Faculty of Economic Sciences

Verantwortlich für die Internationalisierungsstrategie des Bereichs Finanzen

Muhamad Said Chahrour hat von Oktober 2007 bis Juli 2010 Betriebswirtschaftslehre (Bachelor) an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen studiert.


1) Bei welchem Unternehmen sind Sie beschäftigt und in was für einer Position/ in welchem Bereich arbeiten Sie dort? Was sind Ihre Aufgaben?

Ich bin bei der börsennotierten FinTech Group AG als Head Finance International angestellt und bin primär für die Internationalisierungsstrategie des Bereichs Finanzen verantwortlich. Dabei leite ich projektverantwortend die Umstellung auf die internationalen Rechnungslegungsvorschriften "International Financial Reporting Standards" (IFRS), begleite unseren CEO zu Investorenterminen und bin Ansprechpartner für Wirtschaftsprüfer, Aktien-Analysten und sonstigen Stakeholdern. Außerdem begleite ich nach dem Kauf eines Unternehmens den Integrationsprozess.


2) Wie haben Sie diese Position erlangt bzw. wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?

Nach ca. 1,5 Jahren bei PwC im Bereich "Mergers & Acquisitions" (M&A) und "Transaction Services" habe ich die Möglichkeit bekommen, bei einem Venture von Rocket Internet die Position als Head of Finance/ CFO anzunehmen. Dort habe ich über ein Jahr lang den Aufbau und die Entwicklung des Finanzbereichs (Buchhaltung, Controlling, Investor Relations) in unserem Berliner Firmensitz sowie in Ländern wie beispielsweise Myanmar, Sri Lanka und Bangladesch geleitet. Über eine eigene Idee im Bereich FinTech bin ich in Kontakt mit dem CEO der FinTech Group gekommen, der mir meine jetzige Stelle anbot.


3) Wie haben Sie Ihren Berufseinstieg erlebt bzw. wie hat das Studium auf die Praxis vorbereitet?

Der Einstieg bei einer zu den "Big4" gehörenden Unternehmensberatung vermittelt wesentliches Handwerkszeug, das man im Laufe der Karriere immer wieder nutzen muss und kann. Dabei stehen nicht nur fachliche Themen im Vordergrund sondern auch persönliche Dinge. Das Studium hat natürlich theoretisches Wissen vermittelt, welches unabdingbar ist, die eigentlich wichtige Entwicklung nimmt man aber während diverser Praktika.


4) Inwiefern wenden Sie Ihre im Studium erlernten Fähigkeiten und Fachkenntnisse im Beruf an?

Natürlich hilft es, ein gewisses Verständnis für Zahlen, Formeln und Berechnungen in der Universität vermittelt zu bekommen. Auch die Fachkenntnisse in gewissen Bereichen wie IFRS oder Controlling sind von Vorteil, insbesondere in den ersten Berufsjahren. Genauso wesentlich sind jedoch auch Themen wie Organisation und Kommunikation, denn diese Punkte werden mit zunehmender (Personal-)Verantwortung und externen Auftritten immer wichtiger.


5) Denke ich an meine Studienzeit in Göttingen zurück...

...wird mir bewusst, wie viel Zeit und Freiheit ein Studium schenkt, trotz Klausurendruck und Credit Points.


6) Welche Tipps geben Sie Berufseinsteigern mit auf den Weg?

Die schlimmste Frage während eines Bewerbungsgesprächs ist immer: "Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?". Berufswege können nur eingeschränkt vorausgesehen werden, langfristige Berufsziele sind so treffend wie Wettervorhersagen für die nächste Woche. Außerdem ist es wichtig, seinen eigenen Weg zu finden, Berufswege lassen sich nämlich nicht kopieren.