Faculty of Economic Sciences

Tolga Izgü hat an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät von 2001-2007 Wirtschaftsinformatik (Diplom) studiert.


1) Bei welchem Unternehmen sind Sie beschäftigt und in was für einer Position/ in welchem Bereich arbeiten Sie dort? Was sind Ihre Aufgaben?

Seit dem 01.01.2008 bin ich bei ABS Team GmbH, Bovenden. ABS Team unterstützt Unternehmen bei der bedarfsgerechten Einführung von SAP-Software für die Personalwirtschaft und gehört aufgrund der besonderen Erfahrung zu den wenigen Special Expertise Partnern der SAP AG in diesem Bereich. Derzeit arbeiten bei ABS Team 35 Mitarbeiter in nationalen und internationalen Projekten.

Als SAP HCM-Consultant berate ich kleine und große Unternehmen im Umfeld Human Capital Management, mit der Spezialisierung auf der Personalabrechnung. Darüber hinaus unterstütze ich Unternehmen im Rahmen von Implementierungsprojekten von der Konzeption bis hin zum Go-Live. In diesem Rahmen erstrecken sich die Tätigkeiten dann zusätzlich zur Beratung, bzw. Umsetzung noch auf Projekt/Teilprojektleitung oder Schulung der Fachabteilung im Umgang mit dem System.


2) Wie haben Sie diese Position erlangt bzw. wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?

Ich habe ursprünglich Bankkaufmann gelernt und bei der Bank nach der Ausbildung in der IT gearbeitet. Nach insgesamt fünf Jahren bei der Bank begann ich dann ein Studium der Wirtschaftsinformatik. Nach Abschluss des Studium habe ich mich beworben und fing bei ABS Team an - anfangs im Rahmen eines Trainee-Programms und mittlerweile fest angestellt als Berater.


3) Wie haben Sie Ihren Berufseinstieg erlebt bzw. wie hat das Studium auf die Praxis vorbereitet?

Die Wirtschaftsinformatik wird (richtigerweise) als Bindeglied zwischen der Wirtschaft und der IT verstanden. Daher ist das Spektrum hier sehr breit gefächert. Ob das Studium entsprechend auf den Beruf vorbereitet, hängt vor allem auch von der jeweiligen späteren Tätigkeit ab. Bei strategischer Betrachtung, was Ausrichtung, Planung und Konzeption betrifft, erhält man meines Erachtens eine sehr gute Vorbereitung. Die Praxis kann man eben nur, wie der Name sagt, durch Praxis erlernen, also durch Praktika oder Seminare, bzw. danach durch die Berufserfahrung.

Meinen Einstieg in den Beruf des SAP Consultant hat mir die Firma ABS Team GmbH durch ständiges Coaching und systematisches Aufbauen von Fachkompetenz deutlich vereinfacht. Berufseinsteiger werden im Unternehmen mit Unterstützung ihrer Mentoren (SAP Senior Berater) durch diesen Prozess begleitet und können sich gemäß ihrer Stärken spezialisieren. Man erkennt schnell, dass das Studium für die Bewährung in der beruflichen Praxis nur die Basis legen kann. Man sollte sich früh bewusst machen, dass man auch mit dem ersten Arbeitsvertrag in der Tasche nicht aufhören darf zu lernen.


4) Inwiefern wenden Sie Ihre im Studium erlernten Fähigkeiten und Fachkenntnisse im Beruf an?

Gerade im Bereich der Konzeption und Planung hat das Studium vor allem gelehrt, wie man methodisch vorgehen kann. Man weiß, ob Vorstellungen oder Visionen von Unternehmen technisch machbar sind, und kann auch in etwa abschätzen, ob dies mit einem gesetzten Budget vereinbar ist. Das liegt vor allem in der übergreifenden Perspektive (Wirtschaft und Informatik) des Studiums. Bei Verhandlungen hilft das ungemein und weist auch Fachkompetenz nach.


5) Denken Sie an Ihre Studienzeit in Göttingen zurück…

Göttingen bietet Studierenden ein wirklich gutes Umfeld, was die Ausbildung betrifft. Die Universität hat ein gutes Netzwerk zu den hiesigen Firmen, wodurch man bei Interesse evtl. leichter einen Praktikumsplatz bekommen kann. Die Stadt ist nicht zu groß, was die Wege kurz hält und man schnell von A nach B gelangt, ohne gleich lange unterwegs zu sein. Die Wohnsituation ist verbesserungsbedürftig, da Göttingen im Mietspiegel sehr weit oben liegt.

Das Gefälle zwischen den einzelnen Professoren war leider sehr stark. Das reichte vom eintönigen Vorlesen ihrer Folien bis hin zu sehr starkem Engagement, uns Studierenden wirklich etwas lehren zu wollen. Von den Letzteren wären (noch) mehr natürlich sehr wünschenswert.

Die vielen sozialen Kontakte während der Studienzeit, die Freundschaften und Lerngruppen werden mir auch immer positiv in Erinnerung bleiben, wobei die beste Zeit meines Studiums tatsächlich meine Diplomarbeit war. Hier hat sich der Lehrstuhl angefangen vom Betreuer bis hin zum Professor sehr stark interessiert gezeigt und mich in einer Form begleitet, die wirklich toll war.


6) Welche Tipps geben Sie Berufseinsteigern mit auf den Weg?

Abhängig vom ausgeübten Beruf kann man sein Wissen mal mehr, mal weniger transportieren. Das eigentliche Lernen beginnt mit dem Start des Berufs, nicht mit dem Studium. Man kann später aber immer mehr auf gewisse Techniken aus dem Studium zurückgreifen.

Die Diplomnote oder die Semesteranzahl ist für eine Einstellung nicht das Erstrangige. Das heißt nicht, dass man durch das Studium nach dem Motto „Vier gewinnt“ gehen sollte. Allerdings zeigt sich erst in der Praxis, ob man den richtigen Beruf gewählt hat oder nicht. Später weicht die Berufserfahrung dem Diplom.