Theologische Fakultät

Tagungsreihe "Buchnähte im Hexateuch"



Das Phänomen der Übergänge bzw. "Nähte" zwischen biblischen Büchern, die in einem größeren Erzählzusammenhang stehen, ist in seiner Wichtigkeit seit längerer Zeit erkannt und im Einzelfall auch intensiv diskutiert worden. Kaum bestritten ist heute, dass an diesen Übergängen viel über die Entwicklung biblischer Bücher und die Entstehungsbedingungen biblischer Literatur generell gelernt werden kann; kaum Einigkeit besteht dagegen hinsichtlich der konkreten Ergebnisse.

Aus diesem Grund sollen in der von PD Dr. Christoph Berner und Dr. Harald Samuel initiierten und großzügig von der Fritz Thyssen Stiftung unterstützten Tagungsreihe "Buchnähte im Hexateuch" erstmals alle Buchübergänge im Textbereich Genesis-Josua einer systematischen Analyse unterzogen werden: Neben literarhistorischen Thesen werden dabei auch der empirische Befund sowie Umwelt und Rezeptionsgeschichte des Alten Testaments in angemessener Weise Beachtung finden. Die Tagungsreihe will so auch einen frischen Beitrag zur kontrovers geführten Debatte um die Literaturgeschichte des Hexateuch leisten.

Die zweite Tagung zum Übergang zwischen den Büchern Josua und Richter findet vom 23. - 26. März 2015 in Göttingen unter Beteiligung namhafter Exegeten aus Deutschland, Israel und den USA statt. Den öffentlichen Teil des Programms bildet der Abendvortrag von Prof. Dr. Dr. h.c. Israel Finkelstein (Tel Aviv) unter dem Titel "The 'Conquest of Canaan' and the 'Period of the Judges': An Archaeological Perspective". Er findet am Dienstag, 24. März, 18.30 Uhr in der Paulinerkirche statt.

Die Reihe nahm ihren Auftakt mit einer Tagung zur literarischen Verbindung der Bücher Genesis und Exodus (24. - 27. März 2014). Eröffnet wurde sie durch den Vortrag "Spurensuche - Überlegungen zur Textgeschichte des Gilgamesch-Epos" des Leibniz-Preisträgers Prof. Dr. Dr. h.c. Stefan Maul (Heidelberg).