Faculty of Economic Sciences

Markus Swetlik hat an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät von 2010 bis 2015 zunächst den Bachelorstudiengang Betriebswirtschaftslehre und anschließend den Masterstudiengang Finanzen, Rechnungswesen und Steuern studiert.


1) Bei welchem Unternehmen sind Sie beschäftigt und in was für einer Position/ in welchem Bereich arbeiten Sie dort? Was sind Ihre Aufgaben?

Seit Januar 2016 arbeite ich bei einem mittelständischen Buchhaltungs- und Controllingdienstleister. Dort habe ich zunächst als "Trainee Business Development" angefangen und bin jetzt "Junior Business Development Manager". Meine Aufgaben liegen im Bereich der betriebswirtschaftlichen Beratung von Unternehmen im Hinblick auf eine integrierte Unternehmenssteuerung sowie Konzeption und Implementierung von Business Intelligence gestützten Controllinglösungen bei mittelständischen Unternehmen.


2) Wie haben Sie diese Position erlangt bzw. wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?

Mein Traineeprogramm konnte ich bereits nach der Hälfte der eigentlich angedachten Zeit beenden und wurde damit frühzeitig zum Junior Business Development Manager befördert. Dabei kam mir zu Gute, dass ich bereits früh Verantwortung in Projekten übernommen habe und somit schnell auch eigene Projekte mit Leitungsfunktion zugewiesen bekommen habe.

Mein beruflicher Werdegang wird jedoch zukünftig, d.h. ab Juli 2017, bei einem größeren Kassler Industrieunternehmen fortgesetzt, wo ich als Projektmanager Controlling mitverantwortlich für die Bewältigung der Herausforderungen der Digitalisierung bin. So hat die Perspektive für ein großes und international tätiges Industrieunternehmen hier aus der Region zu arbeiten den Ausschlag für meinen Arbeitsplatzwechsel nach bereits anderthalb Jahren gegeben.


3) Wie haben Sie Ihren Berufseinstieg erlebt bzw. wie hat das Studium auf die Praxis vorbereitet?

Der Berufseinstieg ist mir eigentlich viel einfacher gefallen als gedacht. Zum einen haben mir mit Sicherheit die flachen Hierarchien in einem mittelständischen Unternehmen geholfen. Zum anderen denke ich aber auch, dass es mir sehr geholfen hat, mich nicht nur auf die theoretischen Inhalte der einzelnen zu absolvierenden Studienmodule zu konzentrieren. Vielmehr habe ich während meines Studiums eigentlich durchgehend auf 450 Euro-Basis gearbeitet, war in der studentischen Unternehmensberatung der Uni Göttingen tätig und habe an vielen Schlüsselqualifikationskursen teilgenommen.

Ich bin der Überzeugung, dass ein gesunder Mix aus theoretischem Wissen, Praxiserfahrung und einer positiven und offenen Grundeinstellung das Erfolgsrezept für einen guten Berufseinstieg ist. Ich persönlich habe dabei sogar bewusst in Kauf genommen, die ein oder andere nicht ganz so gute Note zu schreiben, da es für mich keine Alternative war, aufgrund des Lernstresses auf meine Arbeit, Hobbies oder sozialen Kontakte zu verzichten. Bisher zumindest habe ich diese Entscheidung noch nicht bereuen müssen.

Darüber hinaus habe ich während meines Masterstudiums ein halbes Jahr an der katholischen Universität Leuven in Belgien studiert. Ich kann es jedem nur empfehlen, ein Auslandssemester zu absolvieren, da es einfach eine tolle Erfahrung ist, in einem fremden Land mit einer fremden Sprache und unter fremden Leuten nicht nur zu studieren, sondern tatsächlich zu leben. Vor allem ist es toll, die Erfahrung zu machen, in ein Abenteuer zu starten, wo so vieles erst einmal ungewiss ist und man dann sehr schnell merkt, dass doch alles reibungslos klappt und viele Sorgen (im Leben) einfach unbegründet sind - und dass selbst für alles was nicht auf Anhieb klappt stets eine Lösung gefunden wird. Ich denke, dass gerade mein ERASMUS-Semester meine Einstellung gefördert hat, stets offen für Neues zu sein und immer wieder aus seiner eigenen Komfortzone auszubrechen, denn das ist doch das, was das Leben erst richtig spannend macht.


4) Inwiefern wenden Sie Ihre im Studium erlernten Fähigkeiten und Fachkenntnisse im Beruf an?

Gerade das Wissen aus den Basismodulen und Spezialisierungsmodulen des Masterstudiengangs Finanzen, Rechnungswesen und Steuern benötige ich immer wieder in meinem Berufsalltag. Hier sind vor allem steuerliche Regelungen, die IFRS Standards und Kennzahlensysteme aus dem Finanzcontrolling zu nennen. Aber auch das Wissen aus den IT-orientierten Modulen wird zunehmend wichtiger, etwa im Bereich Datenmodellierung und Datenbankstrukturen. Am meisten helfen mir jedoch die Erfahrungen, die ich während der Bearbeitung meiner Master-Arbeit gemacht habe ? hier sind vor allem eine strukturierte Arbeitsweise, eine realistische Zeitplanung, konzeptionelles Denken, aber auch das Arbeiten unter Zeitdruck zu nennen.


5) Denke ich an Göttingen zurück...

Ich komme aus Göttingen, habe hier studiert und bin auch hier ganz bewusst geblieben, denn ich finde, dass Göttingen eine wirklich lebenswerte kleine Großstadt ist. Somit kann ich gar nicht isoliert sagen, was mir in guter oder schlechter Erinnerung geblieben ist.


6) Welche Tipps geben Sie Berufseinsteigern mit auf den Weg?

Seit mutig und verlasst immer wieder bewusst eure eigene Komfortzone. Im Berufsleben gibt es noch so vieles zu lernen, was euch ein Studium einfach nicht beibringen kann. Lasst euch dabei auch helfen und seid offen für Kritik und Tipps von euren Kollegen und Vorgesetzten. Aber: Lasst euch nicht eurer Stärken berauben, indem euch nahegelegt wird, nur an euren vermeintlichen Schwächen zu arbeiten. "Nobody is perfect" und zu einem ernstzunehmenden Charakter im Berufsleben gehören nun mal auch Ecken und Kanten mit dafür ausgeprägten Stärken, die zu der eigenen Persönlichkeit passen.