Justus Lücke - Aktuar bei Versicherungsforen Leipzig GmbH

Bei welchem Unternehmen sind Sie beschäftigt und in was für einer Position/ in welchem Bereich arbeiten Sie dort? Was sind Ihre Aufgaben?

Ich arbeite bei der Versicherungsforen Leipzig GmbH und leite dort das Kompetenzfeld „Steuerung&Controlling“. Im Allgemeinen beschäftige ich mich mit Forschung und Entwicklung für die Versicherungsbranche - speziell in den Themen Lebensversicherung und Datenanalyse. Im Speziellen bedeutet das: neue Ideen zu entwickeln, Studien zu verfassen oder Seminare für Mitarbeiter von Versicherungsunternehmen zu verfassen.

Wie haben Sie diese Position erlangt bzw. wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?

Nach dem Abschluss meines Studiums fing ich in der aktuariellen Beratung bei der BELTIOS GmbH in Köln an. Dort war ich anfänglich als Junior Consultant, später als Consultant, im Bereich der Migration von Bestandsführungssystemen in der Lebensversicherung tätig. Dies lieferte einen sehr guten Einstieg in die Geschäftsprozesse und Produktkalkulation in der Lebensversicherung. Parallel stieg ich in die Ausbildung zum Aktuar (DAV) ein. Nach ca. 2,5 Jahren wechselte ich in das Controlling für den Bereich Lebensversicherung der AXA in Köln. Zu dieser Zeit war ich unter anderem für die Planung/Hochrechnung einer Lebensversicherungsgesellschaft zuständig. Dies war insbesondere interessant, da es nach den Grundlagen der Produktkalkulation einen Blick auf das „große Ganze“ ermöglichte: Kosten, Kapitalanlagen, Rückversicherung etc. Seit Mitte 2011 bin ich nun bei den Versicherungsforen in Leipzig tätig. Im Herbst 2011 schloss ich zudem die Ausbildung zum Aktuar (DAV) erfolgreich ab.

Wie haben Sie Ihren Berufseinstieg erlebt bzw. wie hat das Studium auf die Praxis vorbereitet?

Der Berufseinstieg verlief sehr angenehm, auch wenn eine gewisse Selbstständigkeit gefragt war. Die Tätigkeit war neu für mich, da ich mich mit den Schwerpunkten IT und Versicherungsmathematik nur am Rande meines Studiums auseinandergesetzt hatte. Es wurde jedoch ausreichend Zeit zur Einarbeitung gegeben. Hierauf hat das Studium im Wesentlichen durch das stetige Auseinandersetzen mit neuen Problemstellungen und das Einarbeiten in diese vorbereitet.

Inwiefern wenden Sie Ihre im Studium erlernten Fähigkeiten und Fachkenntnisse im Beruf an?

Insbesondere die Kenntnisse im Bereich Stochastik/Statistik und die Kurse in Versicherungsmathematik waren mir hilfreich. Diese beruht ja im Wesentlichen auf der Wahrscheinlichkeitstheorie. Zudem half mir meine Kenntnis von stochastischen Prozessen, welche ich im Rahmen meiner Diplomarbeit erwarb. Da während des Studiums jedoch weniger direkte Anwendungen geübt wurden, brachte der Job zahlreiche neue Herausforderungen mit sich. Meine im Mathematiktudium erworbene „Problemlösungskompetenz“ half mir jedoch deutlich, Probleme schnell zu erfassen und Lösungswege zu finden.

Denken Sie an Ihre Studienzeit in Göttingen zurück…

Obwohl ich in Göttingen geboren wurde habe ich Göttingen eigentlich erst so richtig im Studium kennen und lieben gelernt: die Größe der Stadt, das Grün, Sport am IfL, Gänseliesel. Zudem hat mir auch die Arbeit in den studentischen Gremien (Fachschaftsrat, Fakultätsrat) immer viel Spaß gemacht und dabei die „Soft-Skills“ geschult.

Welche Tipps geben Sie Studierenden und Berufseinsteigern/innen mit auf den Weg?
Man sollte sich auch neben dem Studium engagieren, sei es im Sport, in der Hochschulpolitik, im sozialen Bereich oder Ähnliches. Dort lernt man vieles, was zumeist nicht als Kernkompetenz eines Mathematikers gesehen wird. Ansonsten empfehle ich, immer mal wieder die Frage nach der praktischen Anwendbarkeit des gelernten zu stellen, auch wenn Mathematiker im Allgemeinen allein schon wegen Ihrer Fähigkeit zur Lösung komplexer Probleme gefragt sind. Ein Praktikum kann hierbei nicht schaden. Für den Berufseinstieg ist es zudem sinnvoll, ein Profil bei Xing oder LinkedIn anzulegen, da dadurch häufig interessante Jobangebote kommen.