CORO - Abteilung Lehre II - Antike Kulturen


















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Seminar für Altorientalistik
Die wissenschaftlichen Anfänge der Altorientalistik in Göttingen gehen zurück auf die erste Entzifferung von Keilschrift durch G. F. Grotefend (1802). Als Fach wurde die Altorientalistik (Assyriologie) erstmals 1880 an der Universität eingeführt. Wissenschaftliche Schwerpunkte sind die literaturwissenschaftliche und literaturgeschichtliche Erschließung der akkadischen Literatur und die Edition sumerisch-akkadischer Bilinguen (lexikalische Listen, Beschwörungen). Durch die Mitgliedschaft im „Centrum Orbis Orientalis“ (CORO) ist das Fach in zahlreiche interdisziplinäre Forschungsansätze eingebunden.
Seminar für Ägyptologie und Koptologie
Das Studium der Ägyptologie, seit 1867 in Göttingen mit einem eigenen Lehrstuhl vertreten, verbindet Philologie und Archäologie zur Erforschung der altägyptischen Kultur. Dazu zählen die verschiedenen Sprach- und Schriftstufen von Altägyptisch bis hin zu Demotisch und Koptisch, die Denkmälerkunde, Religion, Chronologie, Literatur sowie die ökonomischen und sozialen Rahmenbedingungen der altägyptischen Kultur. In Göttingen hat sich die Koptologie als Teilgebiet der Ägyptologie als eigenes Fach etabliert; sie erforscht das christliche Ägypten, im wesentlichen die Zeit vom 3. bis zum 10. Jh., und beschäftigt sich neben der Sprachgeschichte (Koptisch) mit den archäologischen Hinterlassenschaften, religions- und kirchengeschichtlichen Aspekten sowie der Wirtschafts-, Sozial- und Rechtsgeschichte.
Forschungsschwerpunkte des Göttinger Seminars sind die Sprachforschung, Literatur- und Kulturwissenschaft sowie Religionsgeschichte.
Seminar für Ur- und Frühgeschichte
Die Ur- und Frühgeschichte ist eine historisch arbeitende Kulturwissenschaft. Ausgehend von materiellen Überresten erforscht sie Umwelt, Wirtschaft und soziale Organisationsformen der frühen Menschheit, ebenso wie Kunst, Brauchtum und Religion. Ihr Ziel ist somit die Analyse und Rekonstruktion kulturgeschichtlicher Zusammenhänge und Entwicklungsprozesse über den zeitlich-räumlichen Rahmen schriftlicher Überlieferung hinaus. Das Arbeitsfeld der Ur- und Frühgeschichte beginnt mit dem Auftreten des Menschen und endet zeitlich und räumlich dort, wo neben die Bodenfunde in erheblichem Umfang schriftliche Quellen treten.
AthenSonntagsspaziergänge GipsItalien_Rom-Apoll
Althistorisches Seminar
Das Fach Alte Geschichte behandelt die Hochkulturen der mediterran-vorderasiatischen Weltregion vom 3./2. Jahrtausend v.Chr. bis zum Eroberungszug der muslimischen Araber (638 n.Chr.); den Kernbereich bildet die griechisch-römische Antike von der Herausbildung der hellenischen Poliskultur im 8. Jh. v.Chr. bis zur Spätantike/Frühmittelalter.
Die Alte Geschichte wurde unter dem ersten Lehrstuhlinhaber, G. Busolt, als selbständiges Fach konstituiert. Ihm folgten als Direktoren U. Kahrstedt, A. Heuß und J. Bleicken. Seit 1993 wird das Fach durch Prof. Dr. Gustav Adolf Lehmann vertreten. Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt zum einen im Bereich staatsrechtlicher Forschungen. Daneben wird sein Werk durch Untersuchungen zur frühgriechischen Geschichte, zur attischen Demokratie sowie zur römischen Expansion in Germanien charakterisiert. Weitere Forschungsschwerpunkte am Seminar sind: griechisches Städtewesen, späte Römische Republik, antike Religionsgeschichte, der Schwarzmeerraum in der Antike, das römische Gallien, Juden und Christen im Altertum.
Archäologisches Institut und Sammlung der Gipsabgüsse
Klassische Archäologie als Universitätsfach ist eine Göttinger Erfindung. Schon 1767 hielt Chr. G. Heyne hier die erste archäologische Vorlesung, 1842 wurde ein eigenes Institut gegründet. Heute erforscht das Fach die gesamte materielle und bildliche Hinterlassenschaft der griechisch-römischen Zivilisation und ihrer Nachbarkulturen vom 2. Jahrtausend v. Chr. bis zum 5. Jh. n. Chr. Die Sammlung der Gipsabgüsse antiker Skulpturen gehört weltweit zu den größten ihrer Art. Zusammen mit der Sammlung archäologischer Originalwerke, dem Münzkabinett und der gut ausgestatteten Fachbibliothek macht sie das Göttinger Institut zu einer exzellenten Stätte für Forschung und Lehre.
Seminar für Klassische Philologie
Die Klassische Philologie beschäftigt sich mit den Sprachen Lateinisch und Altgriechisch sowie den literarischen Zeugnissen der griechischen und römischen Antike von den Epen Homers (8. Jh. v. Chr.) bis zum Beginn des Mittelalters (6. Jh. n. Chr.). Ausreichende Kenntnisse beider Sprachen sind Voraussetzung; sie können, soweit sie nicht in der Schule erworben wurden, in den Sprachkursen des Seminars nachgeholt werden. Die Klassische Philologie in Göttingen hat eine besonders weit zurück reichende Tradition, die v.a. durch Chr.G. Heyne (2. Hälfte des 18. Jahrhunderts) repräsentiert wird. Zum Seminar gehört auch eine Abteilung für die Fachdidaktik der Alten Sprachen.
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Abteilung Christliche Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte
Die Disziplin beschäftigt sich mit den materiellen Hinterlassenschaften der spätantiken, frühmittelalterlichen und byzantinischen Kultur vom Einsetzen christlicher Kunst bis zum Ende des ersten Jahrtausends (im Westen) bzw. bis zur Eroberung Konstantinopels 1453 (im Osten). Der räumliche Zuwendungsbereich entspricht etwa dem Gebiet des Imperium Romanum. Unter den 10-15 Orten des deutsch-sprachigen Raumes, wo das uneinheitlich benannte Fach intensiv studiert werden kann, ist Göttingen der einzige in Niedersachsen und der einzige mit einem - längst nicht exklusiven - Schwerpunkt 'Hispanien'.
Institut für Ökumenische Theologie und Orientalische Kirchengeschichte
Im Jahr 2000 richtete die Georg-August-Universität das "Institut für Ökumenische Theologie unter besonderer Berücksichtigung der orientalischen Kirchen- und Missionsgeschichte" ein. Die Ökumenik nahm ihren Ausgangspunkt von der konfessionellen Vielgestaltigkeit des Christentums, der verschieden gearteten kirchlichen Praxis und der damit umstrittenen Wahrheit. Ökumenik reflektiert die Verschiedenheit der Konfessionen und Kontexte im Blick auf die Einheit der Kirche in Lehre und Lebensweise und stellt dazu die Kenntnisse (etwa in Form der Konfessionskunde) des Anderen zur Verfügung. Idealerweise wird diese Reflektion im Dialog vollzogen. Dazu wird am Institut ein Netz internationaler und interkonfessioneller Beziehungen aufgebaut, das einen Austausch von Lehrenden und Studierenden einschließen soll. Hinsichtlich der orientalischen Kirchengemeinschaften bietet das Institut das Fach „Christlicher Orient“ im Rahmen des B.A-Studiengangs Antike Kulturen an, an den sich zukünftig auch ein eigenes Master-Angebot anschließen wird. Es gibt somit die Möglichkeit zur Erschließung der Lebenswelt dieser Kirchen und Völker, dies ist in der angebotenen Form bundesweit einzigartig (von den Sprachen bis zur dogmatischen Tradition, von der Missionsgeschichte bis zu Kontextfragen).