Notfall-Stipendium der GGG

Die Göttinger Graduiertenschule Gesellschaftswissenschaften (GGG) vergibt bis zu 2 Notfall-Stipendien pro Jahr an Promovierende der Gesellschaftswissenschaften, die ohne eigenes Verschulden in eine unvorhersehbare Notlage geraten sind.
Auch der beste Promovend oder die beste Promovendin kann mit zeitlichen Verzögerungen, unvorhersehbaren methodischen Problemen, sozialen oder gesundheitlichen Schwierigkeiten oder einem nicht planbaren Ausfall der Finanzierung (z.B. durch Krieg im Herkunftsland) konfrontiert werden. Mit dem Ziel, auch in diesen Fällen die Weiterführung und den erfolgreichen Abschluss einer Promotion zu begleiten, hat die GGG ein Notfallstipendium eingerichtet.
In einer gemeinsamen Anstrengung von Promovend bzw. Promovendin mit der Promotionsbetreuung und der Graduiertenschule soll so eine zeitnahe Überwindung der Krise ermöglicht werden.

Ziele:

  • Verminderung des Risikos eines Promotionsabbruchs;
  • Verminderung einer Verlängerung der Promotionszeit aufgrund von Finanzierungssorgen und Jobben;
  • Nachteilsausgleich (z.B. für Eltern, Promovierende nicht-wohlhabender Familien, Klient/innen der Ausländerbehörde, usw.);
  • Bewältigung einer Notlage oder Überbrückungsphase in Kooperation von Promovend/in, Promotionsbetreuung und Graduiertenschule.


Die Förderdauer beträgt maximal 4-6 Monate bei einer Förderhöhe von 1.200 Euro (plus ggf. 400 Euro bei 1 Kind, plus ggf. 100 Euro pro weiterem Kind) pro Monat. Die Stipendien werden auf Basis der "Richtlinie zur Vergabe von Stipendien an der Universität Göttingen" vergeben.
Anträge können jederzeit für die jeweils nächsten 9 Monate gestellt werden.

Voraussetzungen für den Antrag sind:

  • Zulassung als Doktorand*in und Mitgliedschaft in der GGG
  • Eintreten eines Notfalls (definiert als nicht eingeplantes, nicht selbstverschuldetes und zeitlich dringendes Ereignis), der überbrückt werden soll, um das Promotionsprojekt erfolgreich weiterzuführen bzw. abzuschließen
  • erfolgversprechendes Promotionsvorhaben (Begutachtung durch die Betreuung plus ggf. externes Gutachten)
  • Darlegung der eingeleiteten und geplanten Schritte von Promovend/in und Promotionsbetreuung zur Überwindung der Notlage (fachlich, methodisch, Einbindung in die Scientific Community, ggf. finanzieller Anteil)
  • Bereitschaft der / des Promovierenden, an einem Auswahlgespräch teilzunehmen und max. 3 Monate nach Ende der Förderung einen kurzen, schriftlichen Bericht bei der GGG einzureichen
  • andere Fördermöglichkeiten sind nicht vorhanden / ausgeschöpft (Promovierende aus Promotionsprogrammen (z.B. DFG), können sich nur bewerben, wenn eine Förderung im Programm nicht möglich ist - Begründung bitte beifügen). Teilförderungen sind möglich.


Auswahlkriterien:

  • Basis ist die Definition von Notfall als Ereignis, das nicht selbstverschuldet, nicht absehbar / eingeplant und zeitlich dringend ist
  • Hintergründe des Notfalls sind nachvollziehbar und Lösungsstrategien sowie Beitrag von Promovend/in und Promotionsbetreuung sind realisierbar
  • Auswahl anhand von diversitätsrelevanten Kategorien (gemäß Familienfreundlicher Hochschule, Diversitätsmanagement, Allgemeinem Gleichstellungsgesetz)
  • Berücksichtigung des Einkommens der Partnerin bzw. des Partners für die (Höhe der) Förderung


Mehrfachhindernisse werden in die Bewertung des Notfalls einbezogen. Je mehr und gewichtigere Faktoren im Einzelfall anerkannt werden, desto höher die Chancen auf eine Förderung. Bitte stellen Sie die Faktoren also gut nachvollziehbar in Ihrer Bewerbung dar.

GGG_DiversitätsfaktorenDT


Der Antrag muss enthalten:

  • Antragsbogen für das Notfallstipendium als word-Datei oder pdf
  • Fragebogen der GGG zur Aktualisierung Ihrer Daten
  • tabellarischer Lebenslauf und bisherige Abschlusszeugnisse (in Kopie)
  • Begründung für das erforderliche Notfallstipendium (insgesamt höchstens 4 Seiten), die folgende Punkte enthalten soll:
    • Beginn und bisheriger Verlauf des Promotionsprojektes, Betreuungssituation und bisherige Finanzierung
    • nachvollziehbare Schilderung der akuten Notlage (Wie kam es hierzu? Inwiefern war dies nicht absehbar? Welche Lösungsoptionen werden gesehen? Welche anderen Schritte wurden eingeleitet? Wer ist in die Lösung eingebunden (insbesondere die Promotionsbetreuung)?)
    • Erklärung über Ihre finanzielle Situation und die Ihrer engeren Familie: Welches Einkommen haben Sie in welcher Höhe aus welcher Quelle? Welche Kosten werden ggf. von anderen Institutionen übernommen?
    • Wenn vorhanden: Darstellung zusätzlicher Gründe für eine Förderung (z.B. Verantwortung für Kinder und Pflege, soziale Herkunft, Behinderung oder Erkrankung, familiäre Situation, Aufenthaltsstatus, Bedarf an Assistenz)
    • ggf. Darstellung weiterer wissenschaftlicher Gründe, die für die Förderung sprechen (z.B. Cotutelle)
  • aktuelles Inhaltsverzeichnis der Dissertation, aus dem der Arbeitsstand ersichtlich ist (welche Abschnitte sind fertig, welche benötigen welche Überarbeitung bzw. welche fehlen noch?)
  • Arbeits- und Zeitplan für die beantragte Förderperiode.
  • Stellungnahme der Promotionsbetreuung mit Kontaktdaten. Diese Stellungnahme soll Auskunft darüber geben, warum die Förderung sinnvoll, dringlich und notwendig ist. Es sollte erwähnt werden, welchen Beitrag der Betreuer bzw. die Betreuerin zur Lösung des Problems einbringt bzw. warum ggf. ein Beitrag nicht möglich ist. Zudem soll eingeschätzt werden, ob und bis wann der Abschluss des Promotionsprojektes realistisch zu erwarten ist.
  • Erklärung, welche Kosten ggf. von anderen Institutionen übernommen werden.
  • Bescheinigung der Annahme als Doktorandin oder Doktorand durch das Dekanat (in Kopie)


Einen Antrag stellen kann jedes promovierende Mitglied der GGG als Brief oder pdf an: Göttinger Graduiertenschule Gesellschaftswissenschaften (GGG), Historische Sternwarte, Geismar Landstr. 11, 37083 Göttingen, ggg@uni-goettingen.de