Featured Thinker: Arjun Appadurai


Arjun Appadurai


Am 17. Juni 2010 verbrachte der Sozialanthropologe und Kulturtheoretiker Arjun Appadurai im Rahmen eines Workshops einen Tag mit interessierten Doktoranden, Postdoktoranden und Lehrenden in Göttingen. Appadurai ist Professor für Medien, Kultur und Kommunikation an der New York University. Seine Assoziation als Senior Research Partner mit dem Max Planck Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaft bringt ihn vermehrt nach Göttingen. Hierdurch bietet sich eine wunderbare Gelegenheit für kulturwissenschaftlich Interessierte, mit diesem freigiebigen und energievollen Geist in Austausch zu treten. Das Göttinger Zentrum für Theorie und Methodik der Kulturwissenschaft (ZTMK) ergriff diese Gelegenheit und organisierte mit Appadurai einen ersten Workshop unter dem Titel "Featured Thinker". Bekannt für seine weitreichenden Beiträge zu Globalisierung, postkolonialer Lebenswelt, Medien und Urbanität, stand der aus Indien stammende Appadurai gut fünfzig Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Universität und MPI Rede und Antwort zu seinem Werk.


Vorbereitet durch gemeinsame Lektüre von Kernessays aus Appadurais Werk, setzte die Diskussion bei dessen wegweisendem Essay zum "sozialen Leben der Dinge" von 1986 an und wanderte von der wandelnden Konzeption von Wert und Materialität zu breit rezipierten Konzepten wie "Ethnoscape" und "Financescape" und der Rolle von Imagination in der Verortung des Menschen in einer globalen Welt. In offenem Diskussionsstil vermittelte Appadurai Einblick in das ideengeschichtliche und kulturtheoretische Fundament seines Denkens und ging gleichzeitig mit Sympathie und Einfühlungsvermögen auf die unterschiedlichsten Fragen des Publikums ein. Der Workshop endete mit einer Diskussion von Appadurais weltpolitisch engagiertem jüngsten Werk, Die Geographie des Zorns. Für Göttinger Promovenden, Postdocs und Lehrende war es eine intensive und faszinierende Gelegenheit, auf Tuchfühlung mit einem renommierten Wissenschaftler treten zu können. Das ZTMK plant auch für die kommenden Jahre, Workshops mit einflussreichen Denkern zu organisieren.