Institut für Erziehungswissenschaft

Inklusion als Thema in Schule und Lehrer*innenbildung

Im Herbst diesen Jahres findet im Rahmen des Projekts Inklusiver Kompass eine Veranstaltungsreihe zum Thema Inklusion statt. Die Vorträge mit anschließender Diskussion richten sich an Lehrende und Mitarbeitende aus den Fachdidaktiken, Bildungswissenschaften und Schulen. Auch andere Interessierte sind herzlich eingeladen!


Vortrag I und II am 25.10.18
Raum: 0.147 (Kinder- und Jugendbibliothek), Waldweg 26

I: Inklusion in Niedersachsen und Deutschland – aktueller Stand und Entwicklungen
16:30-18:00 Uhr
Referent*in: Torsten Dietze
Der Vortrag stellt zunächst die Entwicklungen der letzten Jahre hinsichtlich der sonderpädagogischen Förderung in Deutschland und Niedersachsen auf einer quantitativen Ebene dar. Weiter stehen dann Besonderheiten in der niedersächsischen Entwicklung sowie ein Blick auf heutige und kommende Entwicklungsherausforderungen im Fokus (u.a. Demographie, Möglichkeit einer wohnortnahen Inklusion, alternative schulische Förderangebote). Zudem wird, u.a. anhand des Jahresberichts des Landesrechnungshof Niedersachen (veröffentlicht im Juni 2018), auf die geplante Weiterentwicklung der Organisation der sonderpädagogischen Förderung eingegangen.

Torsten Dietze studierte Sonderpädagogik und Politikwissenschaften in Frankfurt am Main. Von 2009 bis 2014 war er Doktorand am Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF, Leibniz-Gemeinschaft). Seit April 2018 arbeitet er als Post-Doc an der HU Berlin am Institut für Rehabilitationswissenschaften.


II: Inklusive Schul- und Unterrichtsentwicklung & multiprofessionelle Kooperation
18:30-20:00 Uhr
Referent*in: Ann-Kathrin Arndt  

Ausgehend von einem weit gefassten Verständnis zielt Inklusion programmatisch nicht nur auf die Anwesenheit von Schüler*innen mit und ohne Förderbedarf in der allgemeinen Schule, sondern ebenso auf die Förderung der Akzeptanz, Partizipation und Lern- und Leistungsentwicklung aller Schüler*innen. Auf der Ebene der Einzelschule kann Inklusion als Anlass für die Schul- und Unterrichtsentwicklung gefasst werden. Als eine zentrale Dimension inklusiver Schulentwicklung gilt die (multi-)professionelle Kooperation, welche sich zugleich als voraussetzungsvoll erweist. Im Vortrag werden auf Basis von bisherigen Forschungsergebnissen ausgewählte Fragen inklusiver Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie (multi-)professioneller Kooperation in den Blick genommen und anschließend gemeinsam diskutiert. 

Ann-Kathrin Arndt ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Leibniz Universität Hannover (Institut für Sonderpädaogik | Leibniz School of Education). Ihre Arbeitsschwerpunkte umfassen (multi-)professionelle Kooperation, inklusive Schul- und Unterrichtsentwicklung und inklusive Lehrer*innenbildung


7.11.18
III: Inklusion und Fluchtmigration
18:15-20:00 Uhr
Raum: 4.105, Waldweg 26
Referent*in: Jenna Strzykala
Basierend auf der Methodologie der Linguistic Ethnography bzw. der Ethnography of Multilingualism (Blackledge & Creese 2010; Copland & Creese 2015) bietet der Vortrag Einblicke in den Unterrichtsalltag einer Vorbereitungsklasse für neuzugewanderte Schüler*innen an einer Hauptschule und insbesondere auf die dort praktizierte Deutschförderung durch eine mehrsprachige Lehrkraft mit familialer Migrationsgeschichte. Mittels teilnehmender Beobachtungen konnte dort rekonstruiert werden, wie die Schüler*innen anhand der Homogenisierungsmaßnahme „Vorbereitungsklasse“ als eine für die deutsche (inklusive) Schule (noch) nicht integrierbare Lerngruppe hervorgebracht werden (vgl. Panagiotopoulou, Rosen & Karduck 2017; Panagiotopoulou, Rosen & Strzykala 2018; 2019).

Jenna Strzykala ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität zu Köln sowie Doktorandin im international vergleichenden Projekt „Educational Professionalism, Migration, and Multilingualism“ (Leitung: Prof.’ Dr. Argyro Panagiotopoulou und Prof.’ Dr. Lisa Rosen). Ihre Arbeitsschwerpunkte umfassen (Flucht-)Migration und Mehrsprachigkeit, Inklusion und Umgang mit (Herkunfts- und Sprachen-)Heterogenität, vergleichende Bildungsforschung und qualitative Forschungsmethoden.


14.11.18
IV: Ethnographische Befunde zur Herstellung von Differenz und Ungleichheit im inklusiven Unterricht  
18:15-20:00 Uhr
Raum: 4.105, Waldweg 26
Referent*in: Thorsten Merl
Der Vortrag stellt Erkenntnisse der ethnographischen Dissertationsstudie zur Herstellung von Differenz und Ungleichheit im inklusiven Unterricht der Sekundarstufe I vor. Anhand exemplarischer Rekonstruktionen wird gezeigt, wie Lehrkräfte in unterrichtlichen Praktiken Schüler*innen entlang der Zuschreibung genügender bzw. ungenügender Fähigkeiten differenziert regulieren und welche Formen der Teilhabe am Unterricht hieraus hervorgehen. Darüber hinaus wird dargelegt, in welchem Zusammenhang jene praktisch vollzogenen Differenzierungen der Lehrkräfte zu gesellschaftlichen Fähigkeitserwartungen und der Differenzkategorie Behinderung stehen.

Dr. Thorsten Merl ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln am Arbeitsbereich für allgemeine Didaktik und Schulforschung. Seine Arbeitsgebiete sind die rekonstruktive Inklusions- und Differenzforschung, Schul- und Unterrichtsforschung sowie pädagogische Professionalität.


Die Räume sind barrierefrei zugänglich.
Wir bedanken uns beim MKW Niedersachsen für die Finanzierung der Veranstaltungsreihe im Rahmen des Inklusiven Kompass.