Fakultätskolloquium Wintersemester 21/22

Nutztierwissenschaften zwischen Tradition und Moderne

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1.11.21 Tier und Fleisch im 21. Jahrhundert – Chancen, Risiken, Perspektiven
Tierprodiktion und Fleischkonsum sehen sich heute erbitterter gesellschaftlicher Kritik ausgesetzt. Medien und institutionelle Ernährungsbildung warnen vor Fleischkonsum, aber der Konsum geht trotzdem kaum zurück. Woran das liegt versucht der Vortrag zu erklären. Die Gründe liegen einmal in der soziokulturellen Bedingtheit der Esskultur, vor allem aber in der historischen Genese des Konsums: Tierische Nahrungsmittel waren nämlich vom Beginn der Menschheit an Garanten für Überleben und Achillesversen der Ernährung.

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Prof. Dr. Gunther Hirschfelder, Regensburg | ✉ E-Mail
Prof. Dr. Hirschfelder ist seit 2010 Professor für Vergleichende Kulturwissenschaft an der Universität Regensburg. Daneben publizistische und journalistische Arbeiten.
Arbeitsschwerpunkt ist die Erforschung historischer, gegenwärtiger und zukünftiger Ernährungskulturen. Seit 2018 leitet er das BMBF- Verbundprojekt „Verdinglichung des Lebendigen: Fleisch als Kulturgut“.




6.12.21 Berglandwirtschaft – Eine Landwirtschaft von gestern?
Auch die Berglandwirtschaft Europas muss sich dem globalen Wettbewerb stellen. Dabei ist ihre Ausgangslage aufgrund der Rahmenbedingungen (u.a. Klima, geographische Lage) extrem ungünstig. Hat sie dennoch eine Chance oder ist sie ein Auslaufmodell? Im Vortrag werden Überlebensstrategien am Beispiel der italienischen Alpen sowie die Zukunftsperspektive dargestellt. Es wird auch die Frage gestellt, ob man möglicherweise voneinander lernen kann? Wer hat die bessere Strategie? Welche Landwirtschaft ist wirklich die von Gestern?

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Prof. Dr. Dr. Matthias Gauly, Bozen | ✉ E-Mail
Prof. Gauly ist Nutztierwissenschaftler und Veterinärmediziner. Vor seiner Tätigkeit an der Freien Universität Bozen, Südtirol, hat er u.a. mehr als 10 Jahre den Lehrstuhl Produktionssysteme landwirtschaftlicher Nutztiere in Göttingen geleitet. Von der Intensivregion der tierischen Veredlung zur Berglandwirtschaft in den Alpen ist es nicht nur geographisch ein weiter Weg. Heute leitet er die Arbeitsgruppe Nutztierwissenschaften. Sein Arbeitsschwerpunkt ist heute die Milcherzeugung
                                im Berggebiet und deren Optimierung vom Tierwohl bis zur Ökonomie.




17.1.22 Where do we go from here? Alte und neue Zuchtziele und wie man sie erreichen kann.
Zuchtziele spiegeln die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erwartungen an zukünftige Produktionssysteme und Marktbedingungen wider. Die Geschichte der Tierzucht ist gekennzeichnet durch immer umfassendere Zuchtziele, was den Einsatz zunehmend komplexerer Züchtungsmethoden erforderte, um diese Ziele zu erreichen. Aufgrund der Klimakrise und veränderter gesellschaftlicher Erwartungen an die Tierproduktion stehen wir heute vor einem erheblichen Strukturwandel. In dem Vortrag wird diskutiert, wie sich dies auf zukünftige Zuchtziele auswirken wird und mit welchen Zuchtmethoden diese Ziele erreicht werden können.

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Prof. Dr. Henner Simianer, Göttingen | ✉ E-Mail
Henner Simianer ist seit 2001 Professor für Tierzucht und Haustiergenetik an der Georg-August-Universität Göttingen.
Er befasst sich auf quantitativ-genetischer Grundlage mit methodischen Aspekten der Tierzucht, insbesondere mit der Zuchtplanung und der Einbindung neuer genomischer Informationen in die Zucht.




7.2. 22 Ammoniakemissionen von freibelüfteten Rinder- und Schweineställen
Prof. Hartung fokussiert sich in seinem Vortrag auf aktuelle Ergebnisse aus Forschungsprojekten zur Thematik. Konkret werden im Vortrag Ammoniakemissionsfaktoren und emissionmindernde Maßnahmen für frei belüftete Milchviehhaltungssysteme (Verbundprojekt EmiDat) sowie für frei belüftete (Mast-)Schweinehaltung (mit Auslauf) (Verbundprojekt EmiMin ) vorgestellt.

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Prof. Dr. Eberhard Hartung, Kiel | ✉ E-Mail
Prof. Dr. habil. sc.agr. Eberhard Hartung ist W3 Professor und Direktor des Institutes für Landwirtschaftliche Verfahrenstechnik (ILV) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Das vorrangige Ziel ist die wissenschaftliche Entwicklung, der Aufbau und die Validierung innovativer, problemorientierter verfahrenstechnischer Lösungen für Bereiche der landwirtschaftlichen und regenerativen Produktion.