Vortragsreihe: Public Health and Migration

Organisiert von der Forschungsgruppe Public Health und Migration des CeMig, online via Zoom

24. November 2022 16:15-17:45 (CET)
Prof. Dr. Simon Fink (Institute for political science, University of Göttingen)
Party Politics and the Shaping of Migration and Welfare Policy in the Council of Ministers
The Council of Ministers is still the decisionmaking centre of the EU in migration policy. However, we know little about the determinants of member state´s policy positions. This paper tests three hypotheses: Member state positions might be formed by socio-economic conditions, by public opinion, or by partisan preferences. We conduct a quantitative analysis of two legislative proposals at the intersection of migration and welfare policy (the illegals directive, COD/2005/167 and the social security regulation, 2016/0397/COD) using DEU data on member state positions as the dependent variable. The result is that all three hypotheses hold: Member state positions are correlated with public opinion on migration, with socio-economic conditions (the size of the welfare state, but not unemployment), and party preferences. Especially the party preference of the minister of the interior is an important predictor, confirming theories of executive dominance of Council negotiations, and the strong role of ministers in government coalitions.
Prof. Dr. Simon Fink has held the professorship for the political system of the FRG since April 2017. After completing a master's degree in political science, law, and psychology at the University of Konstanz, he earned his doctorate at the University of Bamberg in the Research Training Group "Markets and Social Spaces in Europe". His dissertation focused on the influence of religion on embryo research policies. From 2009 to 2017, he worked as a research assistant at the Chair of Comparative Politics at the University of Bamberg. In 2014, he habilitated with a thesis on the diffusion of privatization policies.

15. Dezember 2022 16:15-17:45 (CET)
Dr. Claudia Hövener (Robert Koch Institut)
Auf dem Weg zu einem diversitätssensiblen Gesundheitsmonitoring
Menschen mit Migrationsgeschichte sind sehr heterogen in Bezug auf ihre Teilhabechancen, sozioökonomische Lage, sprachlichen Kompetenzen sowie auf die Motive und Umstände ihrer eigenen oder familiären Migrationsgeschichte. Diese Diversität geht auch mit unterschiedlichen gesundheitlichen Chancen und Risiken und Versorgungsbedarfen einher und sollte sich in Analysen zu Migration und Gesundheit widerspiegeln. Daher wurde das Gesundheitsmonitoring und die Gesundheitsberichterstattung des Robert Koch-Instituts erweitert, um Menschen mit Migrationsgeschichte in bundesweiten Gesundheitssurveys entsprechend ihres Anteils in der Gesamtbevölkerung zu erreichen und verbesserte Aussagen zu ihrer gesundheitlichen Lage zu ermöglichen. Dieser Vortrag stellt Strategien und Maßnahmen dar, um 1) Menschen mit Migrationsgeschichte besser in Gesundheitssurveys einzubeziehen, 2) neue Konzepte zur Erfassung relevanter migrationsbezogener Aspekte zu entwickeln und in Surveys zu integrieren und 3) verantwortungsvoll und diversitätssensibel über die gesundheitliche Lage von Menschen mit Migrationsgeschichte zu berichten.

Dr. Claudia Hövener ist Gesundheitswissenschaftlerin und Krankenschwester. Nach einigen Jahren in der Krankenpflege studierte sie von 2001 bis 2005 an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg Gesundheitswissenschaften. Anschließend war sie dreieinhalb Jahre in den USA (San Francisco) in der angewandten Gesundheitsförderung mit sozial benachteiligten Frauen mit Brustkrebs und Menschen mit HIV tätig, um dann von 2008 bis2009 an der Berlin School of Public Health einen Master of Science in Public Health zu absolvieren. Frau Hövener arbeitet seit 2010 am Robert Koch-Institut, und war hier zunächst in der Abteilung für Infektionsepidemiologie tätig. Hier initiierte sie unter anderem die MiSSA-Studie, einen partizipativen Survey zu sexueller Gesundheit mit Migrantinnen und Migranten aus Subsahara Afrika, zu dem sie 2016 an der Medizinischen Hochschule Hannover zur Doktorin in Public Health promovierte. Seit 2017 arbeitet sie im Fachgebiet Soziale Determinanten der Gesundheit in der Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, das sie seit 2020 leitet. Ihre Forschungsinteressen fokussieren vor allem auf die Forschung zu und mit sozial benachteiligten Gruppen sowie der Schnittmenge zwischen sozialer Ungleichheit und Migration.


26. Januar 2023 16:15-17:45 (CET)
Dr. Johanna Offe (Ärzte der Welt e.V.)
Was bringt das Menschenrecht auf Gesundheit in der politischen Praxis für den Zugang zu Gesundheitsversorgung von Migrant*innen in Deutschland?
Ärzte der Welt ist eine humanitäre Organisation, die sich mit medizinischen Hilfsprojekten und politischer Arbeit für die Verwirklichung des Menschenrechts auf diskriminierungsfreien Zugang zu gesundheitlicher Versorgung einsetzt – international, aber auch in Deutschland. Denn auch hier bestehen vielfältige diskriminierende Barrieren im Zugang zu Gesundheitsversorgung. Für einige Gruppen von Migrant*innen beschränken gesetzliche Bestimmungen die Möglichkeit einer Kostenübernahme für medizinische Leistungen. Im Vortrag werden die in den Inlandsprojekten von Ärzte der Welt erhobenen Daten zu den Klient*innen, ihren Lebensumständen und Zugangsbarrieren dargestellt. Anschließend soll gezeigt werden, wie internationale Menschenrechtsinstrumente in der politischen Arbeit konkret genutzt werden können und welche Chance sie bieten, einer migrationspolitischen Instrumentalisierung des Zugangs zu Gesundheitsversorgung entgegenzuwirken.
Johanna Offe hat in Stanford, USA und an der Georg-August-Universität Göttingen Ethnologie und Soziologie studiert und an der FU Berlin im Fach Ethnologie über Witwen und HIV/AIDS in Sambia promoviert. Sie hat viele Jahre bei der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Bereich HIV/AIDS gearbeitet. Seit 2016 ist sie bei der Organisation Ärzte der Welt tätig und leitet dort den Bereich Grundsatz und Advocacy.


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