Schamanengewand
der Ewenken (Tungusen), Sibirien,
Baron von Asch-Sammlung, 18. Jhd.
Foto: Harry Hase
Erste Etage:
Nord- und Südamerika (Federschmuck Amazonas),
Ostasien
Circumpolare Region (Baron von Asch-Sammlung)
Australien
Ozeanien (Cook/Forster-Sammlung)
Zweite Etage:
Afrika
Sonderausstellungsbereich
Amerika, Asien und Ozeanien
Seit 2004 sind die Dauerausstellungen Amerika, Asien und Ozeanien im Rahmen von Museumspraktika unter der Leitung von Dr. Gundolf Krüger vollständig neu aufgebaut worden. Konzeption der Ausstellungen und Präsentation der Objekte stehen dabei bewusst in einem unübersehbaren Kontrast zur Afrika-Ausstellung. Denn um den bis ins 18. Jahrhundert zurückreichenden Altbeständen aus diesen drei Großregionen gerecht zu werden, wurden Vitrinen, die teilweise aus der Zeit des Academischen Museums der Universität Göttingen (1773 - 1840) stammen, restauriert und zu wissenschaftshistorisch relevanten Ensembles zusammengestellt.
Atmosphärisch erschließen sich dem Besucher damit Austellungsräume, die den ursprünglichen Zielsetzungen der Göttinger Studiensammlung als erstem Universitätsmusem Deutschlands gerecht zu werden versuchen.
Die zum Teil von außergewöhnlicher handwerklicher Geschicklichkeit zeugenden und in ihrer Formsprache und Ästhetik faszinierenden Kulturdokumente spiegeln im wesentlichen Verhältnisse wider, die noch unbeeinflußt vom europäischen Kontakt sind. Diese Artefakte geben mithin authentische Einblicke in das Leben verschiedener Völker der Arktis, Ostasiens sowie der Südsee (Ozeanien).
Afrika
Mit 4.500 Ethnographica bildet der Afrika-Bestand den "Löwenanteil" am Gesamtvolumen der Vökerkundlichen Sammlung in Göttingen. Um dieser Tatsache unter Berücksichtigung des hohen wissenschaftlichen Wertes dieses Bestandes gerecht zu werden, wurde die Afrika-Daueraustellung von studentischen Arbeitsgruppen unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrich Braukämper völlig neu überarbeitet. Sie verteilt sich seit dem Jahr 2000 - nach didaktischen Gesichtspunkten thematisch gegliedert - großzügig über mehrere Räume und wurde technisch mit neuen Vitrinen und Stellwänden sowie einer modernen Lichtführung ausgestattet.
Die einzelnen Ausstellungsstationen konfrontieren mit dem kulturellen Wandel, den verschiedenen Wirtschaftsweisen, dem Arbeitsleben v.a. im Bereich von Töpferei, Weberei und Metallgußtechniken, mit Aspekten traditioneller Kriegsführung, den festlichen Anlässen für die Verwendung von Musikinstrumenten sowie dem Komplex "Masken und Skulpturen" im Zusammenhang von Kult, Religion und medizinischer Praxis. Die Objektgruppen erschließen sich dem Besucher dabei zum Teil in Verbindung mit Installationen, wie zum Beispiel durch die Einrichtung einer kompletten Schmiedewerkstatt oder einer Küche bei den Kanuri im Sahelgebiet. Mit diesen lebensnahen Darstellungen verbindet sich die Zielsetzung, die Funktionen der Gegenstände für die BesucherInnen besser begreifbar zu machen und den Objekten die Fremdheit zu nehmen.