Dr. Svenja Ettl - wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Optik, Information und Photonik, an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Wo arbeiten Sie derzeit in was für einer Position/ in welchem Bereich arbeiten Sie dort? Was sind Ihre Aufgaben?

Ich arbeite zurzeit am Institut für Optik, Information und Photonik, an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Meine Aufgaben sind die Leitung von Projekten, Organisation von Drittmitteln, sowie die Planung und Durchführung von Lehrveranstaltungen und die Betreuung von Studenten.

Wie haben Sie diese Position erlangt bzw. wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?

Nach meinem Abschluss in Göttingen habe ich ein Jahr am Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin in Göttingen gearbeitet und bin danach zur Promotion im Fachbereich Mathematik an die Texas A&M University in den USA gegangen, was ich im Mai 2002 mit einem Ph. D. abschloss. Danach habe ich für 2 Jahre als Reserach Assistant Professor an der West-Virginia University, USA, gearbeitet, und zwar als Bindeglied zwischen Kernspinntomographie und Mathematik. Im Mai 2004 kam ich dann nach Deutschland zurück und trat im Folgemonat meine jetzige Stelle an, auf die ich mich von den USA aus beworben hatte.

Warum haben Sie sich nach dem Studium für die Promotion entschieden?

Meine Motivation ist, Mathematik zu verwenden, um Probleme der „realen Welt“ zu lösen. Im Rahmen der Promotion konnte ich hierfür meine mathematischen und programmiertechnischen Fähigkeiten erweitern bzw. vertiefen. Außerdem ist es mir wichtig, Wissen weiterzugeben. Eine Promotion bot mir hier den richtigen Rahmen meine Lehrerfahrung zu vertiefen.


Wie hat Sie das Studium in Göttingen auf Ihre derzeitige Tätigkeit vorbereitet?

Durch mein Studium habe ich einerseits das Handwerkszeug erlernt, um mathematische Algorithmen zu entwickeln, sowie andererseits sie auch mittels einer Programmiersprache umzusetzen, um sie für unsere optischen 3D-Sensoren zu implementieren. Die Sensoren werden schon vielfach, auch international, eingesetzt, wozu die Algorithmen wesentlich beigetragen haben. Aufgrund der guten Ausbildung und der Vernetzung der Professoren in der Mathematik konnte ich diesen spannenden Weg überhaupt beschreiten. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass dies funktioniert.

Denken Sie an Ihre Studienzeit in Göttingen zurück…

Ich habe mich immer wohl in Göttingen gefühlt. Durch die Größe von Göttingen konnte ich ein ausgeweitetes Netzwerk von Kontakten erschließen, wovon ich noch einige, auch internationale, Kontakte pflege. Beigetragen haben dazu auch so tolle Studentenpartys wie die Nikolausparty und das Wohnen in Studentenwohnheimen.

Welche Tipps geben Sie Studierenden und Berufseinsteigern/innen mit auf den Weg?

Mein Tipp ist: Seid offen für die verschiedenen Optionen, die Mathematik Euch bietet. Neben Finanzwirtschaft und Banken gibt es noch viele weitere Einsatzmöglichkeiten von Mathematik, in denen Ihr etwas bewirken könnt. Gerade in Forschung und Entwicklung wird der Anteil von MathematikerInnen immer höher. Wenn Ihr flexibel bleibt, die Augen offen haltet, und Auslandsaufenthalte wahrnehmt, zum Beispiel mit Erasmus, habt Ihr die besten Voraussetzungen, nach Eurem Abschluss etwas Spannendes zu machen.