Dr. Nils Waterstraat - Postdoc in Torino

Wo arbeiten Sie derzeit in was für einer Position/ in welchem Bereich arbeiten Sie dort? Was sind Ihre Aufgaben?

Ich bin zur Zeit Postdoktorand an der Berlin Mathematical School (BMS) und arbeite am Institut für Mathematik an der HU Berlin. Neben der Forschung halte ich dabei auch Vorlesungen und ich bin Vertreter der Postdoktoranden im Vorstand der BMS.

Wie haben Sie diese Position erlangt bzw. wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?

Nach meiner Promotion im Oktober 2011 habe ich bis September 2013 mit einem Stipendium des DAAD und der Förderung eines italienischen Forschungsprogramms am Dipartimento di Scienze Mathematiche der Politecnico di Torino in Italien gearbeitet. Zum Wintersemester 2013/14 bin ich nach Deutschland zurückgekehrt und habe meine Stelle in Berlin angetreten.

Warum haben Sie sich nach dem Studium für die Promotion entschieden?

Ich wollte gerne mathematische Forschung betreiben. Dafür ist eine Promotion natürlich sehr geeignet. Und wenn man selbst nach der Promotion noch nicht genug hat, ist sie unerlässlich, um sich für Forschungsstipendien und auf Stellen an Universitäten zu bewerben.

Wie hat Sie das Studium in Göttingen auf Ihre derzeitige Tätigkeit vorbereitet?

Da ich immer noch in der Wissenschaft arbeite, sind die Dinge die ich in Göttingen gelernt habe das Fundament meiner Arbeit. Ich denke, dass ich gut auf meine jetzige Tätigkeit vorbereitet wurde, auch wenn vielleicht an einem größeren Institut noch mehr Teilgebiete der Mathematik gelehrt werden.

Denken Sie an Ihre Studienzeit in Göttingen zurück …

Ich habe die ersten vier Semester an der TU Clausthal studiert und bin dann zum WS 2004/2005 nach Göttingen gekommen. Insgesamt habe ich etwas mehr als sieben Jahre in Göttingen verbracht. In einer solch langen Zeit erlebt man natürlich vieles. Ich fand insbesondere das Sommerfest der Cafete und einige Festivals in der Innenstadt sehr nett. Leider habe ich im Nachhinein zu viele dieser Veranstaltungen nicht besucht...

Welche Tipps geben Sie Studierenden, Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern mit auf den Weg?

Studierenden möchte ich empfehlen ihr Leben nicht vollständig der Mathematik zu opfern, sondern sich auch etwas Zeit zu nehmen um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Zudem empfehle ich sich mit der Geschichte der Mathematik in Göttingen auseinanderzusetzen. Ich selber habe bis fast zum Ende meiner Göttinger Zeit vollständig ignoriert, dass viele berühmte Mathematiker in Göttingen gewirkt haben und beerdigt sind. Das Grab von Carl-Friedrich Gauß ist vom Mathematischen Institut aus leicht zu erreichen. Dirichlet ist in der Nähe der SUB beerdigt. Und wer bereit ist sich für fünf Minuten auf das Fahrrad zu setzten, erreicht den zur Leine gewandten Eingang zum Göttinger Stadtfriedhof. Von dort aus sind es nur wenige Meter bis zum Grab von David Hilbert mit der berühmten Inschrift "Wir müssen wissen, wir werden wissen". Der Stadtfriedhof ist zudem ein idealer Ort für Spaziergänge und wer etwas länger gehen mag kann auch die Gräber von Felix Klein, Max Planck, Max Born (mit Inschrift ), Schwarzschild und weiteren bekannten Wissenschaftlern finden.