4000 Mitglieder hat Alumni Göttingen, hunderttausende Alumni leben in aller Welt. In Zusammenarbeit mit dem Göttinger Tageblatt werden an dieser Stelle 100 bekannte frühere Studierende, erfolgreiche Botschafter der Göttinger Hochschule nach ihren Erinnerungen befragt. Heute: Wolfgang Hartwig
Zehn Fragen an 100 Ehemalige der Georg-August-Universität
Was hat Sie dazu bewogen, ein Studium in Göttingen anzutreten?
Die hohe Reputation der Georg-August Universität hinsichtlich Naturwissenschaften, Großinvestitionen in brandneue Chemieinstitute an der Tammannstrasse (Anfang der 70er) und auch die Studentenatmosphäre Göttingens.
Denke ich an Göttingen, denke ich sofort an......
… an das Gänseliesel und den Kuss – weil es Winter war, wäre ich an ihr beinahe festgefroren.
Was war für Sie in dieser Zeit ein unvergessliches Erlebnis?
Nächte im Labor, das „Heureka“ Erlebnis bei der Erfindung einer neuen Synthesemethode – aber auch: stundenlanges Kaffeetrinken mit Kommilitonen - losgeloest von allen Pflichten und natürlich: die Fahrt durch die Stadt im Doktorwagen mit Knallgasballons, die – zur Explosion gebracht – einen ohrenbetäubenden Lärm erzeugten.
Was war Ihr Lieblingslokal, beziehungsweise Ihr Lieblingsort in Göttingen?
Das Nörgelbuff mit seiner dichten, jazzigen Atmosphäre…
Welcher Hochschullehrer hat Sie beeinflusst, beziehungsweise welches Studienangebot hat Sie besonders beeindruckt?
Prof. Schoellkopf mit seiner Kunst zu fordern, fördern und zu motivieren. Prof. Hoppe mit sehr klugen Ideen und seiner Hartnäckigkeit und Prof. Laatsch, dem ich als Anfänger ein über Wochen synthetisiertes Produkt im letzten Schritt verdorben hatte und er dies mit grosser Gelassenheit hinnahm.
Womit konnte man Sie immer vom Lernen abhalten?
Jede Ausrede war gut genug um mich davon abzuhalten, mit dem Lernen zu beginnen. Sobald ich jedoch im Lernprozess war, wurde alles andere ausgeblendet und es ging nonstop zur Sache.
Was würden Sie studieren, wenn Sie heute noch einmal entscheiden könnten?
Chemie für die Neugier, Geschichte zum Spass
Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?
Unkenntnis berechtigt zu den grössten Hoffnungen – aber im Ernst:
lieber kein Motto – man hält es nicht durch. Ich sehe es wie John Lennon: Life is what happens to us while we are making other plans."
Welchen Ort in Göttingen würden Sie gerne einmal wiedersehen?
Spät nachts durch die verlassene Altstadt gehen - vermittelt Geborgenheit und Frieden und die Welt bleibt draußen.
Welchen Tipp haben Sie für heutige Studierende?
Hier kommt wieder einer von den Alten, um Euch zu sagen wie es geht: “fleissig lernen, aber auch nicht nur, das Leben dabei nicht vergessen etc.etc…" Nein, liebe Studierende, ich tue das nicht. Jede Zeit hat seine eigenen Gesetze . Es gibt keine Weltformel für Glück und Erfolg. Ihr macht es schon richtig – wenn Ihr nur wollt.