Zentrum für Medizinrecht
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Das Zentrum für Medizinrecht wurde im Wintersemester 2005/2006 als Einrichtung der Juristischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen gegründet, um die aktuellen Fragen im Querschnittsbereich von Medizin und Recht wissenschaftlich zu erforschen. Es ist hervorgegangen aus der Abteilung für Arzt- und Arzneimittelrecht, die seit 1979 als Forschungsstelle der Juristischen Fakultät von Prof. Dr. iur. Dr. h.c. mult. Erwin Deutsch, Prof. Dr. iur. Dr. h.c. mult. Hans-Ludwig Schreiber und Prof. Dr. med. Fritz Scheler (†) geleitet wurde. Derzeit ist Prof. Dr. iur. Andreas Spickhoff geschäftsführender Direktor der Einrichtung. Durch das umfangreiche Engagement seiner Mitglieder in Forschung und Lehre bildet das Zentrum für Medizinrecht eine der führenden universitären Einrichtungen auf dem Gebiet des Medizin- und Gesundheitsrechts in Deutschland.

Die dem Zentrum für Medizinrecht angeschlossene Präsenz-Bibliothek weist mit ca. 8.200 Bänden (Stand: April 2010) einen der umfassendsten Bestände in- und ausländischer medizin- und gesundheitsrechtlicher Literatur auf. Zudem werden ca. 60 laufende Zeitschriften aus dem In- und Ausland bezogen und insgesamt werden ca. 140 verschiedene Zeitschriften vorgehalten. Durch die übersichtliche thematische Untergliederung des Bibliotheksbestandes ist eine problemorientierte und sachspezifische Recherche gewährleistet. Neben medizinrechtlichen Standardlehrbüchern kann dabei auf einen umfangreichen Bestand an Monografien zu Spezialthemen sowie auf Dissertationen und andere Forschungsarbeiten zurückgegriffen werden. Auch erleichtern moderne PC-Ausstattungen und die erweiterten Öffnungszeiten das wissenschaftliche Arbeiten von Lehrenden und Lernenden.

Allgemein erstrecken sich die Forschungs- und Lehrgebiete des Zentrums auf den Gesamtbereich des Medizin- und Gesundheitsrechts sowie des Rechts der Biomedizin unter Einschluss der medizinethischen Kontexte, der rechtspolitischen Zielsetzungen und der europäischen und internationalen Bezüge. Die regelmäßige Durchführung von Workshops und Vorlesungsreihen soll der Diskussion drängender gesellschaftlicher Fragestellungen zu den Folgen der Biotechnologie und der fortschreitenden medizinischen Möglichkeiten ein breites Forum bieten und durch Empfehlungen und Stellungnahmen eine Lösung der anstehenden Probleme befördern. Die wissenschaftliche Bearbeitung von Rechtsfragen der Medizin in Forschung und Lehre und Publikation der Ergebnisse zwecks Information der interessierten Öffentlichkeit wird begleitet von dem Bestreben, die interdisziplinäre Materie des Medizinrechts für die Praxis aufzubereiten und anwendungsbezogene Lösungen zu erzielen, mithin der medizinischen Praxis durch Nutzbarmachung der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu dienen.

Im Besonderen zählen zu den Forschungsschwerpunkten des Zentrums insbesondere das zivil- und strafrechtliche Arztrecht, die Patientenautonomie im Arzt-Patienten-Verhältnis sowie der Bereich der sog. Sterbehilfe, des Weiteren Rechtsfragen der Reproduktionsmedizin, des Schwangerschaftsabbruchs und der Gen- und Biotechnologie, das Transplantations- und Transfusionsrecht, das Recht der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung, das gesamte Arzneimittelrecht einschließlich der klinischen Prüfung und das Wirken der Ethik-Kommissionen, das Medizinprodukterecht, das Apotheken- und Heilmittelwerberecht sowie das ärztliche Berufsrecht.

Ziel der Aktivitäten des Zentrums ist die interdisziplinäre und integrative Forschung und Lehre zu medizin- und gesundheitsrechtlichen Problemstellungen. Dies umfasst die Zusammenführung verschiedener Fachrichtungen aus Medizin, Philosophie, Theologie und Geschichte sowie die Bearbeitung medizinrechtlicher, gesundheitsrechtlicher und biorechtlicher Fragestellungen aus dem Blickwinkel des gesamten Rechts, also sämtlicher Teilrechtsgebiete, d.h. des Straf-, Zivil- und des gesamten Öffentlichen Rechts. Dies wird nicht zuletzt auch durch die Zusammensetzung der Mitglieder des Zentrums aus sämtlichen „Säulen“ der Rechtswissenschaft gewährleistet.

Die enge Kooperation mit Zentren und Abteilungen des Göttinger Universitätsklinikums, insbesondere mit dem Zentrum Anaesthesiologie-, Rettungs- und Intensivmedizin, dem Zentrum Anatomie und den Abteilungen für Palliativmedizin, Psychiatrie und Psychotherapie, für Ethik und Geschichte der Medizin, Hämatologie und Onkologie, Nephrologie und Rheumatologie, Medizinische Informatik, Humangenetik sowie für Gynäkologie und Geburtshilfe erlaubt eine gewinnbringende interdisziplinäre Forschungsarbeit zu den verschiedenen aktuellen Fragenstellungen im komplexen Querschnittsbereich von Medizin, Ethik und Recht. Es besteht auch darüber hinaus eine Kooperation mit der Göttinger Akademie für Ethik in der Medizin und der Informations- und Dokumentationsstelle Ethik in der Medizin (IDEM), gemeinsam verbunden im Internetportal „Ethik und Recht in der Medizin und Biotechnologie“ (www.bioethik-und-biorecht.uni-goettingen.de).

Ein weiteres Ziel interdisziplinären Zusammenwirkens ist die Etablierung eines nationalen wie internationalen Netzwerkes von Einrichtungen, Institutionen und Wissenschaftlern aus den Bereichen der Rechtswissenschaften, Medizin und Ethik. Schon gegenwärtig bestehen intensive Beziehungen und Kooperationen insbesondere mit Einrichtungen und Wissenschaftlern in Südkorea, Japan und in der Türkei. So war das Zentrum für Medizinrecht u.a. auch an der Eröffnung des Auslandsbüros der Georg-August-Universität in Seoul beteiligt.

Leistungsangebote:


  • Erstellen von Gutachten und Stellungnahmen zu sämtlichen Problemen des Medizin- und Gesundheitsrechts sowie der Bioethik

  • Erteilen von allgemeinen Rechtsauskünften an Gerichte, Anwälte und Ärzte

  • Beantwortung von Kurzanfragen zu aktuellen Ereignissen und Entwicklungen im Medizinrecht

  • Stellungnahme und Empfehlungen zu aktuellen Gesetzesvorhaben und zur aktuellen Rechtsprechung

  • Fachwissenschaftliche Beratung von Politik, Verbänden und Einrichtungen des Gesundheitswesens

  • Beratung der Bundesärztekammer durch Prof. Dr. iur. Volker Lipp (Ausschuss für ethische und medizinisch-juristische Grundsatzfragen) und durch Prof. Dr. iur. Dr. h.c. mult. Hans-Ludwig Schreiber (Transplantationskommission)

  • Mitgliedschaft in den Ethikkommissionen Göttingen (Prof. Dr. iur. Gunnar Duttge) und Hannover (Prof. Dr. iur. Dr. h.c. mult. Erwin Deutsch)

  • Förderung und Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Bereich des gesamten Medizin- und Gesundheitsrechts

  • Durchführung von fachübergreifenden Tagungen, Symposien, Workshops, Ringvorlesungen und anderen Vortragsveranstaltungen

  • Veröffentlichung von Forschungsergebnissen in der Schriftenreihe „Göttinger Schriften zum Medizinrecht“

  • Weiterbildungsangebot: Fortbildungsveranstaltungen nach § 15 FAO (Fachanwalt für Medizinrecht) und Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte

  • Ständiges Seminar zum Medizin- und Biorecht für Studierende der Rechtswissenschaften und der Medizin sowie regelmäßige Durchführung der Vorlesung zum Medizinrecht

  • Bereitstellung der erforderlichen sachlichen Mittel für wissenschaftliches Arbeiten auf dem Gebiet des Medizin-, Gesundheits- und Biorechts (Bibliothek des Zentrums für Medizinrecht)





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Kontakt:
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Goßlerstr. 19
37073 Göttingen
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