Interdisziplinäre Fachtagung
VOM KULTGERÄT ZUM KULTURELLEN GEDÄCHTNIS –
DIE BIOGRAPHIE DER MENORA IN OBJEKT- UND KONZEPTGESCHICHTLICHER PERSPEKTIVE
16. und 17. Januar 2026 in Erlangen
Der siebenarmige Leuchter, die Menora, zählt zu den zentralen Symbolen des Judentums und verkörpert in besonderer Weise die enge Verbindung von Religion und kollektiver jüdischer Identität. Über Jahrtausende hinweg hat die Menora ihre symbolische Kraft bewahrt und dabei immer wieder neue Bedeutungen angenommen. Sie begegnet nicht nur in biblischen und rabbinischen Texten, sondern ebenso in der materiellen Kultur des antiken Israel sowie in jüdischen und christlichen Bildmedien von der Antike bis in die Moderne.
Die Beiträge der Tagung nehmen den siebenarmigen Leuchter, die Menora, als Kultobjekt und als identitätsstiftendes Symbol im kulturellen Gedächtnis des Judentums sowie in christlichen Deutungs- und Rezeptionszusammenhängen in den Blick und beleuchten die Objekt- und Konzeptgeschichte der Menora von der Antike bis in die Gegenwart.
Die Tagung richtet sich an Studierende und Wissenschaftler:innen aus den Bereichen der Theologie, Judaistik, Archäologie, Kunst- und Religionsgeschichte sowie an ein historisch und kulturwissenschaftlich interessiertes Publikum.
Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos. Studierenden der Universität Göttingen kann auf Antrag ein Zuschuss zu den Reisekosten gewährt werden. Bitte kontaktieren Sie uns hierfür bis zum 31.12.2025 unter altes.testament@theologie.uni-goettingen.de
Veranstalter:
Prof. Dr. Sarah Schulz
Seminar für Altes Testament
Georg-August-Universität Göttingen
Prof. Dr. Ute Verstegen
Lehrstuhl für Christliche Archäologie
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Tagungsprogramm
Freitag, 16.01.2026
10:30–10:45 Einführung
10:45–11:45 Prof. Dr. Katharina Pyschny (Graz): Symbol des Lichts und der Ordnung. Zur Funktion der Menora im architektonischen Konzept des Wüstenheiligtums (Ex 25-40*)
11:45–12:45 Prof. Dr. Sarah Schulz (Göttingen): Gestalt und Bedeutung der Menora in der Perserzeit
12:45–13:00 Prof. Dr. Ute Verstegen (Erlangen): Kurzimpuls zu hellenistischen Leuchtern
13:00–14:00 Mittagessen (in der Alten UB)
14:00–15:00 Prof. Dr. René Bloch (Bern): Die Idee einer kosmischen Menora im antiken Judentum
15:00–16:00 Prof. Dr. Jürgen K. Zangenberg (Leiden): The Menorah: Observations on the Early History of an Emerging Jewish Symbol
16:00–16:30 Prof. Dr. Susanne Talabardon (Bamberg): Der Einblattdruck „Or Nerot ha-Menorah“ der Historischen Sammlungen der FAU
16:30–17:00 Kaffee
17:00–18:00 Alisha Meininghaus (Marburg): Die Menora im Amulett: Lithographien von Israel Wiesen
18:00–19:00 Prof. Dr. Galit Noga-Banai (Jerusalem): The Erotic Menorah in Israeli Art
19:30 Abendessen mit den Referent:innen
Samstag, 17.01.2026
9:00–10:00 Prof. Dr. Ute Verstegen (Erlangen): Rom – Karthago – Konstantinopel. Die Objektgeschichte der Menora im visuellen Gedächtnis
10:00–11:00 Jun.-Prof. Dr. Nadin Burkhardt (Eichstätt-Ingolstadt): Zwischen Ritus und Identität: Die Menorot zwischen ritueller Praxis und öffentlicher Sichtbarkeit in der Diaspora (4.–6. Jh. n. Chr.)
11:00–11:30 Kaffee
11:30–12:30 Prof. Dr. Andreas Merkt (Regensburg): Menora und Kreuz. Variationen und Interpretationen einer spätantiken Motivkombination
12:30–13:30 Maria Streicher (Tübingen): The Light of Remembrance. Seven-branched Candelabra in the Middle Ages between Symbols of the Temple and Memorial Objects
13:30–14:30 Mittagessen (in der Alten UB)
15:30-–17:00 Alisha Meininghaus (Marburg) und Laila Riedmiller (Erlangen): Führung im Jüdischen Museum Franken: „Ein Fränkisches Jerusalem? Geschichte und Gegenwart Jüdischen Lebens in Fürth.”
Für Förderung danken wir der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Dr. German Schweiger-Stiftung.