Dr. Anselm Knebusch am Gymnasium Schwertstraße, Solingen

An welcher Schule (Name, Stadt, Bundesland) arbeiten Sie?

Gymnasium Schwertstraße, Solingen in Nordrhein-Westfalen

Wie haben Sie diese Stelle gefunden bzw. wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?

Ursprünglich habe ich eine wissenschaftliche Kariere angestrebt. Daher habe ich nach dem Diplom in Göttingen und Leuven (Belgien) promoviert. Während der Promotion habe ich mich jedoch gegen diesen Weg entschieden. Da die wirtschaftliche Lage nach meinem Abschluss gerade ungünstig war (Bankenkrise), habe ich bei der Jobsuche auch Alternativen zu Banken und Versicherungen in Erwägung gezogen. NRW hatte zu diesem Zeitpunkt gerade einen Mangel an MINT-Lehrern, so dass ein attraktives Seiteneinsteigerprogramm für das Lehramt eine gute Möglichkeit bot.

Wie haben Sie das Referendariat und den Berufseinstieg erlebt?

Da ich als Seiteneinsteiger kein Referendariat gemacht habe, sondern neben einer vollen Stelle die Seminarausbildung erhalten habe, war der Berufseinstieg sehr hart. Arbeitszeiten von bis zu 60 Stunden pro Woche waren die Regel. Dafür erhielt ich bereits ein volles Gehalt und hatte eine Übernahmegarantie ins Beamtenverhältnis bei erfolgreichem Abschluss des 2. Staatsexamens.

Ein weiterer Vorteil war darüber hinaus, dass ich schnell Routine in meinem Job erworben habe. Inzwischen hat sich die Arbeitsbelastung auf ein Normalmaß reduziert und ich habe viel Freude an meinem Beruf.

Wie hat Sie das Studium in Göttingen auf das Referendariat und den Schuldienst vorbereitet? Gibt es etwas, was Sie rückblickend im Studium anders machen würden?

Fachlich hat mich mein Studium sehr gut auf die Anforderungen im Schuldienst vorbereitet. Dies ist ein Punkt, der nicht zu unterschätzen ist. Im Unterricht der Sekundarstufe II ist ein vertieftes Fachwissen für eine souveräne Lehre unabdingbar, auch wenn manches Wissen nicht direkt benötigt wird. Didaktisch musste ich natürlich einiges Wissen aufholen, meine im Studium erworbenen Fähigkeiten zur Selbstorganisation und als Autodidakt waren hierbei allerdings sehr hilfreich.

Welche Tipps geben Sie Studierenden und Berufseinsteigern/innen mit auf den Weg?

Ein Studium dient meiner Meinung nach neben der Vermittlung von Fachinhalten auch der Persönlichkeitsentwicklung und der persönlichen Entfaltung. Hierbei ist es wichtig, die richtige Balance zu finden und zielstrebig den Abschluss im Auge zu behalten.

Darüber hinaus ist es wichtig flexibel zu bleiben. Gerade wenn sich Dinge anders entwickeln als erwartet, entstehen hieraus oft auch neue Möglichkeiten.