Preis, dem Louis-
Jeantet-Preis für Medizin und dem
Deutschen Zukunftspreis sowie dem
Bundesverdienstkreuz.
Die Göttinger Universitätsrede
am 4. Dezember beginnt um 17 Uhr
in der Aula am Wilhelmsplatz. Zu
Beginn der Veranstaltung verleiht
der Stiftungsrat der Universität Göt-
tingen seine Förderpreise für beson-
dere Leistungen und Engagement.
tegorien Zitationen, Lehre und Inter-
nationalität. Die Rangliste wird auf
einer methodischen Grundlage er-
stellt, die insbesondere die universitä-
ren Kernaufgaben Forschung, Lehre
und Wissenstransfer berücksichtigt.
Das Gesamtergebnis der einzel-
nen Hochschulen setzt sich aus
Wertungen zusammen, die in 13
verschiedenen Kategorien erhoben
wurden. Diese lassen sich grob in die
fünf Bereiche Lehre, Forschung, Zi-
tationen, Kooperationen mit der
Wirtschaft und Wissenstransfer/
Ausgründungen sowie Internationa-
lität einteilen.
Nobelpreis an Stefan Hell
Bahnbrechende Arbeiten zur Fluoreszenzmikroskopie
(her) Prof. Dr. Stefan W. Hell vom
MPI für biophysikalische Chemie in
Göttingen hat den diesjährigen No-
belpreis für Chemie erhalten. Die
Königlich-Schwedische Akademie der
Wissenschaften würdigt damit die
bahnbrechenden Arbeiten des Physi-
kers auf demGebiet der ultrahochauf-
lösenden Fluoreszenzmikroskopie.
Hell gelang es, die bisherige Auflö-
sungsgrenze optischer Mikroskope ra-
dikal zu unterlaufen. „Professor Hell
wird für seine hervorragenden und für
die Lebenswissenschaften hoch rele-
vanten For-
schungsergeb-
nisse ausge-
zeichnet“, freut
sich Universi-
tätspräsidentin
Prof. Dr. Ulrike
Beisiegel. „Für
mich ist es groß-
artig, dass er seine wissenschaftliche
Heimat hier am Göttingen Campus
hat und die Kooperation zwischen
dem Max-Planck-Institut und der
Universität in hohem Maße fördert.“
Peter Gruss
Stefan W. Hell
Wert der Forschung für die Gesellschaft
Göttinger Universitätsrede mit Prof. Dr. Peter Gruss am 4. Dezember 2014
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