4. Europäischer Tag der Restaurierung



Unter dem Motto „Achtung! Kunst“ geben am Sonntag, 10. Oktober 2021 Restauratorinnen und Restauratoren in ganz Europa Einblicke in ihr vielfältiges Arbeitsfeld.

Was als Kunst angesehen wird, liegt im Auge des Betrachters, wird meist aber mit wertvollen, ästhetisch ansprechenden Objekten in Verbindung gebracht. Kunst umfasst jedoch viel mehr: Sie ist der Prozess sowie das Produkt kreativen Schaffens und kann ebenso in Alltagsgegenständen oder mündlich überlieferten Geschichten sichtbar werden. Für Restauratorinnen und Restauratoren spielt dabei der materielle Wert eines Kunstwerks keine Rolle. Sie üben ihre Kunst aus, ganz gleich, ob sie feines Porzellan oder eisenzeitliche Keramik, eine mittelalterliche Handschrift oder ein gedrucktes Buch bearbeiten.

Dabei gehört es nicht nur zu ihren Aufgaben, Kunst und Kulturgut zu erhalten, sondern auch die Präsentation in Ausstellungen zu ermöglichen. Welche Aspekte hierbei zu berücksichtigen und wie viele unterschiedliche Arbeitsschritte nötig sind, zeigen die Papierrestauratorinnen und -restauratoren der SUB Göttingen am Beispiel der Ausstellung „Aller Künste Wissenschaft…“.

Sind die Vorgaben „Erhalt“ und „Präsentation“ aus konservatorischen Gründen nicht vereinbar, wird auf Kopien zurückgegriffen. Im Archäologischen Institut entstand für das Forum Wissen eine originalgetreue Replik einer brandgeschädigten Büste – ohne Hand an das Original zu legen.

Dass sich Kunst auch in Alltagsgegenständen spiegelt, wird am II. Physikalischen Institut deutlich. Hier nehmen Forschende Objekte aller Art entgegen und analysieren deren Beschaffenheit. Egal ob Münzen, Porzellan oder Schmuck – die Objekte werden mit energiereichen Wasserstoffionen bestrahlt, die damit erzeugte Röntgenstrahlung wird gemessen und gibt Aufschluss über die genaue Zusammensetzung des Gegenstandes.

Das Museum Friedland sammelt und dokumentiert mündlich überlieferte, erzählte Geschichte als Teil des immateriellen Kulturerbes. Das Museumsteam führt einen Oral-History-Tag durch, bei dem Zeitzeuginnen und Zeitzeugen nach ihren Erinnerungen an die Anfänge des Lagers, die Nissenhütten und ihre Funktion befragt werden. Die Erinnerungsberichte sollen in die Neugestaltung der Nissenhütte einfließen.

Termine und Anmeldung bei den jeweiligs Veranstaltenden. Alle Veranstaltungen finden gemäß den dann geltenden Corona-Verordnungen statt. Kurzfristige Änderungen sind möglich. Bitte beachten Sie die Pflicht zum Tragen einer OP- oder FFP2-Maske.

Der Europäische Tag der Restaurierung basiert auf einer Initiative des Europäischen Dachverbands der Restauratorenverbände (E.C.C.O.) und wird in Deutschland koordiniert vom Verband der Restauratoren (VDR).

Mehr zum Europäischen Tag der Restaurierung und zu Aktionen in ganz Deutschland finden Sie unter Tag der Restaurierung

Weitere Informationen zum Beruf des Restaurators gibt es unter restauratoren.de