Dr. Hans-Joachim Helms - Biostatistiker bei der F. Hoffmann-La Roche AG

Bei welchem Unternehmen sind Sie beschäftigt und in was für einer Position/ in welchem Bereich arbeiten Sie dort? Was sind Ihre Aufgaben?

Ich arbeite bei der F. Hoffmann-La Roche AG im Standort Basel als Biostatistiker.
F. Hoffmann-La Roche AG ist ein weltweit tätiges Pharmaunternehmen sowie Hersteller von Reagenzien und Geräten zur medizinischen Untersuchung.
Meine derzeitigen Aufgaben sind die statistische Betreuung von klinischen Studien, von der Planung über die Auswertung bis hin zur Veröffentlichung der Ergebnisse. Zusätzlich entstehen aus dem Alltag heraus oder durch die Teilnahme an Arbeitsgruppen die Möglichkeiten wissenschaftliche Fragestellungen zu bearbeiten.

Wie haben Sie diese Position erlangt bzw. wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?

Ich habe mein Diplom in Wirtschaftsmathematik an der Uni Göttingen abgeschlossen und im Anschluss im Institut für Medizinische Statistik der UMG meine Dissertation bei Herrn Prof. Tim Friede und Herrn Prof. Martin Schlather im Bereich klinische Studien promoviert.
Während dieser Zeit wurde ich in der Lehre für Mediziner und in der statistischen Beratung von medizinischen Studien eingesetzt. Diese Tätigkeiten gaben mir die Möglichkeit erste Erfahrungen im Bereich medizinischer Statistik und klinischer Studien zu sammeln. Nach meiner Promotion (Abschuss an der Uni Mannheim durch Betreuerwechsel) habe ich mich bei F. Hoffmann-La Roche AG parallel auf drei ausgeschriebene Stellen mit statischem Tätigkeitsfeld beworben. Zusätzlich hat mich Prof. Tim Friede direkt bei einem seiner Kollegen vor Ort empfohlen.
Nach dem Bewerbungsverfahren habe ich bei F. Hoffmann-La Roche AG angefangen.

Wie haben Sie Ihren Berufseinstieg erlebt bzw. wie hat das Studium auf die Praxis vorbereitet?

Ich habe den Berufseinstieg als sehr gut, aber auch als aufregende und interessante Erfahrung erlebt. Auch wenn man bereits erste Erfahrungen im akademischen Bereich gesammelt hat so weiß man zu Beginn dennoch nicht was genau auf einen zukommt.
Der Einstieg bestand aus vielen Trainings und ich wurde langsam in die Abläufe und das Team integriert.

Inwiefern wenden Sie Ihre im Studium erlernten Fähigkeiten und Fachkenntnisse im Beruf an?

Ein fundiertes statistisches Grundlagenwissen ist erforderlich um als Statistiker zu arbeiten, auch wenn ich nicht alle Fachkenntnisse jeden Tag benötige, so sind sie auf jeden Fall von Vorteil. Zusätzlich ist die Denkweise eines Mathematikers/Statistikers sehr wichtig, wobei auch die Kommunikation mit anderen Fachbereichen unerlässlich ist.

Denken Sie an Ihre Studienzeit in Göttingen zurück ...

Ich habe meine Studienzeit in Göttingen sehr genossen, besonders die tollen Sommer mit Eis im Mathegarten. Selbst das Zettelrechnen in den Arbeitsgruppen war immer eine Freude (im Nachhinein sieht immer alles besser aus). Es war eine tolle Zeit, die ich mit sehr vielen Freunden und lustigen Erinnerungen verbinde.

Welche Tipps geben Sie Studierenden und Berufseinsteigern/innen mit auf den Weg?

Zuerst sollte man sich ein wenig Gedanken darüber machen, welche Bereiche oder welche Tätigkeiten für einen in Frage kommen. Alternativ kann man auch erst einmal ausschließen was auf keinen Fall erste Wahl sein soll.
Dann würde ich mich auch auf Stellen bewerben, dessen Anforderungen ich nicht zu 100 % erfülle, da stets die ideale Besetzung gesucht wird und man dennoch eine Chance hat die Stelle zu bekommen. Wenn der Betreuer gute Kontakte zu Kollegen in den entsprechenden Firmen hat, so kann dies durchaus von Vorteil sein um die erste Runde zu überstehen oder sich durch seine Empfehlung von der Masse abzuheben.

Sollte man zu einem Gespräch eingeladen werden, so ist es besonders wichtig sich nicht zu verstellen oder zu verkrampfen (zu locker natürlich auch nicht). Denn die Firma möchte dich kennenlernen und im Gegenzug ist es auch deine Chance das Unternehmen und die Mitarbeiter ein wenig besser kennenzulernen.