Arbeit der Initiativgruppe im Zeitverlauf (2008-2012)


Oktober 2008 bis Januar 2010
Erstellung des Gutachtens „Perspektiven für ein Europäisches Tierschutzlabel“ im Auftrag des BMELV: http://download.ble.de/08HS010.pdf.

Beteiligte: Universität Göttingen, Neuland e. V., Deutscher Tierschutzbund, Friedrich-Loeffler-Institut.



Februar 2010
Gründung der „Initiativgruppe Tierwohl-Label“ durch die Göttinger Professoren Achim Spiller und Ludwig Theuvsen.

Beweggründe: Zum Zeitpunkt des Gutachtens war nicht absehbar, ob auf EU- oder nationaler Ebene in näherer Zukunft Rechtsvorschriften für ein Animal Welfare Label entwickelt werden. Daher war es die Absicht der Initiativgruppe, die deutsche Fleischbranche als wichtigste in der EU und als zunehmend relevanter Exporteur zu motivieren, selbst die Initiative zu ergreifen.

Mitglieder: Wissenschaftler der Universitäten Göttingen und Kassel sowie des Friedrich-Loeffler-Instituts, Fachreferenten des Deutschen Tierschutzbundes, Neuland sowie die Erzeugergemeinschaft Osnabrück als Vertreter der Landwirtschaft, Vion als Vertreter der Schlachtung, kff / Tegut als Vertreter der Verarbeitung, Edeka Minden-Hannover und Kaiser’s Tengelmann als Vertreter des Lebensmitteleinzelhandels.

Ziele: Anstoß zur privatwirtschaftlichen Entwicklung eines Animal Welfare Labels für den deutschen Lebensmittelmarkt, das perspektivisch eine relevante Marktbedeutung einnehmen soll.
Neben der Erarbeitung konkreter umsetzungsorientierter Zertifizierungsstandards stehen die Aspekte Verbraucherrelevanz und Glaubwürdigkeit sowie ein hoher Wiedererkennungswert im Mittelpunkt der Arbeit.

Vorgehensweise: Zur Erreichung einer hohen Glaubwürdigkeit sollen die Standards des Labels paritätisch, d. h. unter Berücksichtigung sowohl von Profit- als auch Non-Profit-Interessen, entwickelt werden.

Als Startpunkt hat die Initiativgruppe die Entwicklung von Zertifizierungsstandards für die Mast von Schweinen und Hühnern gewählt. Langfristig sollen alle Produktionsstufen (Zucht bis Schlachtung) sowie alle Tierarten mit hoher Marktbedeutung (Schwein, Rind, Milchvieh, Mutterkuh, Masthühnchen, Pute) eingebunden werden.



Dezember 2010 bis Juni 2011
Erarbeitung von ersten Standards in den Arbeitsgruppen Masthuhn und Mastschwein als Zertifizierungsgrundlage.

Mitglieder: Wissenschaftler, Fachreferenten des Deutschen Tierschutzbundes, Vertreter der Landwirtschaft, der Schlachtung und Verarbeitung sowie des Lebensmitteleinzelhandels.

Die Arbeitsgruppen haben sich unabhängig von der Initiativgruppe unter der Führung eines Arbeitsgruppenleiters (AG Masthuhn: Sven Euen, kff; AG Mastschwein: Dr. Lars Schrader, FLI) organisiert und externe Expertise aus Wissenschaft und Praxis hinzugezogen.



Juni 2011
Öffentliche Tagung der Initiativgruppe: Präsentation der Grundkonzeption des Labels und der vorläufigen Zertifizierungsstandards zu Masthühnern und Mastschweinen.

Das Label soll in zwei Varianten auf dem Markt erscheinen: als sog. „Einstiegsstandard“ mit der Auszeichnung durch einen Stern und als „Premiumstandard“, der durch zwei Sterne ausgezeichnet wird.

Auf Basis eines Vorstandsbeschlusses gibt der Deutsche Tierschutzbund bekannt, auf Basis der Ergebnisse der Initiativgruppe als Standardgeber tätig werden zu wollen und ein Label (ähnlich wie in den Niederlanden) vergeben zu wollen.

Vion gibt bekannt, die weitere Entwicklung der Zertifizierungsstandards für Schweinefleisch aktiv zu fördern und in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Tierschutzbund und Coop Kiel erste Produkte auf den Markt zu bringen.



Juli 2011
Vorletztes Treffen der Göttinger Initiativgruppe: durch die Entscheidung des Deut-schen Tierschutzbundes, ein Tierschutzlabel einzuführen, hat die Initiativgruppe ihr wesentliches Ziel, der Entwicklung eines privatwirtschaftlichen Labels einen Anstoß zu geben, erreicht.

Zukünftig übernimmt der Deutsche Tierschutzbund die Aufgabe, die Zertifizierungsstandards für ein Tierschutzlabel weiter zu entwickeln.



September 2011 bis November 2011
Abschließende Treffen der AG Mastschwein und AG Masthuhn.

Der Status quo zum Entwicklungsstand des Zertifizierungsstandards für Mastschweine und Masthühner wird nach Abschluss auf der Homepage der Initiativgruppe veröffentlicht: http://www.uni-goettingen.de/de/189455.html.

Damit ist die Arbeit der Initiativgruppe und ihrer AGs in ihrer ursprünglichen Form vorerst beendet. Die zukünftige Organisation obliegt dem Deutschen Tierschutzbund.



Ausblick 2012
Nach Abschluss der organisatorischen, strukturellen und rechtlichen Arbeiten am Labelaufbau und der Umsetzung der Richtlinien in der Praxis ist die Markteinführung erster Produkte beider Labelstufen von Mastschweinen und -hühnern im LEH in 2012 geplant. Weitere Informationen dann unter
http://www.tierschutzbund.de/kampagnen_tiere_landwirtschaft.html.