Kunstgeschichtliches Seminar

Publikationen


Christian Scholl, Harald Storz (Hg.)
Sichtlich evangelisch. Die Glasfenster der Jakobikirche in Göttingen von 1900/1901 und die Hannoveraner Glasmalwerkstätten Henning & Andres und Lauterbach & Schröder, Göttingen 2017


Scholl Kirchenfenster

Sichtlich evangelisch - das sind in der mit­tel­al­ter­li­chen Ja­co­bikir­che in Göt­tin­gen vor al­lem die Glas­fens­ter von 1900/01. Im Zu­ge ei­ner um­fas­sen­den In­nen­re­no­vie­rung wur­den hier um die Jahr­hun­dert­wen­de re­for­ma­tions­ge­schicht­li­che Er­eig­nis­se und re­for­ma­to­ri­sche Glau­bens­über­zeu­gun­gen in Bil­der ge­fasst. Heu­te zeu­gen die­se Fens­ter von der ganz ei­gen­en, nicht sel­ten aktu­ali­sieren­den Sicht auf die Refor­mations­zeit. Gleich­zeitig geben sie Ein­blicke in das ein­drucks­volle künst­ler­ische Ver­mögen der aus­füh­renden Glas­maler. Der vor­liegende Kata­log stellt diese Fens­ter zum ers­ten Mal in um­fas­sender Wei­se vor. Er er­schließt ihre Ent­wurfs­ge­schich­te, ihr theo­lo­gi­sches und künst­leri­sches Pro­gramm so­wie ihre ge­stal­teri­sche Aus­füh­rung. Wei­ter­führen­de Bei­träge widmen sich der his­toris­tischen Reno­vierung der Jacobi­kirche, in deren Zusam­men­hang die Fens­ter ent­standen, so­wie dem Schaf­fen der be­deu­ten­den Hanno­veraner Glas­malwerk­stätten Hen­ning & Andres sowie Lau­ter­bach & Schrö­der, das hier erst­mals für die For­schung er­schlos­sen wird.

Er­schienen im Göttinger Universitätsverlag, DIN A4, 119 S. mit Farb­abbildungen; ISBN: 978-3-86395-302-7.



Ivan Gaskell, Martin van Gelderen (Hg.)
Sturm der Bilder - Bürger, Moral und Politik in den Nieder­landen 1515-1616, Göttingen 2016


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Zwischen 1515 und 1616 erlebten die Nieder­lande stürmische Zeiten. Hu­ma­nist­en wie Eras­mus von Rotter­dam und Künst­ler wie Pieter Bruegel der Ältere und Hen­drick Goltzius führ­ten die Re­nais­sance im Norden zu ihrem Höhe­punkt. Zeit­gleich löste die pro­testan­tische Re­for­mation vehe­mente reli­giöse Kon­flikte aus. Der Auf­stand gegen die "spanische Tyrannei" Philipps II. und seiner Re­gierung und der damit ein­her­gehende achtzig­jährige Un­abhängigkeits­krieg er­schütterten die Nieder­lande in der zweiten Hälfte des 16. Jahr­hunderts zutiefst. Daraus ging die nieder­ländische Re­publik hervor und es be­gann das "Goldene Zeit­alter".
Sturm der Bilder kom­mentiert die Druck­graphik aus dieser be­wegten Zeit, die nicht zu­letzt einen ikono­klastisch­en Bilder­sturm zu ver­kraften hat­te. Die inter­disziplinär an­gelegten Essays und der in­novative Katalog er­kunden und inter­pretieren Leben und Werk von heraus­ragenden Pam­phletisten, Poeten, Künstlern und Kupfer­stechern wie Lucas van Leyden, Dirck Volckertsz Coorn­hert, Maarten van Heems­kerk, Frans Floris, Pieter Bruegel dem Älteren, Wil­lem van Haecht und Hen­drick Goltz­ius.

IVAN GASKELL ist Pro­fessor, Cu­rator und Head des Focus Gallery Project am Bard Gra­duate in New York.

MARTIN VAN GELDEREN ist Di­rektor des Lichten­berg-Kol­legs und Pro­fessor für Euro­pean Intel­lectual History an der Georg-August-Universität in Göt­tingen.


Er­schienen im Göttinger Verlag der Kunst, 26 x 21 cm, 188 S. mit 91 Farb­abbildungen; ISBN: 978-3-945869-04-8.


Julia Hümme, Michael Thimann
Friedrich Overbeck (1789-1869) in Wien. Unbekannte Zeichnungen aus dem Ostholstein-Museum Eutin, Kiel 2016


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Friedrich Over­beck war ein heraus­ragender Maler und Zeichner der deutschen Ro­mantik. Er gilt heut­zutage als Haupt­vertreter der Nazarener und wichtiger Er­neuerer des re­ligiösen Bildes im 19. Jahr­hundert. Vor allem seine Hand­zeichnungen werden bis auf den heutigen Tag hoch ge­schätzt. Im Ostholstein-­Museum in Eutin be­findet sich eine Mappe mit 19 frühen Zeichen­blättern Over­becks, die bisher un­bekannt ge­blieben sind. Fast alle diese Blätter ent­standen zwischen 1806 und 1809 in Wien, wo Over­beck zu­sammen mit Franz Pforr die Akademie be­suchte. Die Zeich­nungen dokumentieren einer­seits die zeit­genössischen Ver­fahren, mit denen dort die Kunst ge­lehrt wurde; ander­er­seits sind sie aber auch Zeug­nisse eines sich mit großer Be­gabung emanzipierenden Zeichen­schülers auf dem Weg zu sich selbst. Die früh­romantische Er­neuerung der Kunst um 1800 er­folgte aus dem Geist der Hand­zeichnung. Die hier erst­mals vor­gestellten Zeichnungen ver­deutlichen, welchen Anteil Over­beck an dieser Ent­wicklung hatte und wie er zur zentralen Fi­gur des "Lukas­bundes", dem be­deutendsten Künstler­bund der Romantik, wurde.


Erschienen bei Verlag Ludwig, 29 x 22 cm, 124 S. mit 91 Farb­abbildungen; ISBN: 978-3-86935-299-2.


Christine Hübner
Simon Quaglio. Theatermalerei und Bühnenbild in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Berlin 2016


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In der Außen­wahr­neh­mung des 19. Jahr­hunderts wurde die Theater­malerei, das Ent­werfen und Aus­führen von Bühnen­deko­rationen, meist als Hand­werk und un­lieb­samer Brot­beruf für bild­ende Künstler ver­stan­den; die aus­ge­führten Bühnen­bilder be­saßen nur selten den Sta­tus eigen­ständiger Kunst­werke. Die Pu­blikation dis­kutiert am Bei­spiel des Münchener Hof­theater­malers Si­mon Quaglio (1795-1878) erst­mals die Theater­malerei in ihrem Status als künstler­ische Gat­tung. So wird sicht­bar, wie die Kunst­ent­wicklung und die kunst­theo­retischen Dis­kurse der Zeit einen direkt­en Ein­fluss so­wohl auf die Ästhetik der Bühnen­deko­rationen als auch auf das Selbst­ver­ständnis der Theater­maler ge­nommen haben. Zu­gleich entsteht dabei ein dichtes Bild der Münchener Theater­praxis im 19. Jahr­hundert.



Erschienen bei De Gruyter, Ars et Scientia, Bd. 15, 24,6 x 18,2 cm, 437 S. mit zahl­reichen S/W- und Farb­abbildungen; ISBN13: 978-3-11-046064-3.



Marion Hilliges, Christian Scholl (Hrsg.), Göttingen 2016
Gilly - Weinbrenner - Schinkel. Baukunst auf Papier zwischen Gotik und Klassizismus


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Fünf be­deutende Kon­volute von Architektur­zeich­nungen und -re­produktionen aus den Beständen der Göttinger Universitäts­kunst­sammlung und der Nieder­sächsischen Staats- und Universitäts­bibliothek Göttingen werden in der Aus­stellung "Gilly - Wein­brenner - Schinkel" erst­mals ge­meinsam ge­zeigt. Eine be­sondere Entdeckung bieten dabei Friedrich Gillys Ent­würfe für ein Theater in Stettin: Es sind die früh­esten über­haupt be­kannten, über­dies brillant in Szene gesetzten Zeichnungen des früh ver­storbenen Lehrers von Karl Frie­drich Schinkel. Weitere Ein­blicke in die Architekten­praxis um 1800 ver­mittelt eine Mappe mit Zeich­nungen für ein Theater in Königs­berg, die ver­mutlich Carl Ferdinand Lang­hans nach Ent­würfen Gillys an­gefertigt hat. Von der Mittel­alter-Faszination dieser Zeit zeugt Friedrich Fricks eben­falls nach Vorl­agen Gillys ge­druckte Aqua­tinta-Serie "Schloss Marien­burg in Preußen". Für einen prag­matischen, aber nicht minder be­merkenswerten Um­gang mit mittel­alterlicher Bau­substanz stehen Friedrich Wein­brenners Ent­würfe für den Um­bau der Göttinger Pauliner­kirche zur Universitäts­bibliothek. Und schließlich be­legen Karl Frie­drich Schinkels druck­graphisch re­produzierten Ent­würfe für einen Königs­palast auf der Akropolis in Athen, wie lange man im 19. Jahr­hundert an einer schöpferischen Er­neuerung des griechischen Alter­tums arbeitete. Die im Katalog erfassten Zeich­nungen und Drucke laden dazu ein, Um­brüche und Leit­motive in der Architektur­darstellung um und nach 1800 nach­zu­vollziehen. Fünf ein­leitende Auf­sätze eröffnen zu­sätzliche Forschungs­perspektiven. So wird die Möglichkeit geboten, Motive, Funktionen und Wirkungs­weisen von Bau­kunst auf Papier zwischen Klassizismus und Gotik­rezeption anhand be­sonders attraktiver Werke zu ver­folgen.


Erschienen im Universitätsver­lag Göttingen, DIN A4, 194 Seiten mit zahl­reichen S/W- und Farb­abbildungen; ISBN13: 978-3-86395-264-8.


Anne-Katrin Sors, Stephan Brakensiek, Anette Michels (Hg.)
Copy.Right. Adam von Bartsch.
Kunst – Kommerz – Kennerschaft, Petersberg 2016


Bartsch Cover Publikation

Die Zeit um 1800 war eine Epoche des gesell­schaftlichen wie wissen­schaftlichen Umbruchs. Auch im Bereich der Kunst verdichtete sich die Dis­kussion über den Wert der Kunst, ihr Studium und den Aspekt, den Kenner­schaft dabei zu spielen hatte. Inner­halb dieses Prozesses kam der Reproduktions­graphik nach Hand­zeich­nungen eine wachsende Be­deutung zu, denn man verstand die auf Papier realisierten Kunst­werke als vielfach erste, unmittelbare Formu­lierungen der künstler­ischen Idee und somit als Aus­druck ihres Genies. Das Geheimnis lag in der Komp­osition und in den sie indi­viduell reali­sierenden Strichen, die nun mittels der Reproduktions­graphik angemessen und nach­vollziehbar einem größeren Publikum zu Studien- und Bildungs­zwecken zur Verfügung gestellt werden konnten. Das adäquate Kopieren – copy.right, verstanden als künstler­ische Über­setzung des Vor­bilds, erreichte eine neue Qualität, die mit inno­vativen Druck­techniken verbunden war. In diesem Prozess spielte Adam von Bartsch (1757–1821) eine wichtige Rolle. Als Kustos der Gra­phischen Sammlung der Wiener Hof­bibliothek ist er heute Fach­wissenschaftlern als »Vater der wissen­schaftlichen Kupfer­stichkunde« und Autor des »Peintre-Graveur« bekannt. Er war aber gleich­zeitig ein subtiler, hoch­versierter Re­produktions­graphiker. In Bartschs wissen­schaftlichem wie künstlerischem OEuvre spiegelt sich der zeit­genössische Diskurs über Originalität und den Wert der Druckgraphik – Aspekte, die aktuell diskutiert werden. Das Buch eröffnet damit neue Perspek­tiven zu Kunst, Kommerz und Kenner­schaft um 1800.


Erschienen im Michael Imhof Verlag 24,5 x 32 cm, 352 Seiten mit zahlreichen S/W-Abbildungen; ISBN13: 978-3-7319-0367-3.


Anne-Katrin Sors
Allegorische Andachtsbücher in Antwerpen
Jan Davids Texte und Theodoor Galles Illustrationen in den jesuitischen Buchprojekten der Plantiniana, Göttingen 2015


Publikation Sors Allegorische Andachtsbilder

Die bei Plantin-Moretus um 1600 in Antwerpen ge­druckten, von Jan David SJ ver­fassten und durch Theodoor Galle auf­wendig illustrierten Andachts­bücher werden erst­mals voll­ständig und sys­tematisch, unter Be­rück­sichtigung der Texte und zu­gehöriger Bilder, vor­gestellt und un­ter­sucht. Deren kom­plexe Kupfer­stich­er­fin­dung­en sind nicht - wie bislang angenommen - Em­blem­varianten, sondern stellen ein gänzlich an­ders funk­tionierendes System der Text- und Bild-Synthese dar. Der jeweiligen Andachts-, Erbauungs- oder Lehr­funktion ent­sprechend verbild­lichen die Kupfer­stiche Allegorisierungen moralischer und religiöser Didaxe, bildinterne Lettern und bei­gefügte Erläu­terungen erschließen Inhalte und stellen den Bezug zu den ver­bild­lichten Texten her. Analyse der unterschiedlichen Text-Bild-Ver­schrän­kungen in den vier Büchern, Her­leitung der Buch­staben­ver­weis­sys­teme, buch­geschicht­liche Ein­ordnung, Ent­steh­ungs­umstände, Kon­zep­tions­geschichte, funktionale Be­stimmungen und Re­zep­ti­onen der Bücher und Bilder werden umfassend geklärt. Neben Veridicus Christianus (1601), Occasio Arrepta Neglecta (1605), Paradisus Sponsi et Sponsae (1607) und Duodecim Specula (1610) wurde auch das umfangreiche und viel rezipierte, von Boetius a Bolswert illustrierte Via Vitae Aeternae (1620) des Antoine Sucquet SJ ausführlich behandelt.


Erschienen im Universitätsverlag Göttingen, 17x24 cm, 491 Seiten mit zahlreichen Abbildungen; ISBN13: 978-3-86395-234-1. Die Online-Ausgabe kann beim Universitäts­verlag kostenlos herunter­geladen werden.


Christian Scholl
C. D. Friedrich und seine Zeit, Göttingen 2015


C.D. Friedrich und seine Zeit

Caspar David Friedrich hat Bilder ge­schaffen, die sich un­aus­lösch­lich ins Ge­dächt­nis ein­prägen. Wer den Mönch am Meer, Das Eis­meer, die Kreide­felsen auf Rügen oder den Wan­derer über dem Nebel­meer ein­mal ge­sehen hat, wird sie nicht mehr ver­gessen. Wie kaum ein anderer Künstler seiner Zeit konnte Friedrich Natur­stimmun­gen er­fassen und Nebel, Dunst, Abend- und Morgen­rot, Mond­licht, aber auch strahlen­den Sonnen­schein malen. Das ge­nügte ihm jedoch nicht. Seine Bilder sind immer auch auf eine be­sondere Weise kom­poniert. Sie er­scheinen da­durch ge­dank­lich auf­ge­laden und ver­rätselt. Mit seiner in­di­vi­duellen Sicht auf die Natur wird Friedrich zu einem Haupt­ver­treter der Romantik. Die Mono­grafie führt den Leser in das Schaffen des Künstlers ein. Wie ver­lief Friedrichs Lauf­bahn als Land­schafts­maler? Wie ent­wickelte er seine Bilder – von der Skizze bis zum vollen­deten Ge­mälde? Wie ver­trieb er sie auf dem Kunst­markt? Mit welchen Zeit­ge­nossen stand er im Aus­tausch? Und wie kam es, dass Fried­rich heute zu den be­kanntesten deutschen Künstlern über­haupt zählt?


Erschienen in der Verlagsgruppe Seemann Henschel, 144 Seiten mit 81 farbigen und 7 s/w-Abbildungen; ISBN13: 978-3-86502-364-3.


Jens Reiche, Christian Scholl (Hg.)
Göttinger Kirchen des Mittelalters, Göttingen 2015


Göttinger Kirchen

Die Stadt Göttingen be­her­bergt viele und wichtige mittel­alter­liche Kirchen. Das Panorama der Bau­ge­schichten, der Nutzungen und der Formen­viel­falt reicht vom 13. zum 16. Jahr­hundert und sogar bis in die Gegen­wart, da die Kirchen auch später immer wieder ver­ändert worden sind. Die Kirchen­bauten sind das sicht­barste Zeug­nis einer längst ver­gangenen Epoche. Das Buch hebt diesen Schatz und nimmt den Leser auf eine Zeit­reise mit, bei der die sechs er­haltenen Kirchen in bisher nie da­ge­wesener Weise aus­führlich unter­sucht werden.


Erschienen im Universitätsverlag Göttingen, ca. 17 x 24 cm, 440 Seiten mit zahlreichen Abbildungen; ISBN13: 978-3-86395-192-4. Die Online-Ausgabe kann beim Universitäts­verlag kostenlos herunter­geladen werden.


Michael Thimann, Christine Hübner (Hg.)
Sterbliche Götter. Raffael und Dürer in der Kunst der deutschen Romantik, Göttingen 2015


Katalog Sterbliche Götter Icon

Zu einer tragenden Idee der deutschen Romantik gehört die Freund­schaft der Renaissance-Künstler Raffaello Sanzio (1483- 1520) und Albrecht Dürer (1471-1528). Oftmals wurden die beiden Künst­ler zusammen und sogar "Hand in Hand" dargestellt, obwohl sie sich im Leben nie begegnet sind. Es war eine äußerst produktive Vor­stellung von Dichtern, Malern und Kunst­historikern der Romantik, dass Raffael und Dürer als geistes­verwandte Ausnahme­künstler des Nordens und des Südens hätten befreundet sein können. Den beiden Muster­künstlern Italiens und Deutschlands sollte wiederum in der Gegen­wart künst­lerisch, moralisch und biographisch nach­geahmt werden. Die Vereinigung der Leistungen beider Maler, die Ver­schmelzung von Charakter und Ideal, von Nord und Süd, von "Italia" und "Germania" wurde zu einem Haupt­anliegen der Romantik. Die Ausstellung und das Katalog­buch versuchen die Rekon­struktion dieser zentralen Idee in der Kunst­theorie der deutschen Romantik, die Licht auf die Ent­stehung von Haupt­werken der Epoche wie Friedrich Overbecks berühmtes Gemälde Italia und Germania wirft.

Erschienen im Michael Imhof Verlag, 24 x 30, 400 Seiten, 273 Farbabbildungen, Broschur; ISBN 978-3-7319-0198-3.



Michael Thimann
Friedrich Overbeck und die Bildkonzepte des 19. Jahrhunderts, Regensburg 2014


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Overbeck ist vor allem als Historien­maler tätig geworden und hat seine Gemälde als viel­schichtige religiöse Allegorien konzipiert. Keines­wegs wollen diese nur Illustration der Bibel sein, sondern bieten Handlungs­an­wei­sungen für den Betrachter. Overbecks Bilder sind Reflexions­flächen für die religiöse Ver­senkung in die Gegen­stände, die zumeist der Christus­geschichte ent­stammen. Gelang es Overbeck, die um 1800 zentrale Forderung nach künstlerischer Autonomie mit dem romantischen Wunsch nach der Zweck­gebunden­heit der religiösen Kunst wieder in Ein­klang zu bringen? Im Zentrum steht die intellektuelle Bio­graphie des Malers, die seine Bildungs­geschichte im zeit­genössischen Kontext situiert. Er kon­vertierte 1813 zum Katholizismus und folgte damit seiner Be­stimmung zum religiösen Maler. Auf der Grund­lage des systematisch aus­gewerteten hand­schriftlichen Nach­lasses wird Overbecks religiöses Kunst­konzept rekonstruiert. Zudem wird das gesamte künstlerische Werk analysiert und erstmals dabei das nazarenische Christus­bild intensiv unter­sucht.

Erschienen im Verlag Schnell und Steiner, ca. 21 x 28 cm, 488 Seiten mit zahlreichen Abbildungen; ISBN 978-3-7954-2728-3.



Anne-Katrin Sors (Hg.)
Die Englische Manier - Mezzotinto als Medium druckgrafischer Reproduktion und Innovation, Göttingen 2014


Die Englische Manier Cover

Die Schabkunst, aufgrund ihrer besonderen Blüte im englischen 18. Jahrhundert zur Zeit der Personal­union hannoverscher Herzogs- und britischer Königs­würde auch "Englische Manier" genannt, ist die erste grafische Technik, in der über Linie und Schraffur hinaus flächige Tonwerte und Ton­wert­ab­stufungen geschaffen werden konnten. Malerische Werte ließen sich er­zeugen und malerische Werke nach­bilden. Anders als in den linien­ge­bundenen Techniken des Kupfer­stichs und der Radierung er­mög­lichten mechanische Auf­rauhung und deren dosierte Glättung Töne von samtigem Schwarz bis zu reinem Weiß. Er­findung und Per­fektionierung, Nutzung und Ver­breitung, Traditions­bildung und Experimental­potential dieser druck­grafischen Technik können anhand der Schab­kunst­werke der Grafischen Sammlung der Uni­versi­tät Göttingen und einiger Leih­gaben vor­ge­führt werden: 105 Werke de­monstrieren erste Ex­perimente deutscher und nieder­ländischer Laien und Künstler, tech­nische Per­fektionierungen in den druck­grafischen Zentren Augsburg und Nürnberg, Adaptionen in Frankreich und Italien, Ver­selb­ständigung des Mediums in England und ex­perimentelle Ver­wendung als künstlerisches Ausdrucks­mittel in der deutschen Früh­moderne. Funktions­gebundene Nutzung als Medium der Gemälde­reproduktion und lebens­nahen Bildnis­kunst, und erst­mals als Natur­nähe er­möglichendes Dokumentations­mittel in den früh­neu­zeitlichen Natur­wissenschaften werden thematisiert.

Erschienen im Universitätsverlag Göttingen, ca. 17 x 24 cm, 293 Seiten mit zahlreichen Abbildungen; ISBN 978-3-86395-162-7.
Die Online-Ausgabe kann beim Universitäts­verlag kostenlos herun­ter­geladen werden.



Manfred Luchterhandt, Lisa Roemer, Johannes Bergemann, Daniel Graepler (Hg.)
abgekupfert – Roms Antiken in den Reproduktionsmedien der Frühen Neuzeit, Petersberg 2013


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Antike Statuen wie der Laokoon, der Apoll oder der Torso Belvedere prägten bis in die Moderne den Kanon des europäischen Kunst­­diskurses. Die Ausstellung und der begleitende Katalog thematisieren die Formen und Medien der Auseinander­setzung mit den Antiken Roms, durch welche diese für eine breite Öffentlichkeit überhaupt verfügbar wurden: von der Ent­stehung römischer Antiken­­­sammlungen und ihrer Be­deutung für Künstler und Antiquare über die serielle Erschließung und Vermarktung durch Stiche und Druckschriften bis hin zu den ersten systematischen Gipsabguss­­sammlungen im Kontext des universitären Studiums. Dem reich be­bilderten Katalog von ca. 100 Exponaten aus den historischen Göttinger Universitäts­­sammlungen (Hand­zeichnungen, Druck­graphiken, Druck­schriften, Gips­abgusse) sind einführende Aufsätze ausgewiesener Experten vorangestellt.

Erschienen im Michael Imhof Verlag, 17 x 24 cm, 416 Seiten mit ca. 180 Abbildungen; ISBN: 978-3-86568-949-8.

...proves fascinating and casts a new light on the birth of archaeology as an academic discipline... (Print Quarterly 30/2, 2015)



Christian Scholl, Anne-Katrin Sors (Hg.)
Akademische Strenge und künstlerische Freiheit. Die Gemälde des 19. Jahrhunderts in der Kunstsammlung der Universität Göttingen Bestandskatalog, Göttingen 2013


Buchcover Akademische Strenge und künstlerische Freiheit 2013


Die Kunst­sammlung der Uni­versi­tät Göttingen ist vor allem für ihren Bestand an Nieder­ländischer Kunst des 17. Jahr­hunderts be­kannt. Dass sie darüber hinaus auch eine Kollektion von Gemälden des 19. Jahr­hunderts umfasst, die einige wirkliche Schätze enthält, gleicht einer Neu­ent­deckung. Diese Kollektion wird hier erstmals in einem eigenen Bestands­katalog vorgestellt. Obwohl es sich um eine eher kleine Sammlung handelt, erweist sich diese doch als er­staunlich re­prä­sentativ, um das Kunst­ver­ständnis des 19. Jahr­hunderts mit seinen wechselnden Prämissen sowie kunst­theoretischen und künstlerischen Aus­einander­setzungen an konkreten Kunst­werken auf­zu­zeigen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Gattungs­theorie: Die seit der Frühen Neuzeit vertretene Aus­diffe­renzierung der Malerei in profane und religiöse Historie, Genre, Land­schaft, Still­leben, Tier­stück und Porträt wurde über das gesamte 19. Jahrhundert hinweg kontrovers dis­kutiert, blieb aber als wert­setzendes System lange präsent. Der vor­liegende, von Dozenten und Studierenden des Kunst­geschichtlichen Seminars der Uni­versität Göttingen gemeinsam erarbeitete Bestands­katalog nutzt die Gattungs­theorie als "roten Faden", um eine historische Perspektive auf den Be­stand der Gemälde des 19. Jahr­hunderts in der Göttinger Universitäts­kunst­sammlung an­zu­bieten.

Erschienen im Universitätsverlag Göttingen, ca. 17 x 24 cm, 353 Seiten mit zahlreichen Abbildungen; ISBN: 978-3-86395-102-3.



Jochen Luckhardt, Carsten-Peter Warncke (Hg.), Nicole Brüderle (bearb.), Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig, Kunstmuseum des Landes Niedersachsen
Gläser des 16. bis 19. Jahrhunderts, Petersberg 2013


Publikation Glassammlung Warncke

Die Glas­sammlung des Herzog Anton Ulrich-Museums ist eine der be­deutendsten Samm­lungen dieser Art in Nord­deutschland und zählt etwa 130 Objekte. Ihr Schwer­punkt liegt auf der Hohl­glas­pro­duktion des 18. Jahr­hunderts. Die Be­stände reichen von nord­italienischen Ge­fäßen des 16. Jahr­hunderts bis zu Gläsern des 19. Jahr­hun­derts, haupt­sächlich aus dem branden­burgischen, sächsischen, böhmischen und schlesischen Raum. Vor allem sind ge­schnittene Hohl­gläser aus den welfischen Glas­hütten Lauenstein und Schorborn ver­treten. Als Sonder­be­stand ist die 15 Exponate um­fassende Gruppe der Relief­täfelchen aus dem 17. Jahr­hundert zu nennen. Der Katalog stellt die Objekte der Sammlung detailliert in Wort und Bild vor.

Erschienen im Michael Imhof Verlag, ca. 22 x 30 cm, 256 Seiten mit 141 Farb­- und 20 S/W-Abbildungen; ISBN: 978-3-86568-935-1.



Harald Klinke, Lars Stamm (Hg.)
Bilder der Gegenwart. Aspekte und Perspektiven des digitalen Wandels, Göttingen 2013


bilderdergegenwartverkleinert

Wir Menschen produzieren und rezipieren mehr Bilder als jemals zuvor in der Ge­­schichte. Digitale Foto­grafie, Face­book, Google Street View, Computer­­spiele: Zahl­­reiche Bei­spiele machen deutlich, dass digitale Bilder unseren All­tag dominieren. Doch was ist das digitale Bild im Unter­­schied zum analogen? Wie kommunizieren wir heute mit Bildern? Ist das digitale Bild ver­ant­wortlich für einen Paradigmen­­wechsel, der eine neue Bild­t­heorie not­­wendig macht? Ändert sich über­haupt etwas im Hin­­blick auf den Geb­rauch und die Funktion? Bringt die Immaterialität der Bilder eine ver­änderte Ästhetik hervor? Und schließlich: Was ist die Zukunft des digitalen Bildes? Diese Fragen werden in diesem Band von Autoren der Fächer Kunst­ge­schichte, Philosophie und Kultur­anthropologie im Rahmen eines studentischen Forschungs­projektes be­handelt. Die einzelnen Bei­träge geben einen Ein­blick in die gegen­wärtige Forschung zum digitalen Bild aus einem kunst- und bild­wissenschaftlichen Blick­winkel heraus.

Erschienen im Graphentis Verlag, 168 Seiten mit zahlreichen Abbildungen; ISBN: 978-3-942819-02-2.



Heiko Damm, Michael Thimann, Claus Zittel (eds.)
The Artist as Reader. On Education and Non-Education of Early Modern Artists, Leiden [u.a.]: Brill 2012


Artist as Reader Cover

Reading is apparently the greatest proof of refinement when viewed within the context of the social climb of the visual artist. It is only as reader that the artist can participate in the exclusive culture of clerics, humanists, rulers and courtiers. How did it come about that such a figure was integrated into the general history-of-knowledge context of research on the early modern period – in order to outline what artists’ reading specifically entails. Based on the history of knowledge, the contributions to this volume will then correspondingly elucidate various aspects of how, in the early modern period, artists’ education, knowledge, reading and libraries were related to the ways in which they presented themselves.The volume endeavours at long last to go beyond merely publishing inventories by investigating the problem of artists’ libraries with a fundamentally stronger emphasis on a discourse-analytical and history-of-knowledge approach.

Erschienen im Brill Academic Pub, ca. 521 Seiten mit zahlreichen Farb- und SW-Abbildungen, 24,2 x 16 cm, Hardcover;
ISBN: 978-9004242234.



Christian Scholl (Hg.)
Revisionen der Romantik. Zur Rezeption der „neudeutschen Malerei“ 1817-1906, Berlin 2012

Unter Mitarbeit von Kerstin Schwedes und Reinhard Spiekermann

Scholl Publikation Revisionen der Romantik

Der aktuelle Kanon romantischer Bild­kunst in Deutschland ist das Resultat um­­fassender Re­visions­­vorgänge. Diese setzten bereits im 19. Jahr­hundert selbst ein und kulminierten in der „Jahr­hundert­­ausstellung deutscher Kunst" (1775-1875), die 1906 in der Berliner National­galerie statt­fand. Unter den Vor­­zeichen der Moderne wurden damals die Prä­missen zur Be­­wertung und Inter­­pretation von Kunst auf nach­­haltige Weise neu ge­fasst. Die vor­­liegende, rezeptions­ge­schichtliche Studie er­schließt an­hand zeit­­genössischer Quellen die Voraus­­setzungen dieser bis heute wirk­samen Um­deutung und nimmt dafür die Zeit zwischen der Etablierung der romantischen, von den Zeit­­genossen als „neudeutsch“ be­zeichneten Malerei nach 1800 und der „Jahrhundert­­ausstellung“ in den Blick. Sie unter­sucht, wie sich die Sicht auf die Malerei der Romantik in diesem Zeit­­raum verändert hat und wie dies mit dem wechselnden Ver­­ständnis von der Funktions- und Wirkungs­­weise von Kunst zu­sammen­­hängt. Damit wird eine Brücke zwischen dem Kunst- und Bild­­ver­ständnis der Romantik und der Moderne ge­schlagen, wobei die Studie zu­gleich Per­spektiven auf eigen­­ständige und aus heutiger Sicht durchaus „fremde“ Konzepte des 19. Jahr­hunderts eröffnet, welche sich einer te­leologischen Inter­­pretations­weise letztlich ent­ziehen.

Erschienen im Akademie Verlag, Ars et Scientia, Bd. 3, 735 Seiten mit 20 SW-Abbildungen; ISBN: 978-3-05-005942-6.



Thomas Noll, Carsten-Peter Warncke (Hg.)
Kunst und Frömmigkeit in Göttingen. Die Altarbilder des späten Mittelalters, Göttingen 2012


Kunst und Frömmigkeit

Die Stadt Göttingen besitzt eine beachtliche Zahl an Altar­retabeln des späten Mittel­alters, die zum Teil von hoch­qualität­vollem und ikono­graphisch exzeptionellem Rang sind. Einige der Werke befinden sich noch heute an ihrem ur­sprünglichen Auf­stellungs­ort. Der vor­liegende Aufsatz­band, basierend auf einer viel­beachteten Vorlesungs­reihe, stellt sämt­liche voll­ständig oder größten­­teils erhaltene Altar­­bilder vor. Sie stammen aus dem Zeit­­raum vom aus­gehenden 14. bis zum frühen 16. Jahr­­hundert. Neben hoch­­karätigen Einzel­­beiträgen umfasst das Werk einen auf­­wendigen Farb­teil, der diese bisher zum Teil noch nicht publi­zierten Altar­­bilder detail­reich und voll­ständig zeigt. Das Buch bietet somit ein Grund­­lagen­werk und lenkt den Blick auf eine Kunst­­region, deren spät­mittel­­alterliche Kultur­­schätze bisher wenig beachtet wurden.

Erschienen im Deutschen Kunstverlag, ca. 248 Seiten mit ca. 60 Farb- und 90 SW-Abbildungen und einem Tafelteil, 19,5 x 26 cm, Broschur; ISBN: 978-3-422-07089-9.



Christian Scholl/ Anne-Katrin Sors (Hg.)
Vor den Gemälden: Eduard Bendemann zeichnet.
Bestandskatalog der Zeichnungen eines Hauptvertreters der Düsseldorfer Malerschule in der Göttinger Universitätskunstsammlung, Göttingen 2012

BendemannCover

Zu den besonderen Schätzen der Göt­tinger Uni­versitäts­­kunst­­sammlung ge­hören 129 Zeich­nungen auf 92 Blatt sowie drei Skizzen­­­bücher von Eduard Bende­mann (1811-1889).
Kulturell viel­seitig ver­netzt, war dieser Künstler einer der be­deutendsten Ver­treter der Düssel­­dorfer Maler­­schule und sorgte gerade in den 1830er und -40er Jahren mit seinen Ge­mälden europa­­weit für großes Auf­­sehen. Der um­fang­reiche Göttinger Bendemann-­Bestand wird hier erst­mals voll­­ständig in einem Kata­log vor­gestellt, der zu­gleich als Be­gleit­­band zu einer Aus­stellung dieser Werke fungiert. Einen Groß­­teil der hier prä­sen­tierten Zeich­nungen schuf Bendemann als vor­be­reitende Studien zu kom­plexen Historien­­bildern. Vor den Gemälden: Eduard Bendemann zeichnet – unter diesem Motto gewähren Kata­log und Aus­stellung Ein­blicke in die faszinierende Welt aka­de­mischer Kom­ponier­­praxis des 19. Jahr­hunderts und führen zu­gleich in deren his­to­rische und (kunst-)politische Grund­lagen ein. Sie wid­men sich einer Zeit, die von funda­men­talen Um­­brüchen, aber auch einem nahezu un­­er­schütter­lichen Ver­trauen in die Wir­kung von Kunst ge­prägt wurde.

Erschienen im Universitätsverlag Göttingen, Hardcover, 355 Seiten mit zahlreichen Farbtafeln und SW-Abbildungen, DIN A4; ISBN: 978-3-86395-083-5.