Dr. Michael Schachtebeck - Software-Entwickler bei IAV

Bei welchem Unternehmen sind Sie beschäftigt und in was für einer Position/ in welchem Bereich arbeiten Sie dort? Was sind Ihre Aufgaben?

Ich arbeite als Software-Entwickler bei IAV in Gifhorn, einem großen Engineering-Dienstleister für die Automobilindustrie. Dort beschäftige ich mich mit dem Thema Embedded Software Engineering, genauer mit der Erstellung und dem Test von Software für Motorsteuergeräte. Dabei arbeite ich mit Kollegen vieler unterschiedlicher Fachrichtungen zusammen, z. B. mit Mathematikern, Informatikern, Physikern, Chemikern, Elektrotechnikern und Maschinenbauern. Es ist also ein sehr interdisziplinäres Umfeld.

Wie haben Sie diese Position erlangt bzw. wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?

Nach meiner Promotion habe ich zunächst noch ein Jahr an der Uni gearbeitet und mich in den letzten Monaten dieser Zeit auf einige für mich interessante Stellen in der Wirtschaft beworben. Unter mehreren Angeboten habe ich mich dann für IAV entschieden und meine heutige Stelle im September 2010 angetreten.

Wie haben Sie Ihren Berufseinstieg erlebt bzw. wie hat das Studium auf die Praxis vorbereitet?

Ich habe sehr davon profitiert, dass ich während meines Studiums durch zwei Praktika bereits Praxiserfahrung sammeln konnte. Außerdem hat mir die Mitarbeit am interdisziplinären Projekt PILZ geholfen, mich in Kollegen anderer Fachrichtungen hineinzudenken und ihre Herangehensweise an Probleme besser zu verstehen. Obwohl der Berufsalltag in der Wirtschaft kaum mit der Uni vergleichbar ist, hatte ich – auch dank der Hilfe meiner neuen Kollegen und einer sehr guten und intensiven Einarbeitung – einen leichten Einstieg in den Beruf.

Inwiefern wenden Sie Ihre im Studium erlernten Fähigkeiten und Fachkenntnisse im Beruf an?

Viele Probleme, die in Projekten auftauchen, werden nicht vom Einzelkämpfer im stillen Kämmerlein, sondern gemeinsam im Team mit Kollegen anderer Fachrichtungen bearbeitet. Hier hat mir die Fähigkeit zur interdisziplinären Gruppenarbeit sehr geholfen. Auch analytisches Denken und Abstraktionsvermögen – zwei Kernkompetenzen, die man während des Mathematik-Studiums erlernt – sind bei vielen Anwendungsproblemen, auf die man im Beruf trifft, wichtiger als Spezialwissen.

Denken Sie an Ihre Studienzeit in Göttingen zurück…

Besonders gefallen hat mir das gemütliche, studentische Flair von Göttingen und die Tatsache, dass die einzelnen Institute über die Stadt verteilt sind, die Uni also richtig in die Stadt integriert ist. Insbesondere an die Zeit im Studentenwohnheim und an meine Promotion denke ich sehr gerne zurück. Zu vielen ehemaligen Kommilitonen habe ich noch Kontakt, und viele Freundschaften, die während des Studiums entstanden sind, existieren noch immer. Ich denke, dass die Zeit während des Studiums sehr prägend für das weitere Leben ist und dass man sich nicht nur auf das Studium konzentrieren, sondern die Zeit auch bewusst wahrnehmen und genießen sollte.

Welche Tipps geben Sie Studierenden und Berufseinsteigern/innen mit auf den Weg?

Man sollte während seines Studiums die vielfältigen Möglichkeiten nutzen, auch einmal über den „fachlichen Tellerrand“ zu schauen und auch außerhalb des eigenen Fachgebiets Schwerpunkte setzen – zum Beispiel durch den Besuch von Vorlesungen anderer Fachrichtungen, Praktika in der Wirtschaft und die Teilnahme an interdisziplinären Veranstaltungen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Knüpfen sozialer Kontakte – viele Freundschaften, die sich während der Studienzeit ergeben, halten auch noch lange darüber hinaus.