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Gedenkstele für das Judenhaus in der Weender Landstraße 26

Eine weniger bekannte Praxis der Nationalsozialisten war die Einrichtung sogenannter "Judenhäuser", von denen es auch einige in Göttingen gab. Hier wurden Menschen jüdischen Glaubens ab 1940 von Gestapo und Göttinger Stadtverwaltung zwangsweise eingewiesen, nachdem sie aus ihren eigenen Wohnungen vertrieben worden waren. Eines der "Judenhäuser" stand an der Weender Landstraße 26, wo heute ein Parkplatz der Universität Göttingen ist.

Heute erinnert eine Gedenkstele auf dem Parkplatz an die Geschichte dieses Ortes und seiner Bewohnerinnen und Bewohner. Sie wurde auf Initiative der Göttinger Geschichtsstudierenden Eva Klay, Eric Angermann, Jennifer Stümpel, Jan Oestreich, Julia Kopp und Tobias Trutz erstellt Sie haben im Anschluss an ein Seminar bei dem Historiker Prof. Dr. Dirk Schumann die Geschichte des "Judenhauses" in der Weender Landstraße und das Schicksal seiner Bewohnerinnen und Bewohner erarbeitet. 42 Menschen mussten hier unter schwierigsten Bedingungen leben. Die meisten wurden im Anschluss deportiert und ermordet.


Bildergalerie von der feierlichen Enthüllung am 6. November 2016:

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Die Studierenden Eva Klay, Eric Angermann, Jennifer Stümpel, Jan Ostreich, Julia Kopp und Tobias Trutz (nicht auf den Bild) mit Prof. Dr. Dirk Schumann anlässlich der Enthüllung. Sie haben die Geschichte des "Judenhauses" erarbeitet, das auf dem Gelände des heutigen Zentralcampus stand. Auf ihre Initiative wurde die Gedenkstele erstellt.


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Jüdischer Gedenkspruch auf der Stele


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Universitätspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel sprach zur Enthüllungsfeier


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Als Vertreter der Stadt sprach Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler.


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Michael Fürst, Vorsitzender des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden Niedersachsens, und Eva Tichauer Moritz, Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde für Göttingen und Südniedersachsen, legten nach jüdischer Sitte einen Stein auf die Gedenkstele.

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Die Gedenkstele erinnert an die Geschichte des Judenhauses. Auf der Rückseite sind die Bewohnerinnen und Bewohner genannt.


Verdrängt - Verfolgt - Vergessen

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