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Universität Göttingen






Der Vortrag 'Jenseits von "Stonewall" – Zur Geschichte der deutschen Schwulenbewegung 1969-1980' von Michael Holy findet am Donnerstag, den 24.06.2010 um 20 Uhr im ZHG 002 statt. Der Vortrag gehört zur Veranstaltungsreihe 'queerschnitt - perverse politik, geschichte und praxis', die von der LesBiSchwulen Hochschulgruppe Göttingen organisiert wird.

Auch wenn heute in Deutschland in vielen Städten mit Demonstrationen und Aktionswochen an den Aufstand der Lesben und Schwulen vor dem "Stonewall Inn" in New York vom Juni 1969 gedacht wird, hat dieses historische Ereignis für die Entstehung der zweiten Lesben- und Schwulenbewegung in Deutschland in den Anfangsjahren kaum eine Rolle gespielt. In der Bundesrepublik war es der von Rosa von Praunheim und Martin Dannecker produzierte Film "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt", der die Schwulen aufforderte, den eigenen Selbsthass zu überwinden und sich in ihren Alltagszusammenhängen als Schwule zu zeigen. Die politischen Rahmenbedingungen wurden nicht wie in den USA durch die vor allem von Schwarzen getragene Bürgerrechtsbewegung vorgegeben, sondern durch die antifaschistische und konsumkritische Gesellschaftskritik der Studentenbewegung sowie die Reformpolitik Willy Brandts.

Michael Holy war von 1973 bis ca. 1981 aktiv in der Frankfurter Schwulenbewegung tätig. Seit Anfang der 80er Jahre hat er neben seinem Beruf als EDV-Berater zum Thema "Schwulenbewegung der 70er Jahre" geforscht und publiziert. Seine private Sammlung mit Materialien der Schwulengruppen der 70er Jahre ist inzwischen im Berliner Schwulenmuseum einzusehen. Von 1995-1997 sowie 2006-2009 war er externer Berater der Hessischen Landesregierung zu Gleichstellungsfragen. Seit 2009 lebt und arbeitet Michael Holy als selbständiger Musiker und Publizist in Frankfurt am Main.

Dieser Vortrag wird gefördert aus Mitteln des Landes Niedersachsen in Zusammenarbeit mit dem Schwulen Forum Niedersachsen.