Urwald Ostkarpaten






TEAM & KONTAKT

Hermann Hondong
Dr. Hermann Hondong

Darina Hondong
Darina Hondong-Kulková

CDK9s - Conservation Detection Canines
Workgroup Endangered Species Conservation
Universität Göttingen
Bürgerstr. 50
D-37073 Göttingen
0049 (0)551 39 25635
hhondon@uni-goettingen.de


CONSERVATION DETECTION CANINES (CDK9s)

Eigene CDK9s werden basierend auf vieljährigen Erfahrungen mit Jagdhunden seit 2006 ausgebildet.

Champ vom Auenland
2006 bis 2013 - Weimaraner - Rüde
Eltern: Amy vom Auenland (VGP 317, HD A2, WG2, WF1) & Aski vom Kloster Neuenhaus (VGP 336, HD A2, WG1, WF1)
Arbeitsfeld - Direktnachweis von ausgewählten Vogelarten

Conservation dog


Grani vom Hemmershof
seit 2014 - Weimaraner - Hündin (HD A1)
Eltern: Freya von der Letzlinger Heide (VGP 318, HD A1, WG 1, WF1) & Babu des Filous Gris (HZP 180, HD A1, WG2, WF1)
Arbeitsfeld - Grundausbildung abgeschlossen - Vorbereitung auf direkten Nachweis ausgewählter xylobionter Arten

CDK9s


Adda vom Logabirumer Wald
seit 2019 - Weimaraner - Kurzhaar - Hündin
Eltern: Hati vom Hemmershof (VGP 307, HD B1, WG1, WF1) & Quinn vom Entenstrich (VGP 306, HD A2, WG1, WF1)
Arbeitsfeld – Grundausbildung begonnen

Conservation Dog


WEIMARANER ALS CDK9s

Der auch im Jagdgebrauch sehr vielseitig einsetzbare große Vorstehhund bringt aufgrund seiner Sinnesleistungen, der körperlichen Leistungsfähigkeit, der Motivation und der Kooperationsbereitschaft bei zielgerichteter Ausbildung und guter Veranlagung ausgezeichnete Voraussetzungen für eine Verwendung als Suchhund in allen Einsatzfeldern naturschutzbiologischer Fragestellungen mit. Im Vergleich vieler Hunderassen zeichnen sich Weimaraner durch eine sehr gute Auffassungsgabe und Lernfähigkeit aus und gelten aus diesem Grund als exzellente Arbeitshunde. Als Vorstehhund bringt der Weimaraner eine instinktive Anzeige von Zielobjekten auf Distanz – das sogenannte Vorstehen – mit. Diese Art der Anzeige verringert das Risiko von Störungen der Zielobjekte, z.B. durch direktes Veranlassen zum Ortswechsel, durch ein Zertreten von Spuren oder durch eine Verunreinigung von Proben (DNA). Das Vorstehen erleichtert zudem das kleinräumige Identifizieren der Aufenthaltsorte von Tieren vor dem ersten suchbedingten Ortswechsel und die Steuerbarkeit des Hundes in Anwesenheit von Wildtieren oder ihren Spuren. Bei gleichzeitiger Suche mit zwei Vorstehhunden kann die Position des Zielobjektes durch Triangulation der angezeigten Richtungen näherungsweise ermittelt werden. Kurzes Haar und helle Farbe des Hundes können Vorteile bieten im Hinblick auf das tägliche Entfernen von Schmutz, Dornen und Stacheln sowie Ektoparasiten und Folgeinfektionen vorbeugen helfen.


CDK9s AUSBILDUNGSINHALTE

  • Steuerbarkeit und Impulskontrolle
  • Verweistechniken
  • Lenkbare systematische Flächensuche von Zielobjekten
  • Verfolgung individueller Spuren von Zielobjekten
  • Zuordnung von Geruchsproben zu Individuen
  • Zuordnung von Geruchsproben zu Geruchsgradienten


CDK9s AUSBILDUNGSVERLAUF

  • 3 Jahre Grundausbildung bezüglich Arbeitstechniken und Arbeitsabläufen vorwiegend an Dummies
  • 1 bis 6 Monate spezielle Ausbildung an jeweiliger Zielart/Zielobjekt beginnend mit Geruchsübertragung von den Zielobjekten auf Dummies und danach Übergang zu den Zielobjekten selbst, abschließende Evaluierung des Sucherfolgs unter Versuchs- und Feldbedingungen



VERÖFFENTLICHUNGEN ZU SUCHHUNDEN IM NATURSCHUTZ

HONDONG, H. (2014): Einsatz von Arbeitshunden in der Wild- und Naturschutzbiologie – ein neues und anspruchsvolles Arbeitsfeld auch für Weimaraner. – Weimaraner Nachrichten 61 (3): 197 – 201


BETREUTE PROJEKT- UND ABSCHLUSSARBEITEN ZU SUCHHUNDEN IM NATURSCHUTZ

HARTL, C. P. (2017): Detection dogs discriminate scat of lynx (Lynx lynx) individuals [Suchhunde unterscheiden Kot von Luchs (Lynx lynx)-Individuen]. - Master´s Thesis Workgroup on Endangered Species Conservation, Georg-August-Universität Göttingen: 26 S.

HOFMANN, T. N. (2018): Factors influencing the detection success of cheetah scat by dog-human and human-only teams in a semi-arid thornbush savanna (Waterberg Conservancy, Namibia) [Einflußfaktoren auf den Sucherfolg von Gepardenkot durch Hund-Mensch- und Mensch-Teams in einer semiariden Dornbuschsavanne (Waterberg Conservancy, Namibia)]. - Master’s Thesis Workgroup on Endangered Species Conservation, Georg-August-Universität Göttingen: 54 S.

HOLLERBACH, L. (2012): Canine detection of free-ranging koalas (Phascolarctos cinereus) [Aufspüren freilebender Koalas (Phascolarctos cinereus) durch Suchhunde]. - Master´s Thesis Dpt. Conservation Biology, Georg-August-Universität Göttingen: 123 S.

SCHMIDT, S. H. (2017): Wir nehmen den Eremiten an die Leine – suchhund-gestützte Erfassung von Brutbäumen des Eremiten (Osmoderma eremita) im Uslarer Eichholz im Vergleich zu konventionellen Vorerhebungen und einer Analyse der Stabilität suchhund-gestützter Befunde sowie der Habitatwahl des Eremiten. - Projektbericht im Rahmen des Moduls M.Forst. 1231, Studiengang: M. Sc. Forstwissenschaften und Waldökologie, Schwerpunkt: Waldnaturschutz, Workgroup on Endangered Species Conservation, Georg-August-Universität Göttingen: 19 S. und Anhang 40 S.

SCHMIDT, S. H. (2017): Erprobung und Qualitätssicherung suchhundgestützter Erfassungen xylobionter Insekten am Beispiel des Eremiten (Osmoderma eremita SCOPOLI, 1763) – Experimentelle Line Ups und Felderhebung von Habitatbäumen in ausgewählten Sollingwäldern der Niedersächsischen Landesforsten (Forstämter Dassel und Neuhaus). - Master‘s Thesis, Workgroup on Endangered Species Conservation, Georg-August-Universität Göttingen: 50 S. und Anhang 106 S.

GRÜNDE FÜR DEN EINSATZ VON SUCHHUNDEN IN DER NATURSCHUTZBIOLOGIE

Entscheidungen im Naturschutz erfordern belastbare Informationen zu den Schutzobjekten, zu den Handlungsoptionen und zur Effektivität und Effizienz verfolgter Strategien und durchgeführter Maßnahmen. Wichtige art- oder populationsbezogene Daten sind in diesem Kontext die Verbreitung, die Populationsgröße, die Populationsdichte und die Populationsdynamik. Alle diese Parameter erfordern bei aller Unterschiedlichkeit der Anforderungen im Detail eine objektive, reliable und valide Erfassung von Individuen der betrachteten Arten.

Arten von besonderem Naturschutzinteresse sind aber häufig selten, kommen in niedrigen Dichten oder kleinen Populationsgrößen vor, leben versteckt, sind vorwiegend nachtaktiv oder besiedeln unwegsame, schlecht erreichbare Gebiete mit fehlender oder geringer Infrastruktur. Aus Sicht des Menschen bedeutet dieses oft sehr niedrige Beobachtungswahrscheinlichkeiten mit dem Ergebnis eines hohen finanziellen, zeitlichen und körperlichen Aufwandes um repräsentative Schätzungen mit angemessener Genauigkeit zu erreichen.

Durch die Nutzung der dem Menschen weit überlegenen Sinnesleistungen von Hunden vor allem im Bereich des Geruchs und daneben auch des Gehörs und des Bewegungssehens lässt sich für viele Arten oder deren Spuren die Beobachtungswahrscheinlichkeit sehr deutlich erhöhen und der Erfassungsaufwand entsprechend senken. Nicht umsonst jagen Mensch und Hund schon seit vielen Jahrtausenden sehr erfolgreich gemeinsam. In einigen Einsatzbereichen wie der Verfolgung individueller Fährten oder der olfaktorischen Unterscheidung von Individuen sind Hunde ohnehin alternativlos. Hinzu kommt, dass suchhundebasierte Verfahren häufig weniger invasiv für die betroffenen Individuen sind als alternative Methoden.

Hunde verbinden hohe multimodale sensorische Fähigkeiten in einzigartiger Kombination mit beeindruckender Mobilität, eigenständiger Suche, hoher Analysegeschwindigkeit und Kooperationsbereitschaft mit dem Menschen, die sie im Bereich der Geländearbeit durch technische Lösungen bis heute nicht ersetzbar machen.


EINSATZFELDER VON SUCHHUNDEN IN DER NATURSCHUTZBIOLOGIE


Mittlerweile liegen weit über 100 Publikationen zum Einsatz von Suchhunden für viele verschiedene Arten und Fragestellungen vor. Von diesen entfallen etwa 3/5 auf Säugetiere, 1/5 auf Vögel und 1/5 auf Arten aus weiteren Gruppen darunter auch Wirbellose und Pflanzen. Suchhunde können in verschiedenen Einsatzfeldern durch direkte oder indirekte (Fährten, Kot, Urin, Haare, Federn, Fraßspuren, Bauten, Nester u.a.) Indikation von Arten dazu beitragen naturschutzrelevante Fragestellungen in Forschung wie Anwendung zu beantworten. Hinzu tritt die Möglichkeit über den Nachweis einer Art hinaus auch gezielt artbezogenes Material wie z.B. Kot für weitergehende Analysen (DNA, Nahrungsspektrum, Parasiten und andere Krankheiten, endokrine Substanzen wie Kortisole oder Progesteronmetaboliten, Toxinbelastung) zu suchen. Da Hunde auch Individuen und ihre Spuren erfolgreich differenzieren können, zeichnen sich weitere Einsatzfelder im Hinblick auf die Zuordnung von Geruchsproben zu Individuen und das Ersetzen entsprechender DNA-Analysen oder das Verfolgen individueller Fährten genauer als mit GPS-Telemetrie ab. Möglicherweise lassen sich auch krankheits-, stress- und reproduktionsrelevante Parameter in Kot oder Urin direkt durch entsprechend trainierte Hunde abbilden. Das Ergänzen oder Ersetzen von DNA- und hormonellen Laboranalysen könnte Kosten reduzieren und zeit- wie ortsnähere Ergebnisse liefern.

Suchhundgestützte Surveys können aus diesen Gründen oft mit hohen Effektivitäts- und Effizienzvorteilen für eine Reihe naturschutzbiologischer Fragestellungen eingesetzt werden:

  • Differenzierung besetzter und nicht besetzter Landschaftsteile
  • Dichte, Größe und Dynamik von Populationen
  • Wahl, Nutzung und Qualität von Habitaten
  • Aktionsraumgröße und -nutzung
  • Nahrungswahl und -qualität
  • Vitalität, Störungsstress, Nahrungsstress, Parasiten- und andere Krankheits- sowie toxische Belastungen, Reproduktion

Darüber hinaus lassen sich Suchhunde gut in bestehende Inventuransätze wie Probeflächen-, Patch Occupancy-, Distance Sampling- und Fang-Wiederfang-Verfahren integrieren. Weitere Optionen Hunde im Kontext naturschutzbiologischer Fragen einzusetzen betreffen die Simulation von Entdeckungswahrscheinlichkeiten durch vorwiegend geruchsorientierte Prädatoren und die Simulation prädatorenverursachter Störungen. Weitere Anwendungen von Suchhunden liegen im Nachweis von verstorbenen Tieren oder Tierteilen bei mortalitätsbezogenen Untersuchungen und im Aufspüren und Management invasiver Arten.


CDK9s QUALITÄTSSICHERUNG

  • Wahl sehr gut geeigneter Hunderassen und Welpen aus auf Gesundheit und Leistung geprüften Zuchten
  • Zeitlicher Ausbildungsumfang bis zur Einsatzreife ca. 3.000 Std.
  • Förderung einer motivierten und selbständigen Arbeitsweise des Hundes unter Minimierung der Notwendigkeit von Interventionen des Hundeführers
  • Bestmögliche Nutzung intrinsischer Motivation in Training und Arbeitseinsatz durch Orientierung der Ausbildungsmethoden am „Hunting-Modell“
  • Einsatz erfahrener Hunde mit einem Alter und Trainingszeitraum von mindestens 3 Jahren
  • Erreichen definierter Standards in den Arbeitsfeldern hinsichtlich Übersehensraten und Falschanzeigen auf international hohem Niveau durch dokumentierte Trainingsprotokolle unter Berücksichtigung von Umgebungsbedingungen sowie von Ablenkungsreizen und Erschöpfung
  • Laufende physische und mentale Vorbereitung der Hunde auf Arbeitseinsätze sowie Gewähren ausreichender Zeit für eine Akklimatisierung im Einsatzgebiet
  • Verfügbarkeit von zwei Hunden zur Vertretung bei Ausfällen, zur Erhöhung der Flächenleistung bei gleichzeitiger Suche, zu alternierendem Einsatz bei schwierigen Suchen und zur wechselseitigen Überprüfung von Indikationen und Sucherfolgen
  • Training der Hunde durch zwei Hundeführer, die in der Lage sind mit jedem Hund zu arbeiten
  • Regelmäßige Außenbeobachtung von Training und Feldarbeit eines Teams durch 2. Hundeführer
  • Vorstudie zielobjekt- und regionsspezifischer individueller Suchcharakteristika des Hundes zur Ableitung effektiver und effizienter Transektbreiten und –längen als wichtige Grundlage des Inventurdesigns
  • Professionelle Inventurplanung und -auswertung zur Sicherstellung von Objektivität, Reliabilität und Validität der Ergebnisse
  • Sicherstellung der Unversehrtheit der Ziel- und anderer Arten durch störungsminimierende Einsatzplanung und Einsatzdurchführung, durch Training eines ultimativen „Halt“-Kommandos auf Ruf, Pfiff und Sichtzeichen, durch Förderung einer distanten Anzeige durch Vorstehen, ggfs. auch durch Arbeiten an der Suchleine und mit Maulkorb sowie durch Impfung und Parasitenprophylaxe der Hunde zur Vermeidung des Übertragens von Krankheiten auf Wildtiere
  • Sicherstellung des Wohlergehens der Hunde durch motivationsgetragenes Training und Arbeiten, durch entsprechend orientierte Einsatzplanung und Einsatzdurchführung (jahres- und tageszeitliche Suchzeiten, Suchdauern, Unterbrechung der Arbeit bei Müdigkeit, Erschöpfung oder Überhitzungsrisiko, Wasserverfügbarkeit, Aufwärmungs-, Abkühlungs- und Erste-Hilfe-Optionen), durch hochwertige und leistungsgerechte Ernährung sowie eine adäquate Gesundheitsvorsorge durch Impfungen und Parasitenprophylaxe


CDK9s FOKUS NACH ARTENGRUPPEN, HABITATEN UND REGIONEN


Entsprechend des grundsätzlichen Interesses an Fragestellungen zum Einfluss des Menschen auf die Artenzusammensetzung von Wäldern kommen Ziel- und Schirmarten, die sensitiv auf Einflüsse wie Flächenverlust und Fragmentierung von Wäldern, Waldbewirtschaftung oder Jagd reagieren, für eine Bearbeitung in Frage. Dieses können Säugetiere, Vögel oder xylobionte Insekten sein. Welche Arten konkret in der Ausbildung und im Einsatz der Suchhunde zur Bearbeitung kommen werden, hängt derzeit noch von entsprechenden Projektentwicklungen und -bewilligungen ab. Der erforderliche zeitliche Vorlauf zur Spezialisierung und Qualitätssicherung der Suchhunde im Hinblick auf eine gewählte Zielart beträgt bis zu 6 Monate. Der räumliche Fokus ist international mit Schwerpunkt auf dem Verbreitungsgebiet europäischer Rotbuchenwälder.

CDK9s