Research

Projekte

Die Arbeit am Ich
Weiterbildung wird als eine historisch gewachsene Praxis der Optimierung des Verhaltens, Charakters und Körpers arbeitender Individuen interpretiert, die ökonomischen und persönlichen Ansprüchen genügen sollten. Das Projekt erarbeitet deren Konjunkturen aus Aushandlungsprozessen zwischen Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Dienstleistern und bindet sie an die sie bedingenden Einflussfaktoren zurück. Ziel ist es, die Entwicklung hin zu einer Gesellschaft zu beleuchten, in der das „lebenslange Lernen“ als attraktives Angebot, als Pflicht und als Wert angesehen und beworben wurden.

In einer praxeologischen Perspektive werden Unterlagen deutscher Unternehmen und professioneller Weiterbildungsanbieter zur organisatorischen, programmatischen und praktischen Ausgestaltung von Weiterbildungs-Trainings untersucht. Ergänzend werden Egodokumente ausgewertet, in denen Individuen über die Erfordernisse des beruflichen Alltags, Vorstellungen vom geglückten Leben und Versagensängste reflektierten.

Das Projekt bettet die Geschichte der Weiterbildung in eine Kulturgeschichte der Arbeit ein und leistet einen Beitrag zur Geschichte der Subjektivierung. Damit bezieht es Stellung in der Debatte um die Formbarkeit des Menschen im Spannungsfeld von Selbstermächtigung und Zwang.


Publikationen

Monographien

Die Semantik des Schicksals. Zur Relevanz des Unverfügbaren zwischen Aufklärung und Erstem Weltkrieg, Diss., Göttingen 2015.

  • Rezension von Fabian Fechner auf: HSozKult.
  • Rezension von Annika Hand, in: Archiv für Begriffsgeschichte 58 (2016), S. 231-235.
  • Rezension von Christian Geulen in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 64 (2016), S. 899 f.
  • Rezension von George S. Williamson in: German History 34,1 (2016), S. 141-143.
  • Rezension von Peter Vogt in: Contributions to the History of Concepts 12 (2017).
  • Rezension von Andreas Bähr in: Historische Anthropologie 25/1 (2017).
  • Rezension von Theo Jung in: Neuen Politischen Literatur 62 (2017), S. 311.



    Die Verkirchlichung der protestantischen Bestattung im bürgerlichen Zeitalter, Kassel 2010.


    Sammelbände

    Mit Joscha Beckmann u.a. (Hg.), Wissenschaft trifft Kohlenpott. Forschen und Leben im Ruhrgebiet, Essen 2015.


    Aufsätze

    Farewell to Fortuna – Turning towards Fatum. The transformation of fate conceptions in the 17th and 18th century, in: Arndt Brendecker/ Peter Vogt (Hg.), The End of Fortuna and the Rise of Modernity, Berlin/Boston 2017, S. 151-174

    The Reinvention of Protestant Funeral Ceremonies in 19th Century Germany, in: Marius Rotar u. a. (Hg.), Dying and Death in 18th-21st century. Vol. 2, Cambridge 2014, 112-136.

    Das Schicksal. Möglichkeitsbedingung, grundsätzliches Problem und Gegenstand naturwissenschaftlichen Forschens im 19. Jahrhundert, in: Christian Hoffstadt u. a. (Hg.), Zwischen Vorsorge und Schicksal. Über die Beherrschbarkeit des Körpers in der Medizin, Bochum/Freiburg 2014.

    Der Grenzbereich zwischen Wissen und Glauben. Zur Geschichte des deutschen Schicksalsbegriffs, in: Archiv für Begriffsgeschichte 55 (2014), S. 111-143.

    The Clericalisation of Protestant Funeral Ceremonies: from Silent Burials to Mourning Acts, in: Annales Universitatis Apulensis. Series Historica, Special (2011), S. 209-227.


    Rezensionen

    Rezension zu: Dietz, Bernhard; Neuheiser, Jörg (Hrsg.): Wertewandel in der Wirtschaft und Arbeitswelt. Arbeit, Leistung und Führung in den 1970er und 1980er Jahren in der Bundesrepublik Deutschland. Berlin 2016, in: H-Soz-Kult, 14.09.2017, www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-26937.

    Rezension zu: Jürgen Schmidt, Arbeiter in der Moderne. Arbeitsbedingungen, Lebenswelten, Organisationen, Frankfurt am Main 2015, auf: HSozKult, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2017-2-133

    Rezension zu: Maik Tändler, Das therapeutische Jahrzehnt, Der Psychoboom in den siebziger Jahren, Göttingen 2016, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 65/5 (2017), S. 495.

    Rezension zu: David Kuchenbuch: Das Peckham-Experiment. Eine Mikro- und Wissensgeschichte des Londoner "Pioneer Health Centre" im 20. Jahrhundert. Köln 2014, in: H-Soz-Kult, 05.12.2014, http://www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-22980

    Rezension zu: Hannah Ahlheim (Hrsg.): Kontrollgewinn – Kontrollverlust. Die Geschichte des Schlafs in der Moderne. Frankfurt am Main 2014, in: H-Soz-Kult, 08.08.2014, http://www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-22100

    Rezension zu: Hubert Wolf (Hg.): "Wahre" und "falsche" Heiligkeit. Mystik, Macht und Geschlechterrollen im Katholizismus des 19. Jahrhunderts, München: Oldenbourg 2013, in: sehepunkte 14 (2014), Nr. 3, URL: http://www.sehepunkte.de/2014/03/23304.html

    Rezension zu: Sandra Franz, Die Religion des Grals. Entwürfe arteigener Religiosität im Spektrum von völkischer Bewegung, Lebensreform, Okkultismus, Neuheidentum und Jugendbewegung (1871–1945). Schwalbach/Taunus 2009, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 59/6 (2011), S. 572.


    Tagungsberichte

    Abkehr von der Gewalt? Der Umgang der westdeutschen Gesellschaft mit alten und neuen Formen gewaltsamen Handelns, 12.11.2015 – 13.11.2015 Potsdam, in: H-Soz-Kult, 21.01.2016, www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6338.