Leitung der Teilkonferenz:
Historie:
Eine Teilkonferenz „RFID (Radio Frequency Identification), NFC (Near Field Communication), AHN (Ad Hoc Netze) und Web 2.0: Logistik, mobile Informationsverarbeitung und neue Wertschöpfungsnetzwerke“ ist in dieser Form neu auf der MKWI, da die Thematik traditionell fragmentiert in Teilkonferenzen zu „Mobilen Informationssystemen“, zu „Operations Research“, zu „Logistikinformationssystemen“ u. a. adressiert wurde, vgl. auch die MKWI 2008, München, MKWI 2006, Passau usw. Die stark steigende Bedeutung von RFID, NFC und AHN macht jedoch eine eigene Teilkonferenz sinnvoll, in der diese Thematik übergreifend, interdisziplinär und vor allem auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht behandelt wird.
Inhalt:
RFID, NFC und AHN ermöglichen spontane, i. d. R. kurzzeitige Kommunikation über geringe Entfernungen von einigen Millimetern bis zu max. 100 oder 200 Metern. Bei RFID und NFC werden dabei Transponder durch ein elektromagnetisches Feld von außen mit Strom versorgt (induktiv passiv) oder erweckt (aktiv mit eingebautem Akku oder Batterie). Dabei sind heute in den Transpondern teils mehrmaliges Schreiben und Lesen sowie eine komplexe Datenverarbeitung und Datenspeicherung möglich. AHN ermöglichen die automatische Verbindung „gleichberechtigter“ Geräte, z. B. über Bluetooth oder Zigbee, wobei der Übergang zwischen AHN und RFID/NFC mit aktiven Transpondern fließend ist. In Transpondern und mobilen Geräten werden immer mehr Sensoren eingesetzt, die völlig neue Anwendungen und Prozesse ermöglichen, z. B. GPS-Sensoren, Temperatursensoren, Drucksensoren, 3D-Lagesensoren, Beleuchtungssensoren, Radioaktivitätssensoren oder elektromagnetische
Sensoren.
RFID, NFC und AHN ermöglichen heute revolutionäre mobile Prozesse und vielfältige Anwendungen. Klassische, weitverbreitete Anwendungen sind Waren-/Personenerkennung und Waren-/Personenverfolgung. U. a. werden zukünftig Gesundheitskarten, Personalausweise und Pässe teils mit Transpondern versehen sein. Zusammen mit dem Einsatz von Wikis, Microblogging und Blogs in Unternehmen erweitern sich die Möglichkeiten der Informationssammlung und -verarbeitung erheblich. In der Warenlogistik können Waren und deren Teilprodukte in ihrem Lebenszyklus verfolgt (Lesen eines Transponders) und zusätzlich anfallende Informationen immer wieder hinzugefügt werden (Schreiben eines Transponders). Schreiben und Lesen sind oft automatisch, berührungslos und unbemerkt möglich: Die verwendete Hard- und Software wird dabei schnell billiger, u. a. durch Masseneinsatz und Standardisierung, so dass sich immer mehr Prozesse wirtschaftlich durch RFID, NFC und AHN unterstützen lassen. Insbesondere die Zusammenarbeit in dynamischen, anreizbasierten Wertschöpfungsnetzen kann hiervon profitieren, da die flexible unternehmens-übergreifende Prozessintegration noch große Effizienzsteigerungspotentiale birgt. So können z. B. logistische Prozesse in den Organisationen entlang einer Lieferkette automatisiert, umfassend überwacht sowie Entscheidungen besser unterstützt werden als bisher.
Moderne mobile Endgeräte wie das iPhone3G oder das G1 Android werden dabei in naher Zukunft zu millionenfach verbreiteten Schreib-/Lesegeräten für RFID, NFC und AHN für Un-ternehmen, staatliche und nichtstaatliche Organisationen und auch für Privatpersonen. „Privacy“- und Datenschutzprobleme durch RFID, NFC und AHN sind schon heute sehr ernst zu nehmen! Die Veranstalter ermutigen gleichermaßen Einreichungen aus der Praxis („best cases“, „lessons learned“, „success stories“, „state of the art“, Fallstudien usw., insbes. auch über Implementierung und Organisation, Betrieb und Weiterentwicklung von RFID-, NFC- und AHN-Systemen) wie aus der Forschung (Analysen und Studien, Konzepte, Vorgehens- und Referenzmodelle, futurologische und soziologische Betrachtungen, Technologiefolgenabschätzungen, Orwell 1984 Szenarioanalysen usw.). Generell wird aber darum gebeten nicht nur Probleme und Risiken zu beschreiben, sondern konstruktiv auch Lösungsansätze und Handlungsempfehlungen vorzustellen.
Mögliche Themen für Beiträge:
Programmkomitee:
Termine:
Koordinator der Teilkonferenz:
Prof. Dr. Michael H. Breitner
Leibniz Universität Hannover
Links:
Einreichungsfrist verlängert bis 04.10.2009