Institute of Social and Cultural Anthropology and The Ethnographic Collection

2017


Titel GISCA 17 Hartung klein

GISCA No. 17, 2017

Bachelorarbeit

Philipp Tilman Hartung

"Aushandlungen zwischen Schutz und Verselbstständigung: Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Betreuung der Jugendhilfe in Göttingen"



Geflüchtete unter 21 Jahren, die sich ohne nahe Verwandte in Deutschland aufhalten, werden nach §8a des sozialgesetzbuches von der Jugendhilfe betreut. Die Jugendhilfe in Göttingen betreibt dafür seit 2014 das Fachteam „Junge Flüchtlinge“. Derzeit sind durch die Arbeit des Fachteams über 80 junge, männliche Geflüchtete dezentral im Stadtgebiet untergebracht und werden individuell, sozialpädagogisch betreut. Empirische Basis dieser Arbeit ist ethnografische Feldforschung mit sowohl jungen Geflüchteten, als auch den Sozialarbeiter_innen der Jugendhilfe. Auf dieser Grundlage beleuchtet die Arbeit die Hintergründe und Motive der Geflüchteten und stellt gleichzeitig die Frage, inwieweit die Integrationsspezialist_innen der Jugendhilfe diesen Interessen vor dem Hintergrund von Asylrecht und gesellschaftlichen Erwartungen gerecht werden können.





Titel 16 Gellert klein

GISCA No. 16, 2017

Masterarbeit

Jana Gellert

"Zur Bedeutung von Religion im Umgang mit dem globalen Klimawandel: Perspektiven von zwei christlichen Gemeinden in Suva, Fidschi"



Das Christentum hat einen starken Einfluss auf das Leben der Pacific Islander. Dieser beschränkt sich nicht nur auf das tägliche Beten und die sonntäglichen Kirchgänge, sondern geht weit über den zu erwartenden Rahmen hinaus. Mit ihrer Forschung überden Einfluss des christlichen Glaubens auf den Umgang von Pacific Islandern mit dem globalen Klimawandel beleuchtet die Autorin, wie weitreichend und wirkungsstark das Christentum im alltäglichen Leben und Weltverständnis der Menschen verankert ist. Zudem zeigt sie auf, welches Potential Wissenschaftler*innen, Pastoren und Gläubige dem Christentum zuschreiben, um die Bewohner Ozeaniens zu erreichen und zu einem aktiven und nachhaltiges Verständnis des globalen Klimawandels zu bemächtigen. Sie plädiert hierbei nicht nur für eine starke interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Natur-, Human- und Sozialwissenschaften, sondern auch für die Aufhebung der strikten Trennung zwischen Religion und Wissenschaft, um dem globalen Klimawandel holistisch zu betrachten, eine globale Ethik des Klimawandels zu entwickeln und praxisorientierte Forschung zu betreiben.





GISCA 15 Yainishet kl

GISCA No. 15, 2017

Masterarbeit

Jonathan Yainishet

" ‘Same same but different‘: Ethnic nationalism and North Korean migrants in South Korea."



Based on ethnographic fieldwork in Seoul, this paper examines processes of ethnic differentiation concerning North Korean migrants in South Korea. Making use of anthropological insights into ethnicity and ethnic boundary making, it explores how the notion of a unified, homogenous Korean people emerged historically and how the (post-) Cold War border regime on the Korean peninsula engenders an othering of North Korean migrants in South Korea through idioms of ethnicity, despite discourses on multiculturalism and a waning of ethno-nationalist sentiments in South Korea. I argue that the increased
influx of North Korean migrants in South Korea provides the ackground not only for (re-) negotiations of ethnic nationalism but also of ethnic identity and ethnic unity in South Korea.





Gisca 14 Bens klein

GISCA No. 14, 2017

Masterarbeit

Jonas Bens

"Rhetoriken der Sentimentalisierung und die Zerstörung von Weltkulturerbe vor dem Internationalen Strafgerichtshof"



Im Fall The Prosecutor v. Ahmad Al Faqi Al Mahdi hat der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) zum ersten Mal über die Zerstörung von Weltkulturerbe als Kriegsverbrechen verhandelt. Zentral war dabei die Bestimmung des Verhältnisses von Dingen und Menschen. Auf Grundlage einer während den Verfahren durchgeführten ethnographischen Gerichtssaalstudie und informiert von der Affekt- und Emotionsforschung, identifiziert dieser Artikel die rhetorische Praxis der Sentimentalisierung von Menschen und Dingen als einen entscheidenden Prozess der rechtlichen Bedeutungsherstellung. Durch Sentimentalisierung produzieren alle Parteien des Verfahrens durch ihre Rhetorik normative Arrangements von Körpern, indem die relevanten Personen, Dinge, und anderen Entitäten durch die Zuschreibung von Emotionen qualitativ unterschieden und affektiv zueinander ins Verhältnis gesetzt werden. Sentimentalisierungen bieten affektivemotionale Rahmen innerhalb derer der Grad von Schuld und Unschuld, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit beurteilt werden kann.





GISCA 13 klein

GISCA No. 13, 2017

Masterarbeit

Meret Hesse

"Poesie zur Selbstbehauptung und Anfechtung: Die Bedeutung alternativer Memories für das Handlungsvermögen von Dalit Dichterinnen. Eine Analyse ausgewählter Gedichte von indischen Dalit- Autorinnen"



Ausgehend von der Darlegung der dreifachen Diskriminierung der Dalit Frauen in der indischen Gesellschaft, durch Gender, Kaste und Klasse, wird in dieser Arbeit das Handlungsvermögen von Dalit Dichterinnen betrachtet. Dafür werden fünf Gedichte von den Dalit Dichterinnen Meena Kandasamy, Challapalli Swaroopa Rani, Viljay Kumari und Darisi Sasi Nirmala mit dem Konzept des Alternativen Memory betrachtet und analysiert, inwiefern sich in den Gedichten das Handlungsvermögen von Dalit Frauen zeigt.





GISCA 12 Guccini klein

GISCA No. 12, 2017

Masterarbeit

Federica Guccini

"A Sense of 'Recognition': Negotiating Naming Practices and Identities of Overseas Chinese Students in Transcultural Spaces"



Working with several anthropological theories of migration, identification and language, this paper aims to shed light on negotiations of Chinese naming practices in transcultural social
spaces. Many Chinese youths studying abroad acquire international names in addition to their Chinese birth names that they use in different situations. The author argues that name choices are deliberate decisions, tied to a great amount of self-awareness and agency, as well as identification processes and positionalities in social space. Moreover, ‘Chineseness’ plays an important role even in the adoption of Chinese-international names, as inherently Chinese naming practices often contribute to the name choice. The research results show that names will be used contingently in different social spaces, and most often with the goal to create a ‘sense of recognition’ – the wish for an identity, or a multiplicity of identities, to be visible through the name.





GISCA 11 Müller Titelbild klein

GISCA No. 11, 2017

Masterarbeit

Max Müller

"Die vietnamesische Diaspora in Berlin: Transnationale Identitätskonstruktionen im Spannungsfeld zwischen Viet Kieu und Bindestrich-Deutscher"



Aufbauend auf einem Theorieteil zu Diaspora- und Identitätsdiskursen, sowie der Darstellung der vietnamesischen Migrationsgeschichte nach Deutschland, wird in dieser Arbeit das Zugehörigkeitsgefühl einer kleinen Gruppe von jungen Berlinern dargestellt. Alle Gesprächs- und Forschungspartner dieser Studie einte, dass ihre Eltern als sogenannte Vertrags arbeiter in der Mitte der 1980er Jahre aus Vietnam in die DDR oder in andere benachbarte Ostblock-Staaten kamen. Kurz nach dem Fall der Mauer wurde der Großteil der späteren Interviewpartner geboren, zu einer Zeit der aufenthaltsrechtlichen Unsicherheit ihrer Eltern, der offenen Diskriminierung vietnamesischer Menschen in den neuen Bundesländern, aber auch inmitten des langsamen Beheimatungsprozesses ihrer Eltern in Deutschland. Als Kinder vietnamesischer Eltern wuchsen sie in der wiedervereinigten Bundesrepublik fortan zwischen zwei verschiedenen kulturellen, moralischen und gesellschaftlichen Systemen auf. Eigene Aussagen bezüglich ihrer transnationalen Kindheit, dem Aufwachsens in Deutschland und ihrem Gefühl der Mehrfachzugehörigkeit schließen diese Arbeit.





Titelbild GISCA 10 Braunwalder 206

GISCA No. 10, 2017

Masterarbeit

Rhea Braunwalder

"Keep(ing) it in the Family?: Intergenerational Care Relationships in a Contemporary Japanese Village"



Based on 9 weeks of research on the island of Sado I unite the concepts of care, generation and the life course to examine how people observe care responsibilities in the context of depopulation and migration associated with rural Japan. I concentrate on the care of children, care of parents and care of the deceased and assert that care, understood as a socially recognized right which people have in certain life phases, is exchanged in a long term intergenerational contract. Care duties can strengthen intergenerational relationships, and can lead to frustration and the feeling of having no choice, especially amongst eldest sons who are traditionally seen as care-takers of the family. For younger generations, I observe an increased flexibility in care duties, where the contract as such seems unlikely to dissolve. The thesis is on a different level a reminder of the relevance of villages as anthropological field sites.





GISCA 9 klein

GISCA No. 09, 2017

Masterarbeit

Mark Münzel

"Jaguar und Wildschwein, eine Fabel für Menschen. Oder: Der Aufstieg des Jaguar zum Himmel, ein Karriereleitfaden für Wissenschaftler"



Der sog. „Indianische Perspektivismus“ (Perspectivismo Ameríndio) stellt einen Versuch dar, europäische Philosophie, nicht zuletzt die Machtphantasien eines faschistoid verstandenen Nietzsche, südamerikanischen Schamanen anzulasten. Das erzähle ich in Form einer Tierparabel, die den Stil südamerikanischer indianischer Tierparabeln nachahmt, dabei aber den Schematismus des Strukturalismus und des Perspektivismus karikiert.