Dr. Daniel Tubbenhauer - Gastforscher an der Faculté des sciences der Université Catholique de Louvain (LLN) in Belgien

Wo arbeiten Sie derzeit in was für einer Position/ in welchem Bereich arbeiten Sie dort? Was sind Ihre Aufgaben?

Im Moment habe ich ein Forschungsstipendium von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Damit bin ich als Gastforscher an der Faculté des sciences der Université Catholique de Louvain (LLN) in Belgien. Das ist allerdings nur sehr kurzfristig. Ab September 2015 habe ich dann eine zwei Jahres PostDoc Stelle am Hausdorff Center for Mathematics (HCM) in Bonn. Sowohl die Stelle an der LLN, als auch die am HCM sind reine Forschungsstellen mit der freiwilligen Möglichkeit eine Lehrveranstaltung zu geben.

Wie haben Sie diese Position erlangt bzw. wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?

Nach der Promotion Ende 2013 habe ich eine Stelle am Centre for quantum Geometry of Moduli Spaces (QGM) in Aarhus bekommen. Die war für ein Jahr. Währenddessen habe ich mich auf viele andere Stellen beworben - inklusive die bei der DFG und die am HCM. Bei solchen Bewerbungen ist auch viel Glück dabei. Ich hätte auch ganz wo anders landen können.

Warum haben Sie sich nach dem Studium für die Promotion entschieden?

Ich sehe und sah die Promotion als notwendigen Schritt um in die Forschung zu gehen und hoffentlich dort auch zu bleiben. Obwohl die Zeit als PostDoc auch viele schlechte Seiten hat (zum Beispiel hüpft man meist von einer Kurzzeitstelle zur nächsten) finde ich die Freiheit die man als Forscher hat das größte Plus meiner Stelle.

Wie hat Sie das Studium in Göttingen auf Ihre derzeitige Tätigkeit vorbereitet?

Implizit ist alles, was ich in Göttingen gelernt habe, für meine jetzige Tatigkeit als Forscher nützlich. Dabei gilt: Man weiß nie wirklich, welche Art von mathematischem Wissen man in der Zukunft ''braucht''. Die Sachen, welche in Vorlesungen und Seminaren in Göttingen gelernt habe, habe ich nur beschränkt direkt gebraucht. Und trotzdem haben sie mich mehr als gut auf meine Aufgaben vorbereitet, da sie mich eine spezielle Art von Denkmuster und Argumentationsweise gelehrt haben.

Denken Sie an Ihre Studienzeit in Göttingen zurück...

Hach, das war eine schöne Zeit. Die Stadt Göttingen ist zwar eine Kleinstadt, aber trotzdem kulturell sehr lebendig. Die Universität im Allgemeinen und die Mathematische Fakultät im Speziellen haben einen weltweit sehr guten Ruf (das merkt man erst, wenn man nicht mehr da ist) und bieten eine gute Atmosphäre um Mathematik zu lernen, zu studieren und zu erleben. Ich hatte eine gute Zeit in Göttingen - was nicht nur daran liegt, dass ich jung war und ich im Nachhinein nostalgisch werde ;-)

Welche Tipps geben Sie Studierenden, Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern mit auf den Weg?

Erstens: Das einzig Wichtige ist es das zu lieben, was man machen möchte. Ob man Lehrer werden will, in die Forschung gehen möchte oder sich für die Wirtschaft entscheidet. Solange man daran Spaß hat ist es egal für welchen Weg man sich entscheidet - alle haben ihre Vor- und Nachteile. Zweitens: Solange man noch in Göttingen ist (und die Zeit wird schnell verfliegen) lohnt es sich die Geschichte der Mathematik dort genauer anzuschauen. Man wird immer wieder von anderen Mathematikern darauf angesprochen, denn Göttingen war und ist mathematisch gesehen berühmt. Drittens: Für Studierende, welche in die Forschung gehen wollen noch ein spezieller Tipp: So früh wie möglich auf Konferenzen gehen. Mathematische Forschung ist auch eine soziale Angelegenheit und viele Kollegen lernt man dort erst kennen (welche ansonsten meist über die ganze Welt verstreut sind).