Arne Rohlfing - Business Analyst bei Deloitte Consulting GmbH

Bei welchem Unternehmen sind Sie beschäftigt und in was für einer Position/ in welchem Bereich arbeiten Sie dort? Was sind Ihre Aufgaben?

Ich bin Teil des 'Deloitte Analytics Institutes' in Berlin und arbeite in einem jungen Team, dass sich branchenübergreifend mit dem Thema Datenauswertung beschäftigt. Wir sehen uns selbst als agilen Think Tank der Unternehmen dabei begleitet neue Entwicklungen aus der Forschung in ihre Strukturen einzupflegen. Als Business Analyst wird man in jedem Schritt von der Angebotserstellung bis hin zur Schaffung von 'Prototypen' eingesetzt. Das Arbeitsspektrum ist generell äußerst breit. Einige meiner Tätigkeiten sind beispielsweise Datenaufbereitung, Datenmodellierung, web development, Teilnahme an Kundenterminen, Diskussionen unterschiedlicher Visualisierungskonzepte, sowie das Testen neuer Tools.

Wie haben Sie diese Position erlangt bzw. wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?

Da ich zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Textes erst seit wenigen Monaten in der Arbeitswelt angekommen bin, ist mein Werdegang bisher eher unspannend.

Wie haben Sie Ihren Berufseinstieg erlebt bzw. wie hat das Studium auf die Praxis vorbereitet?

Die Suche nach potentiellen Arbeitgebern und Stellen habe ich als relativ undankbar empfunden, da selten gezielt Mathematiker in Stellenausschreibungen adressiert werden. Der tatsächliche Einstieg war im meinem Fall sehr angenehm, da ich von Anfang an interessante Themen bekam, mich durch Programmierfähigkeiten schnell nützlich machen konnte und gleichzeitig nicht auf pures 'hacken' reduziert wurde.

Inwiefern wenden Sie Ihre im Studium erlernten Fähigkeiten und Fachkenntnisse im Beruf an?

Das Mathematikstudium ist eine einzigartige Weise seine Gedankenkraft und Urteilsschärfe zu schulen. Selbst wenn ich vermutlich nie wieder einen Normalenkegel berechnen werde und mir meine Wissen über Lie-Algebren im Arbeitsalltag nicht direkt hilft, so weiß ich, dass die arbeitsreichen Stunden der Beschäftigung mit dieserlei Themen mich trainiert und abgehärtet haben. Programmierfähigkeiten kann ich ganz konkret nutzen und auch den Plan meinen Optimierungsschwerpunkt einzubringen habe ich bisher noch nicht aufgegeben.

Denken Sie an Ihre Studienzeit in Göttingen zurück …

Denke ich an meine Studienzeit, so fallen mir in erster Linie meine Freunde aus diesen Tagen und die großartigen, gemeinsamen Erlebnisse ein. Denke ich an die Universität, so bin ich glücklich und dankbar an einer so offenen, wohlwollenden und freien Fakultät studiert zu haben. Natürlich war da auch noch auch all das Leid durch Zettel und Klausurvorbereitung, dass jedoch durch die glorreichen Aha-Erlebnisse wieder aufgewogen wurde.

Welche Tipps geben Sie Studierenden und Berufseinsteigern/innen mit auf den Weg?

Versetzt euch in die Rolle der Menschen bei denen ihr euch bewerbt. Auch eure Gegenüber sind Menschen mit Interessen. Im Idealfall sprecht ihr mit künftigen Kollegen/Vorgesetzten und die schauen meist in erster Linien nicht auf euer herausragendes Skillset, sondern darauf, ob man mit euch 'arbeiten kann'. Als Mathematiker ist man von fachlicher Seite aus hoch qualifiziert und angesehen. Wichtiger ist (übrigens für beide Seiten), dass es persönlich passt. Hauptaugenmerk für Bewerbungsverfahren in der Wirtschaft sollte ein gegenseitiges 'Beschnuppern' und ein möglichst ehrlicher Austausch über die beidseitigen Erwartungen sein. Macht euch klar wie eure Prioritäten liegen, nehmt euch die Zeit einen Überblick über potentielle Arbeitgeber aufzubauen und entwickelt ein Gefühl für die unterschiedlichen Unternehmenskulturen. In vielen Branchen: Macht euch frei davon euer Wissen anwenden zu wollen, sondern öffnet euch für neue Ansätze. Finanzielle Ambition sollte man zum Beginn seiner Karriere einem sympathischen Team, spannenden Aufgaben und guten Entwicklungschancen unterordnen. Letztlich: Habt keine Angst. Alles wird gut. ;)