Zwischenprüfungsordnung für den Studiengang "Lehramt an Gymnasien" gemäß PVO-Lehr I vom 15.04.1998

Teil I

Allgemeine Bestimmungen


§1

Ziel und Umfang der Zwischenprüfung

(1) Durch die Zwischenprüfung sollen die Studierenden nachweisen, daß sie die inhaltlichen Grundlagen ihres Studienganges, ein methodisches Instrumentarium und eine systematische Orientierung erworben haben, die erforderlich sind, um das weitere Studium mit Erfolg zu betreiben.

(2) Die Zwischenprüfung besteht aus je einer Fachprüfung gemäß § 8 in den beiden Teilstudiengängen (Unterrichtsfächern).

(3) Die bestandene Zwischenprüfung ist nach der Verordnung über die Ersten Staatsprüfungen für Lehrämter im Lande Niedersachsen Voraussetzung für die Zulassung zur Ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien.


§ 2

Zeitpunkt der Zwischenprüfung

Mit der Zwischenprüfung wird der erste Studienabschnitt (Grundstudium) des Studienganges Lehramt an Gymnasien abgeschlossen. Die Zwischenprüfung kann abgelegt werden, nachdem alle Prüfungsvorleistungen erbracht sind. Sie wird in der Regel am Ende des vierten Semesters abgelegt.


§ 3

Prüfungsausschuß

(1) Für die Organisation der Fachprüfung und zur Wahrnehmung der durch die Prüfungsordnung zugewiesenen Aufgaben sind die in den fachspezifischen Anlagen 1 bis 17 genannten Prüfungsausschüsse zuständig. Soweit für die Durchführung dieser Prüfungen spezielle Prüfungsausschüsse gebildet werden, gelten die Regelungen der Absätze 2 bis 8.
In der Philosophischen Fakultät sind hierzu folgende Prüfungsausschüsse eingerichtet:


Prüfungsausschuß 1 zuständig für das Fach Philosophie

Prüfungsausschuß 2 zuständig für das Fach Deutsch

Prüfungsausschuß 3 zuständig für das Fach Englisch

Prüfungsausschuß 4 zuständig für die Fächer Französisch, Spanisch und Russisch

Prüfungsausschuß 5 zuständig für die Fächer Griechisch und Latein

Prüfungsausschuß 6 zuständig für das Fach Geschichte

(2) Dem Prüfungsausschuß gehören fünf Mitglieder an, und zwar drei Professorinnen oder Professoren, eine wissenschaftliche Mitarbeiterin oder ein wissenschaftlicher Mitarbeiter und eine Studentin oder ein Student, die in dem Teilstudiengang in Lehre oder Studium beteiligt sind. Die oder der Vorsitzende, die oder der stellvertretende Vorsitzende und die weiteren Mitglieder des Prüfungsausschusses sowie deren ständige Vertreter werden durch die jeweiligen Gruppenvertreter im Fakultätsrat gewählt. Vorsitzende und stellvertretende Vorsitzende müssen Professorinnen oder Professoren sein. Das studentische Mitglied hat bei Prüfungsentscheidungen beratende Stimme.

(3) Der Prüfungsausschuß stellt die Durchführung der Prüfungen sicher und führt die Prüfungsakten.

(4) Der Prüfungsausschuß faßt seine Beschlüsse mit der Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen. Er ist beschlußfähig, wenn die Mehrheit seiner Mitglieder, darunter Vorsitzende oder stellvertretende Vorsitzende, und zwei weitere stimmberechtigte Mitglieder anwesend sind.

(5) Die Amtszeit der Mitglieder des Prüfungsausschusses beträgt zwei Jahre, die des studentischen Mitgliedes ein Jahr. Wiederwahl ist zulässig.

(6) Der Prüfungsausschuß gibt sich eine Geschäftsordnung. Über die Sitzungen des Prüfungsausschusses wird eine Niederschrift geführt. Die wesentlichen Gegenstände der Erörterung und die Beschlüsse des Prüfungsausschusses sind in der Niederschrift festzuhalten.

(7) Der Prüfungsausschuß kann Befugnisse widerruflich auf Vorsitzende oder stellvertretende Vorsitzende übertragen. Vorsitzende bereiten die Beschlüsse des Prüfungsausschusses vor und führen sie aus. Sie berichten dem Prüfungsausschuß laufend über ihre Tätigkeit.

(8) Die Mitglieder des Prüfungsausschusses haben das Recht, an der Abnahme der Prüfung als Beobachter teilzunehmen.


§ 4

Prüfende, Beisitzerinnen und Beisitzer

(1) Der Prüfungsausschuß bestellt die Prüfenden sowie Beisitzerinnen und Beisitzer. Als Prüfende können nur solche Mitglieder und Angehörige der Universität Göttingen oder einer anderen Hochschule bestellt werden, die in dem betreffenden Prüfungsfach zur selbständigen Lehre berechtigt sind. Die fachspezifischen Bestimmungen regeln, ob entsprechend dem Zweck und der Eigenart der Prüfung auch Lehrkräfte für besondere Aufgaben zu Prüfenden bestellt werden können. Prüfungsleistungen dürfen nur von Personen bewertet werden, die selbst mindestens die durch die Prüfung festzustellende oder eine gleichwertige Qualifikation besitzen.

(2) Studierende können für die Abnahme von Prüfungen Prüfende vorschlagen. Dem Vorschlag soll entsprochen werden, soweit dem nicht wichtige Gründe, insbesondere eine unzumutbare Belastung der einzelnen Prüfenden, entgegenstehen.

(3) Der Prüfungsausschuß stellt sicher, dass den Studierenden die Namen der Prüfenden rechtzeitig bekanntgegeben werden.


§ 5

Anrechnung von Studienleistungen und Prüfungen

(1) Studienleistungen in demselben Teilstudiengang an wissenschaftlichen Hochschulen im Geltungsbereich des Hochschulrahmengesetzes werden angerechnet.

(2) Studienleistungen in anderen Studiengängen oder Teilstudiengängen oder an anderen Hochschulen werden angerechnet, soweit sie fachlich gleichwertig sind.

(3) Die Zwischenprüfung, eine entsprechende Fachprüfung und andere gleichwertige Prüfungen, die den Studierenden an wissenschaftlichen Hochschulen im Geltungsbereich des Hochschulrahmengesetzes in demselben Studiengang bzw. Teilstudiengang bestanden haben, eine Diplomvorprüfung oder eine Zwischenprüfung für das Lehramt an berufsbildenden Schulen im betreffenden Teilstudiengang werden angerechnet. Eine Zwischenprüfung und einzelne Fachprüfungen in anderen Studiengängen oder Teilstudiengängen oder an anderen Hochschulen werden angerechnet, soweit sie fachlich gleichwertig sind.

(4) In Fernstudien erbrachte Studien- und Prüfungsleistungen werden nach Maßgabe von § 20 NHG angerechnet.

(5) Über die Anrechnung entscheidet auf Antrag der Studierenden der Prüfungsausschuß.


§ 6

Versäumnis, Rücktritt, Täuschung, Ordnungsverstoß

(1) Eine Prüfung gilt als nicht bestanden, wenn die Studierenden zu einem Prüfungstermin ohne triftige Gründe nicht erscheinen oder wenn sie nach Beginn der Prüfung ohne triftige Gründe von der Prüfung zurücktreten oder wenn sie den Antrag auf Zulassung zur zweiten Wiederholung einer Fachprüfung nach § 12 ohne triftige Gründe nicht innerhalb der vorgeschriebenen Frist stellen.

(2) Für den Rücktritt oder das Versäumnis geltend gemachte Gründe müssen dem Prüfungsausschuß unverzüglich schriftlich angezeigt und glaubhaft gemacht werden. Bei Krankheit der Studierenden kann die Vorlage eines ärztlichen Attestes verlangt werden. Werden die Gründe anerkannt, so wird ein neuer Termin, in der Regel der nächste reguläre Prüfungstermin, anberaumt. Die bereits vorliegenden Prüfungsleistungen sind in diesem Fall anzurechnen.

(3) Wird bei einer Prüfungsleistung der Abgabetermin ohne besondere Gründe nicht eingehalten, so gilt sie als nicht bestanden. Absatz 2 Sätze 1 bis 3 gilt entsprechend.

(4) Versuchen Studierende das Ergebnis ihrer Prüfungsleistung durch Täuschung oder Benutzung nicht zugelassener Hilfsmittel zu beeinflussen, so gilt der betreffende Prüfungsteil als nicht bestanden. Studierende, die sich eines Verstoßes gegen die Ordnung der Prüfung schuldig gemacht haben, können von den jeweiligen Aufsichtsführenden von der Fortsetzung der betreffenden Prüfungsleistung ausgeschlossen werden; in diesem Falle gilt der betreffende Prüfungsteil als nicht bestanden.


§ 7

Meldung und Zulassung zu den Fachprüfungen

(1) Der Antrag auf Zulassung zu den Fachprüfungen (Meldung) ist schriftlich bei den zuständigen Prüfungsausschüssen innerhalb des von ihnen festzusetzenden Zeitraumes zu stellen. Der Meldung sind jeweils beizufügen:

1. der Nachweis eines ordnungsgemäßen Studiums nach Maßgabe der Studienordnung für den Studiengang Lehramt an Gymnasien an der Universität Göttingen im Rahmen des tatsächlichen Lehrangebotes,

2. der Nachweis der ordnungsgemäßen Ableistung des Sozial- oder Betriebspraktikums ­ für Studierende mit Unterrichtsfach Sport der Nachweis der ordnungsgemäßen Ableistung des Vereinspraktikums ­ und der Nachweis der erfolgreichen Ableistung des Allgemeinen Schulpraktikums,

3. der Nachweis der nach Maßgabe der fachspezifischen Bestimmungen (Anlagen 1 bis 17) erforderlichen Studienleistungen,

4. der Nachweis der Immatrikulation an der Universität Göttingen,

5. eine Erklärung darüber, ob die Studentin oder der Student bereits eine Vor- oder Zwischenprüfung in demselben Teilstudiengang im Geltungsbereich des Hochschulrahmengesetzes nicht bestanden hat,

6. das Studienbuch,

7. gegebenenfalls Vorschläge für Prüfende gemäß § 4 Abs. 2.
Ist es den Studierenden nicht möglich, die erforderlichen Unterlagen zum Zeitpunkt der Meldung in der vorgeschriebenen Weise beizubringen, kann der Prüfungsausschuß gestatten, den Nachweis auf andere Art zu führen.
(2) Über die Zulassung entscheidet der Prüfungsausschuß. Zur Fachprüfung wird nicht zugelassen, wer eine Zwischenprüfung oder berufsqualifizierende Prüfung in demselben Teilstudiengang im Geltungsbereich des Hochschulrahmengesetzes endgültig nicht bestanden hat.


§ 8

Art und Umfang der Fachprüfungen

(1) Die Fachprüfung wird nach Maßgabe der fachspezifischen Bestimmungen (Anlagen 1 bis 17) zu einem Prüfungstermin, in Prüfungsabschnitten oder studienbegleitend abgelegt.

(2) Die Fachprüfung kann nach Maßgabe der fachspezifischen Bestimmungen (Anlagen 1 bis 17) durch Prüfungsleistungen folgender Art erbracht werden:
Hausarbeit nach § 9 Abs. 1

Mündliche Prüfung nach § 9 Abs. 2

Klausur nach § 9 Abs. 3

Die unterschiedlichen Arbeiten der Prüfungsleistungen müssen hinsichtlich des Arbeitsaufwandes und des Zieles der Prüfung (§ 1) gleichwertig sein, soweit sie gleichwertig in die Fachprüfung eingehen.
(3) Die fachspezifischen Prüfungsleistungen sind in den Anlagen 1 bis 17 festgelegt.

(4) Gegebenenfalls legt der Prüfungsausschuß mit Bezug auf die Studienordnungen der Unterrichtsfächer fest, in welchen Lehrveranstaltungen studienbegleitende Prüfungsleistungen erbracht werden können.

(5) Der Prüfungsausschuß legt die Termine für die Prüfungen fest.


§ 9

Art der Prüfungsleistungen

(1) Eine Hausarbeit ist die selbständige schriftliche Bearbeitung einer Aufgabenstellung. Die Aufgabe für die Hausarbeit soll so gestellt werden, daß sie innerhalb eines begrenzten Zeitraumes von vier Wochen bearbeitet werden kann. Eine einmalige Verlängerung der Bearbeitungszeit bis um die Hälfte der vorgegebenen Zeit ist möglich. Den Studierenden ist Gelegenheit zu geben, für die Aufgabenstellung Vorschläge zu machen.

(2) Die mündliche Prüfung findet nach Maßgabe der fachspezifischen Bestimmungen (Anlagen 1 bis 17) vor mehreren Prüfenden (Kollegialprüfung) oder vor einer oder einem Prüfenden und einer sachkundigen Beisitzerin oder einem sachkundigen Beisitzer als Gruppenprüfung oder als Einzelprüfung statt; die Beisitzerin oder der Beisitzer ist vor der Bewertung zu hören. Die Dauer der Prüfung beträgt je Studentin bzw. Student nach Maßgabe der fachspezifischen Bestimmungen (Anlagen 1 bis 17) mindestens 30 Minuten und höchstens 60 Minuten. Die wesentlichen Gegenstände und Ergebnisse der mündlichen Prüfung sind in einem Protokoll festzuhalten. Es ist von den Prüfenden oder von einer oder einem Prüfenden und der Beisitzerin oder dem Beisitzer zu unterschreiben.

(3) Eine Klausur erfordert die Bearbeitung eines von den Prüfenden festgesetzten, geeigneten Themas mit den geläufigen Methoden des Faches in begrenzter Zeit, mit begrenzten Hilfsmitteln und unter Aufsicht. Die Bearbeitung beträgt je nach den fachspezifischen Bestimmungen (Anlagen 1 bis 17) zwei bis vier Stunden.


§ 10

Öffentlichkeit bei mündlichen Prüfungen

Studierende, die sich demnächst der gleichen Prüfung unterziehen wollen, sowie andere Mitglieder der Universität Göttingen, die ein eigenes berechtigtes Interesse geltend machen, sind als Zuhörer bei mündlichen Prüfungen und mündlich abzulegenden Teilen von Prüfungsleistungen zuzulassen, sofern die zu prüfenden Studierenden dem nicht widersprechen. Die Zulassung erstreckt sich nicht auf die Beratung und Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses an die Studierenden.


§ 11

Bewertung der Leistungen

(1) Die einzelnen Prüfungsleistungen werden unbeschadet der Regelung in § 9 Abs. 2 Satz 1 jeweils von zwei Prüfenden bewertet.

(2) Die Zwischenprüfung ist zu benoten. Für die Bewertung der einzelnen Prüfungsleistungen sind folgende Noten zu verwenden:

1 = sehr gut = eine hervorragende Leistung;

2 = gut = eine Leistung, die erheblich über den durchschnittlichen Anforderungen liegt;

3 = befriedigend = eine Leistung, die durchschnittlichen Anforderungen entspricht;

4 = ausreichend = eine Leistung, die trotz ihrer Mängel noch den Anforderungen genügt;

5 = nicht ausreichend = eine Leistung, die wegen erheblicher Mängel den Anforderungen nicht mehr genügt.

Zur differenzierten Bewertung der Leistungen kann die Note jeweils um 0,3 erhöht oder erniedrigt werden; die Noten 0,7; 4,3; 4,7 und 5,3 sind dabei ausgeschlossen. Eine Prüfungsleistung ist bestanden, wenn sie mindestens mit der Note "ausreichend" (bis 4,0) bewertet worden ist.

(3) Ist an der Bewertung einer Prüfungsleistung mehr als eine Prüferin oder ein Prüfer beteiligt, so errechnet sich die Note der Prüfungsleistung aus dem Durchschnitt der festgesetzten Einzelnoten. Eine Prüfungsleistung ist bestanden, wenn alle beteiligten Prüfenden sie mit mindestens "ausreichend" bewerten.

(4) Die Fachprüfung ist bestanden, wenn sämtliche nach den fachspezifischen Bestimmungen (Anlagen 1 bis 17) erforderlichen Prüfungsleistungen mindestens mit "ausreichend" bewertet wurden.

(5) Die Zwischenprüfung ist bestanden, wenn beide Fachprüfungen bestanden sind. Eine Gesamtnote für die Fachprüfungen und die Zwischenprüfung wird nicht gebildet. Die Zwischenprüfung ist erstmals nicht bestanden, wenn eine Fachprüfung nicht bestanden ist.


§ 12

Wiederholung der Fachprüfung

(1) Fachprüfungen, die nicht bestanden sind oder als "nicht bestanden" gelten, können ein Mal wiederholt werden. Bestandene Prüfungsleistungen werden angerechnet. Die Wiederholungsprüfung ist nach näherer Bestimmung des Prüfungsausschusses in der Regel innerhalb von drei bis sechs Monaten abzulegen. Eine zweite Wiederholung ist nur zulässig, wenn die übrigen Leistungen der Studentin oder des Studenten erkennen lassen, daß die Erreichung des Studienziels nicht ausgeschlossen ist. Hierüber entscheidet auf Antrag der Studentin oder des Studenten der Prüfungsausschuß. Der Antrag ist schriftlich beim Prüfungsausschuß innerhalb des von diesem gemäß Satz 3 festzusetzenden Zeitraumes zu stellen.

(2) An einer anderen wissenschaftlichen Hochschule in demselben Studiengang oder einem entsprechenden Studiengang an einer Gesamthochschule erfolglos unternommene Versuche, eine zu einer Zwischenprüfung in demselben Studiengang gehörende Fachprüfung oder eine entsprechende Prüfung abzulegen, werden auf die Wiederholungsmöglichkeiten nach Absatz 1 angerechnet.


§ 13

Prüfungsbescheinigung

Jede bestandene Fachprüfung ist im Studienbuch zu bescheinigen. Als Datum der Bescheinigung ist der Tag anzugeben, an dem die letzte Prüfungsleistung erbracht wurde. Die Bescheinigung wird von der oder dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses unterschrieben.


§ 14

Ungültigkeit der Fachprüfung

(1) Haben Studierende bei einer Prüfung getäuscht und wird diese Tatsache erst nach erfolgter Bescheinigung bekannt, so kann der Prüfungsausschuß nachträglich die Fachprüfung ganz oder teilweise für "nicht bestanden" erklären.

(2) Den Studierenden ist vor einer Entscheidung Gelegenheit zur Erörterung der Angelegenheit mit dem Prüfungsausschuß zu geben.

(3) Die unrichtige Prüfungsbescheinigung ist zu berichtigen. Eine Entscheidung nach Absatz 1 ist ausgeschlossen, wenn 5 Jahre seit Erteilung des Prüfungszeugnisses abgelaufen sind.


§ 15

Einsicht in die Prüfungsakten

(1) Den Studierenden wird nach Abschluß jeder Fachprüfung auf Antrag Einsicht in ihre schriftlichen Prüfungsarbeiten, die darauf bezogenen Bemerkungen der Prüfenden und in die Prüfungsprotokolle gewährt.

(2) Der Antrag ist spätestens drei Monate nach Aushändigung der Prüfungsbescheinigung bei den jeweiligen Vorsitzenden der in Frage kommenden Prüfungsausschüsse zu stellen. § 32 des Verwaltungsverfahrensgesetzes gilt entsprechend. Die jeweiligen Vorsitzenden der in Frage kommenden Prüfungsausschüsse bestimmen Ort und Zeit der Einsichtnahme.

(3) Die Studentin oder der Student wird auf Antrag vor Abschluß einer Prüfung über Teilergebnisse unterrichtet.


§ 16

Widerspruchsverfahren

(1) Ablehnende Entscheidungen, die nach dieser Prüfungsordnung getroffen werden, sind schriftlich zu begründen und mit einer Rechtsbehelfsbelehrung zu versehen. Gegen sie kann innerhalb eines Monats nach Zugang des Bescheides Widerspruch beim Prüfungsausschuß nach §§ 68ff. der Verwaltungsgerichtsordnung eingelegt werden.

(2) Über den Widerspruch entscheidet der Prüfungsausschuß, soweit sich der Widerspruch gegen eine Prüfungsentscheidung richtet, nach Einholung einer Stellungnahme der Prüfenden.

(3) Über den Widerspruch soll möglichst innerhalb eines Monats abschließend entschieden werden. Soweit dem Widerspruch nicht abgeholfen wird, ist der Bescheid zu begründen und mit einer Rechtsbehelfsbelehrung zu versehen.


§ 17

Übergangsbestimmungen

Der Prüfungsausschuß kann Regelungen für den Übergang treffen, soweit der Grundsatz des Vertrauensschutzes dies gebietet.


§ 18

Inkrafttreten

Diese Prüfungsordnung tritt nach Genehmigung durch das Ministerium für Wissenschaft und Kunst am Tage nach ihrer Bekanntmachung im Niedersächsischen Ministerialblatt in Kraft.


Fachspezifische Bestimmungen für das Fach Biologie

1. Prüfungsausschuß nach § 3 Abs. 1
Zuständig ist der Diplomprüfungsausschuß der Biologischen Fakultät.

2. Meldung und Zulassung zur Fachprüfung nach PVO-Lehr I Anlage 2, Dritter Teil, Nr. 1

Bei der Meldung sind vorzulegen:
2.1 der Nachweis eines ordnungsgemäßen Grundstudiums im Umfang von 33 Semesterwochenstunden
2.2 In diesem Zusammenhang ist durch Leistungsscheine die erfolgreiche Teilnahme an folgenden Lehrveranstaltungen nachzuweisen:


  • Grundpraktikum mit allgemeinen biologischen Aspekten I
  • Grundpraktikum mit allgemeinen biologischen Aspekten II
  • Bestimmungsübungen mit Exkursionen
  • Übungen zur Mathematik für Biologen oder Leistungskurs Mathematik in der Sek. II eines Gymnasiums
  • Chemisches Praktikum, falls Chemie nicht anderes Fach ist
  • Physikalisches Praktikum
  • Einführung in die Fachdidaktik (als Leistungsnachweis zur Zwischenprüfung)
  • Grundpraktikum Biochemie oder Mikrobiologie


Diese Leistungsnachweise müssen spätestens zwei Wochen vor Prüfungsbeginn vorgelegt werden.

2.3 Außerdem ist die ordnungsgemäße Ableistung des Sozial- oder Betriebspraktikums und die erfolgreiche Ableistung des Allgemeinen Schulpraktikums nachzuweisen.

3. Art und Umfang der Fachprüfung
Die Fachprüfung wird in Form von drei mündlichen Teilprüfungen zu einem Prüfungstermin abgelegt.
Prüfungsinhalte sind die Grundlagen aus folgenden Gebieten:


  • Botanik1
  • Zoologie1
  • Wahlpflichtfach Biochemie oder Mikrobiologie1


Die mündliche Prüfung findet als Einzelprüfung vor einer Prüferin oder einem Prüfer und einer sachkundigen Beisitzerin oder einem sachkundigen Beisitzer statt2. Sie
dauert in den drei Teilen jeweils 30 Minuten. Die Ergebnisse der Teilprüfungen werden benotet.
Zu Prüfenden können Professorinnen und Professoren oder habilitierte Mitglieder der Fakultät bestellt werden.
Sie sollten in der Regel an der Lehre im Grundstudium beteiligt sein.

Anmerkungen:
1Die Zuordnung der Prüfenden zu den Prüfungsfächern "Botanik" bzw. "Zoologie" erfolgt durch den Dekan oder den Prüfungsausschuß, gleiches gilt für die Fächer "Biochemie" und "Mikrobiologie".
2Die Beisitzerin bzw. der Beisitzer muß mindestens über die Qualifikation oder Diplomprüfung verfügen.