Faculty of Economic Sciences

Sein eigener Chef - Georg Heeren gründete Unternehmensberatung

Georg Heeren hat in Göttingen Betriebswirtschaftslehre mit Abschluss als Diplom-Kaufmann studiert.

1) Bei welchem Unternehmen sind Sie beschäftigt und in was für einer Position/ in welchem Bereich arbeiten Sie dort? Was sind Ihre Aufgaben?

Ich bin Geschäftsführender Gesellschafter der mayato GmbH mit Sitz in Berlin. mayato ist als Analysten- und Beraterhaus spezialisiert auf Business Intelligence. In diesen Bereichen deckt ein Team von erfahrenen IT- und BI-Architekten, Statistikern, Analysten und fachlichen Experten das komplette Spektrum an Dienstleistungen ab: mayato untersucht und evaluiert Technologien, Tools und Trends, erstellt fachliche Konzeptionen und Vorschläge für die Optimierung von Prozessen, entwirft und realisiert BI-Infrastrukturen zu deren Umsetzung und hilft bei der Analyse von Daten, insbesondere dort, wo komplexe statistische Verfahren oder Data Mining ins Spiel kommen. Technische Expertise wird ergänzt durch fachliches Knowhow in vielen Spezialgebieten wie beispielsweise Betrugserkennung oder Analytisches CRM. mayato hat aktuell 40 Mitarbeiter deutschlandweit.

Meine Aufgaben erstrecken sich von den eigentlichen Tätigkeiten eines Geschäftsführers (Vertriebsaktivitäten, Administration, Führen von Mitarbeitern, Recruiting, Personalentwicklung) bis hin zu operativen Aufgaben des Projektgeschäftes (von der Projektinitialisierung bis hin zum Projektmonitoring).


2) Wie haben Sie diese Position erlangt bzw. wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?

Nach erfolgreichem Abschluss des Studiums 1998 in Göttingen habe ich als Junior Consultant in einer Unternehmensberatung im Angestelltenverhältnis meine ersten Erfahrungen gesammelt. Mit wachsender Berufserfahrung habe ich die Stationen Teilprojektleitungen, nationale Projektleitungen, internationale Projektleitungen und Account Management in wechselnden Unternehmen durchlaufen. Schließlich bot sich im April 2007 die Gelegenheit, eine eigene Unternehmensberatung zu gründen - die mayato GmbH.


3) Wie haben Sie Ihren Berufseinstieg erlebt bzw. wie hat das Studium auf die Praxis vorbereitet?

Mit einem Wort: Kulturschock. Die Herangehensweise zur eigenständigen Problemlösung konnte ich noch am ehesten in den beruflichen Alltag transferieren. Auf die eigentlichen Herausforderungen des beruflichen Alltags fühlte ich mich nur sehr entfernt vorbereitet, aber das war auch nicht der Anspruch des Studiums – zumindest nicht der meinige.


4) Inwiefern wenden Sie Ihre im Studium erlernten Fähigkeiten und Fachkenntnisse im Beruf an?

Einige der Inhalte des BWL-Studiums sind heute noch von unschätzbarem Wert. Am wichtigsten ist aber nach wie vor die im Studium erlernte Fähigkeit, in der Fülle an zugängigen Informationen die relevanten zu erkennen und in den eigenen Lösungsansatz einzubauen. Der Glaubengrundsatz „Wissen, wo was steht, reicht!“ gilt nicht mehr – es gilt zu wissen, wo die Kerninformationen zu finden sind und wie man diese schnell von der Flut an Unnützem und Irreführendem trennt.


5) Denken Sie an Ihre Studienzeit in Göttingen zurück…

Meine ersten Erinnerungsbilder kreisen rund um den ZHG 011 und eine Einführungsveranstaltung mit ~800 WiWi-Erstsemestern. Unter der Masse der Studierenden haben meines Erachtens nach der Inhalt des Studiums und der transportierte Stoff gelitten. Andererseits wurde der individuelle Wille zum erfolgreichen Abschluss durch die Ressourcenknappheit (Plätze in Seminaren, Verfügbarkeit von Leihbüchern, Aufmerksamkeit von Dozenten etc…) sehr früh überprüft und teilweise auch geschärft.
Weitere Eindrücke handeln von dem angenehmen Teil der Studienzeit, gerne ja auch als „Persönlichkeitsentwicklung“ umschrieben, wie z.B. den Vollmondparties im Kairo.


6) Welche Tipps geben Sie Berufseinsteigern mit auf den Weg?

Glückwunsch zum Abschluss! Aber das Lernen hat gerade erst begonnen. Das Abschlusszeugnis ist die Eintrittskarte, doch vom ersten Arbeitstag an zählen dann nur noch die Meriten, die man bereit ist, sich im Job zu verdienen. Für mich erfüllt ein idealer Kandidat die folgenden Kriterien: smart, work hard, ambitious, und nice.