Faculty of Economic Sciences

Schwerpunkt Marketing: Leiter Unternehmenskommunikation, Holcim (Deutschland) AG, Hamburg

Dr. Jens Marquardt, geboren und aufgewachsen in Verden/ Aller (Niedersachsen), hat 1996 in Göttingen erfolgreich sein Studium der Wirtschaftswissenschaften / BWL als Diplom-Kaufmann abgeschlossen. Anschließend wurde er am Institut für Marketing und Handel (Prof. Dr. Günter Silberer, mittlerweile emeritiert) zum Dr. rer. pol. promoviert (Abschluss der Promotion: 2000/ 2001).


1) Bei welchem Unternehmen sind Sie beschäftigt und in was für einer Position/ in welchem Bereich arbeiten Sie dort?

Seit April 2006 leite ich die Unternehmenskommunikation der Holcim (Deutschland) AG in Hamburg. Das Unternehmen ist Norddeutschlands größter Baustoffproduzent (Zement, Kies, Sand, Splitt, Beton, Betonfertigteile) mit rund 1.500 Mitarbeitern und gut 100 Standorten.


2) Wie haben Sie diese Position erlangt bzw. wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?

  • Berufsausbildung zum Bankkaufmann in Verden/ Aller (1988-1991)
  • Zivildienst (1991-1992)
  • Zweigstellenleiter Sparkasse, Insel Rügen (1992)
  • BWL-Studium Göttingen (1992-1996)
  • Mehrmonatiger Sprach- und Arbeitsaufenthalt in Südamerika und in der Karibik (1997)
  • Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Marketing und Handel: Strategisches Marketing, Beschaffungsmarketing, PR-Arbeit/ Unternehmenskommunikation, unternehmensnahe Stiftungen und Stiftungsmanagement (1997-2001)
  • Promotion Göttingen (2001) Titel: „Corporate Foundation als PR-Instrument“
  • Burda Verlag München/ Offenburg, Marketingpool, Projektleiter (2001-2002)
  • Konzernholding Franz Haniel & Cie. GmbH, Duisburg – Teamleiter in der Abteilung Unternehmenskommunikation (2002-2006)
  • Holcim (Deutschland) AG in Hamburg, Leiter Unternehmenskommunikation




3) Wie haben Sie Ihren Berufseinstieg erlebt?

2001/ 2002 war keine einfache Zeit, die Internetblase platzte und im Medienbereich wurden Stellen gestrichen bzw. Projekte eingestellt und umstrukturiert.


4) Welche Schwerpunkte hatten Sie im BWL-Studium gewählt und inwiefern haben die im Studium erworbenen Fähigkeiten Sie auf die Praxis vorbereitet?

Schwerpunkte habe ich im Marketing, der Handelsbetriebslehre und den Kommunikationswissenschaften gewählt genauso wie in der Volkswirtschaftslehre, im Bereich Personal/ Organisationsgestaltung und im Bereich Öffentliche Betriebe.
Geholfen hat mir im Beruf vor allem systematisches und eigenständiges Denken und die Fähigkeit, sich selbstständig neues Wissen zu erschließen sowie strukturiert zu denken, zu schreiben und zu handeln.
Im Rückblick kann ich sagen, dass ich mir in den Bereichen Personal und Kommunikationswissenschaften mehr Praxisbezug gewünscht hätte. Im Marketing und Handel wurde gutes und breites Basiswissen vermittelt.


5) Denken Sie an Ihre Studienzeit in Göttingen zurück…

…ist mir vor allem der Einstieg im Wintersemester 1992 über die O-Phase unter der Leitung von Prof. Dr. Bartho Treis in guter Erinnerung geblieben. Der war wirklich prima. Später habe ich mich selbst mehrere Jahre engagiert als O-Phasentutor, „Schäfchen“, also die Erstsemester, betreut sowie „Pferderennen“ und Seminare begleitet. Aus diesem Kreis gibt es noch bis heute viele Kontakte und Freundschaften. Auch die Mensen, Bibliotheken oder das Studentenwohnheim Kellnerweg in Weende – alles prima!

Für Göttingen als Studienort habe ich mich ganz bewusst entschieden. Eine anonyme Uni in der Großstadt entsprach nicht meinen Vorstellungen. Göttingen ist einfach eine tolle und stets junge Studentenstadt: klein und übersichtlich, mit guten Verkehrsanbindungen und Einkaufmöglichkeiten, einer schönen Altstadt, tollen Studentenwohnheimen (Erstbewohner Kellnerweg!) einer reizvollen Umgebung und vielen netten Menschen. Mir wurde in Göttingen nie langweilig und es ist einfach eine Stadt, die Vieles hat – insbesondere auch kurze Wege und viel Natur.


6) Studierenden, die ebenfalls in der Unternehmenskommunikation arbeiten möchten, raten Sie…?

  • …früh die Arbeit von Medienredaktionen und Journalisten kennenzulernen
  • …stets engagiert, vertrauenswürdig, glaubwürdig und verlässlich zu arbeiten
  • … regelmäßig über den Tellerrand der eigenen Abteilung, des Unternehmens und der Branche zu schauen
  • …schon im Studium qualifizierte Praktika zu absolvieren und so erste Praxiskontakte zu schaffen oder ehrenamtlich bzw. nebenberuflich schon einmal in das Aufgabenfeld „Kommunikation“ hinein zu schnuppern
  • …auf gute Sprachkenntnisse (Deutsch, Englisch) in Wort und Schrift zu achten
  • …Betriebswirtschaft und Marketing zu studieren, weil das ein besseres Verständnis für die Unternehmensprozesse schafft
  • …die wachsende Bedeutung von Corporate Social Responsibility (CSR) und Nachhaltigkeitsmanagement zu beachten
  • …das Internet und die Entwicklungen im Web 2.0/ Social Media im Auge zu behalten
  • …sich später im Job auch immer als Gestalter und unternehmerischer Dienstleister zu sehen
  • …grafische Fertigkeiten zu entwickeln und kreativ zu bleiben
  • …stets neugierig und aufgeschlossen für Neues zu sein