Der Wettbewerb

Der jährlich stattfindende Wettkampf behandelt Probleme des UN-Kaufrechts und des internationalen Schiedsverfahrensrechts.




Wettbewerb (klein)
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Im Oktober wird ein fiktiver Sachverhalt veröffentlicht, zu dem zunächst als Klägervertreter eine Klageschrift zu verfassen ist. Anschließend gilt es, die Klageschrift einer anderen Gruppe als Beklagtenvertreter zu widerlegen. Schließlich finden nach etwa sechs Monaten intensiver Arbeit, einschließlich verschiedener Probeverhandlungen, die mündlichen Verhandlungen in Wien statt.

In Anbetracht der internationalen Ausrichtung des Moot Courts sind sowohl die Schriftsätze als auch die mündlichen Plädoyers in englischer Sprache abzuhalten.





Erfahrungsbericht des 2013/2014 Teams


In einer kleinen Zusammenfassung möchten wir unsere Erfahrungen mit einem der größten und renommiertesten Moot Courts beschreiben. Lass auch Du Dich vom Vis Moot Spirit anstecken und werde Teil des Göttinger Teams!



Team
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Vorbereitung

Die ersten inhaltlichen Vorbereitungsveranstaltungen begannen im September. Während mehrtägiger Aufenthalte in Köln und Frankfurt gewannen wir erste Einblicke in die Schiedsgerichtsbarkeit und das UN-Kaufrecht. Zudem erhielten wir nützliche Informationen und Tipps für die bevorstehende Schriftsatzphase.


Veröffentlichung des Schriftsatzes - los geht's!

Am 4. Oktober dann wurde der Sachverhalt veröffentlicht, der uns für die nächsten knapp sieben Monate beschäftigen sollte - der 21. Willem C. Vis Moot Court hatte offiziell begonnen.


Schriftsatzphase

Die schriftliche Phase stellt den ersten Teil des Moot Courts dar. Nach Analyse der Fallakte bestehend aus Briefen, Schriftstücken der Parteien und organisatorischen Dokumenten von Schiedsorganisation und Schiedsgericht, ist zuerst die Klageschrift zu verfassen. Im Anschluss bekommt jedes Team eine andere Klageschrift zugesandt, auf die dann eine Klageerwiderung zu verfassen ist. Die Anfertigung dieser Schriftsätze zeigte uns, wie sehr sich die anwaltliche Arbeit von einem universitären Gutachten unterscheidet. Fertiger Sachverhalt, Gutachtenstil, Meinungsstreits - hier nicht! Stattdessen galt es, die Fakten genauestens zu betrachten und die Position der eigenen Partei möglichst überzeugend zu vertreten.




Schriftsatz
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Mündliche Phase

Nach Ende des schriftlichen Teils und einer kurzen, aber verdienten Erholungszeit starteten wir Anfang Februar in die mündliche Phase. Die ersten Entwürfe unserer Vorträge entstanden und wurden im Laufe zahlreicher Probeverhandlungen mit anderen Teams fortwährend weiterentwickelt. In dieser Zeit hatten wir die Chance, diverse Kanzleien in Frankfurt und Hamburg zu besuchen, um dort unsere Pleadings unter Wettkampfbedingungen zu proben und die Anregungen erfahrener Praktiker einfließen zu lassen. Nebenbei bekamen wir zudem interessante Einblicke in die Welt der Großkanzleien. Besondere Highlights waren die PreMoots in Hannover, Hamburg und Berlin. Solche PreMoots können wohl als Vorgeschmack auf Wien beschrieben werden - neben einer intensiven Vorbereitung in zahlreichen Pleadings bieten sie auch die Möglichkeit, seine Mitstreiter näher kennenzulernen.


Der Höhepunkt: Wien

Am 10. April 2014schließlich begann mit den mündlichen Verhandlungen in Wien der Höhepunkt der vergangenen Monate. In den General Rounds traten wir in vier Verhandlungen gegen Teams aus der Schweiz (University of Bern), Rumänien (Bucharest Independent), Indien (National Academy of Legal Studies and Research) und den Vereinigten Staaten (George Mason University) an. Leider gelang es uns nicht, in die Final Rounds der 64 besten Teams voranzuschreiten. Für Frust darüber blieb jedoch wenig Zeit: Der vielgepriesene Spirit of the Moot, diese einzigartige, familiäre Atmosphäre unter den Teams und Organisatoren, ein gelungenes Rahmenprogramm und die Schönheit der Stadt Wien ließen keine Langeweile aufkommen und bereiteten uns eine Woche, die wir in bester Erinnerung behalten werden.

Ein kleiner Vorgeschmack auf die Eröffnungszeremonie, bei der Professor Flechtner alljährlich einige Mootie Songs zum Besten gibt - beim 21. Willem C. Vis Moot hat es uns insbesondere die "Pathological Arbitration Clause" angetan...







Fazit

Insgesamt war die Teilnahme am Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot eine ungemein bereichernde Erfahrung. Das gesamte Team ist mit besagtem Vis Moot Virus infiziert und wird dem Projekt auch in Zukunft als Coach oder Unterstützer verbunden bleiben. Wir hoffen, mit unserer Teilnahme die Begründer eine Göttinger Tradition zu sein und freuen uns darauf, unsere Erfahrungen an künftige Teams weitergeben zu können.