Fakultät für Biologie und Psychologie

Evolution von Kooperation und prosozialem Verhalten

Das evolutionsbiologische Rätsel der Kooperation nicht-verwandter Individuen ist bis heute nicht vollständig gelöst. Insbesondere Menschen zeigen diesbezüglich ein ungewöhnliches Verhalten. Einmal sind sie kooperativ und uneigennützig, dann wieder egoistisch und nicht zur Kooperation bereit. Wie aber ist dieses widersprüchliche Verhalten zu erklären? Dieser Frage widmet sich die Nachwuchsgruppe „Evolution von Kooperation und prosozialem Verhalten“ unter der Leitung von Prof. Dr. Dirk Semmann.
Im Mittelpunkt stehen hierbei die evolutionäre Entstehung und die Aufrechterhaltung von kooperativem Verhalten beim Menschen. Zur Erforschung dieser Fragen werden Probanden und Probandinnen eingeladen, um an computerunterstützten Interaktionsspielen teilzunehmen. Diese ökonomischen Spiele entstammen der Spieltheorie und erlauben es das Kooperationsverhalten in verschiedenen Problemsituationen zu untersuchen. Weiterhin werden die experimentellen Forschungsvorhaben durch die Erarbeitung und Analyse von Modellen und Computersimulationen unterstützt. Eine weitere Möglichkeit zur Erforschung von Kooperation bieten vergleichende Studien zwischen Menschen und nicht-menschlichen Primaten, die in Zusammenarbeit am Courant Forschungszentrum „Evolution des Sozialverhaltens“ stattfinden.
Das komplexe menschliche Sozialverhalten verstehen wir bisher nur bruchstückhaft, daher orientieren sich die Forschungsfragen der interdisziplinär ausgerichteten Gruppe an Themen wie Reputationsbildung, Informationsaustausch, Reziprozität, Ausgrenzung, und Bestrafung. Ein besonderer Schwerpunkt bildet dabei die Erforschung der wechselseitigen Beeinflussung der Umgebungsstruktur (d.h. dem ökologischen Kontext) und prosozialem Verhalten des Menschen. Das besondere Augenmerk der Gruppe liegt darauf wie das menschliche Verhalten durch soziale Netzwerkstrukturen beeinflusst wird.

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