Sieg vor dem Bundesgerichtshof - Göttinger Studentinnen siegen im Finale des ELSA-Deutschland Moot Courts

Eine „haarscharfe“ Entscheidung für „das bessere von zwei sehr guten Teams“ sei im Finale des ELSA-Deutschland Moot Courts (EDMC) gefallen, so der Richter am Bundesgerichtshof (BGH) Manfred Born bei der Urteilsverkündung. Mit nur einem Punkt Vorsprung setzten sich Gesa Güttler und Katharina Knoche aus Göttingen am 22. Juni 2012 im bundesweiten Wettbewerbs gegen Jonas Hofer und Christoph Kling aus Mannheim durch. Eine Stunde lang hatten die Studentinnen in der simulierten Verhandlung am BGH um ein Erbe im Wert von 120.000 Euro gekämpft – und letztlich Recht bekommen. Auch mit ihrer schriftlichen Vorarbeit hatten die beiden die Richterbank, bestehend aus fünf Richtern und Rechtsanwälten am BGH, überzeugt.

Die vier Jurastudenten hatten sich in zwei Runden für das Finale am höchsten deutschen Zivilgericht qualifiziert und dabei rund 70 Studenten aus ganz Deutschland hinter sich gelassen. Ein Jahr lang hatten sie sich auf die Verhandlung vorbereitet. Fünf Wochen zuvor bekamen sie zum ersten Mal den Fall zu Gesicht. Drei Wochen blieb den Mannheimer Studenten, um die Klageschrift zu verfassen, eine Woche den Göttingerinnen für ihre Klageerwiderung. Besonders für die Gewinnerinnen, die erst im vierten Semester sind, nicht ganz einfach: Der Fall hatte das Niveau einer Klausur im juristischen Staatsexamen.

Die Simulation der Gerichtsverhandlung fand in diesem Jahr bereits zum neunzehnten Mal statt. Während Moot Courts besonders in den USA häufig bereits fest ins Studium eingeplant sind, veranstalten sie nur einzelne deutsche Universitäten. „Mit seinem deutschlandweiten Netzwerk kann ELSA helfen, den Bezug zur Praxis schon früh im Studium zu schaffen“, so Felix Grasser, der Präsident von ELSA-Deutschland e.V. Im größten deutschen Wettbewerb im Zivilrecht bekommen junge Juristen so die Chance, ihre Kenntnisse und Fertigkeiten „in letzter Instanz“ einzusetzen – etwas, wovon viele fertige Anwälte noch träumen.