Veranstaltungen

Auf dieser Seite finden Sie Ankündigungen zu den Veranstaltungen am Philosophischen Seminar. Diese Liste wird mehrmals im Semester ergänzt, sobald genaue Informationen zu den jeweiligen Veranstaltungen verfügbar sind.

Sommersemester 2021

Gastvorträge

Alle Gastvorträge im Sommersemester 2021 finden ab 18 Uhr c. t. per Zoom statt.
Zur Teilnahme klicken Sie bitte auf folgenden Link zu den Zoom-Gastvorträgen.
Kenncode: 319321
Meeting-ID: 938 5898 1293


Abstract: In der Phänomenologie wird von zahlreichen Autor:innen ein "Ende des Endes der Metaphysik" (Jean-François Courtine) diagnostiziert. Was aber ist phänomenologische Metaphysik? Kann es so etwas überhaupt geben, oder ist der Ausdruck bereits eine contradiction in adiecto? Ist nicht das Husserl'sche Projekt mit seinem methodischen Instrumentarium gerade als Metaphysikkritik angetreten? Im Vortrag wollen wir in den Blick bekommen, auf welche Weisen sich im Ausgang von Husserl eine Renaissance der Metaphysikproblematik in der gegenwärtigen Phänomenologie zu ereignen scheint..

Abstract: This talk develops an account of how the ownership of resources bears on permissions and duties to prevent harm. When other things are equal, agents ought to minimise harm. I argue that the ownership of harmpreventing resources can render things relevantly unequal, such that agents are required to prevent a lesser rather than a greater harm, or refrain from preventing harm altogether. Consider a case where we can only rescue A from serious harm or B from a serious, but lesser harm, but to rescue them we have to use a resource (like a life-jacket) owned by B. Whether ownership makes this difference depends, I argue, on the role the resources play in the owner’s plans, and the mode of agency by which she will suffer harm if her resources are used for the sake of others. Sometimes, it is impermissible to take a person’s resource in order to prevent greater harm to others. But, in other cases, there can be a lesser-evil justification for using an agent’s resources to prevent harm to others even if this entails causing or failing to prevent harm to the owner. In these cases, the agent’s right is permissibly infringed. And, in other cases the agent simply lacks a right either to use her resources for her own sake, and / or that others use them for her sake, when their use for the sake of others will prevent greater harm.

Abstract: Es kann länderübergreifend festgestellt werden, dass in der Philosophie als akademisches Forschungs-und Lehrgebiet eine, im Vergleich zu anderen Geisteswissenschaften überdurchschnittlich grosse Geschlechterlücke besteht. Konkret wird die Geschlechterlücke definiert als eine zunehmende disproportionale Abwesenheit von Frauen in der Philosophie im Vergleich zum Anteil Frauen in der Gesellschaft, die ein Studium in der Philosophie verfolgen könnten. In diesem Vortrag werden erste Ergebnisse einer explorativen Studie zur Geschlechterlücke auf Studierendenebene in der Schweiz und in Deutschland präsentiert und Hypothesen bezüglich der Ursachen diskutiert, die ihr zugrunde liegen könnten.

Zur Teilnahme klicken Sie bitte auf folgenden Link zu den Zoom-Gastvorträgen.
Kenncode: 319321
Meeting-ID: 938 5898 1293

„Diskriminierung“ ist ein Wort mit signifikanter normativer Kraft. Es wird in der Alltagssprache verwendet, zudem wird Diskriminierung durch verschiedene nationale und internationale Rechtsnormen sanktioniert. Die für seine Anwendung erforderliche genauere Klärung des Begriffs und seiner Relevanz im Kontext der Diskussion von ethischen Kriterien für die Anwendung von KI-Systemen stellt uns jedoch vor einige theoretische Herausforderungen.

Im ersten Teil des Vortrags gebe ich einen Überblick über vorgeschlagene Kriterien, anhand derer sich Fälle von Diskriminierung von anderen Formen ethisch problematischen und unproblematischen Ungleichbehandelns von Personen oder Personengruppen unterscheiden lassen und mache Hellmans (2008, 2018) Kriterium stark, demzufolge das, was Diskriminierung im Kern ausmacht, die soziale Bedeutung entsprechender Handlungen ist, die auf eine bestimmte Weise eine Abwertung („demeaning“) der Betroffenen zum Ausdruck bringen. Ich erläutere, wie genau das zu verstehen ist und inwiefern dieses Kriterium anderen überlegen ist, die auf den resultieren Nachteil für die Betroffenen (Lippert-Rasmussen 2006, 2014), die Irrelevanz der zur Ungleichbehandlung herangezogenen Eigenschaft (Halldenius 2018), den Mangel an Respekt (Eidelson 2015), den Einfluss der Betroffenen auf die herangezogene Eigenschaft oder die intentionalen Zustände der Handelnden als wesentlich für Diskriminierung abheben, zeige aber auch die Schwachstellen bzw. Grenzen von Hellmans Konzeption auf.

Im zweiten Teil des Vortrags untersuche ich, inwieweit diese Kriterien auch auf die sogenannte indirekte Diskriminierung durch algorithmische „Entscheidungen“ oder Entscheidungshilfen anwendbar sind. Gibt es eine Gemeinsamkeit, die Diskriminierung wesentlich ausmacht, oder benötigen wir hier andere Kriterien? Handelt es sich bei den relevanten Phänomenen tatsächlich um Instanzen von Diskriminierung? Zu diesen Fragen nehme ich Stellung, indem ich einerseits Gemeinsamkeiten aufzeige, die eine Rückbindung von indirekter Diskriminierung an die Kriterien für direkte Diskriminierung erlauben, andererseits aber auch begründe, warum wir bestimmte Arten von unfairen Outputs nicht unter den Begriff der Diskriminierung fassen sollten.


Blockseminar und Tagung

Workshop Transformation

Programm

Die Philosophie kann heute wie eine wissenschaftliche Disziplin neben anderen erscheinen. Sie ist als solche institutionalisiert, professionalisiert und wird an Universitäten gelehrt und gelernt wie andere Wissenschaften auch. Professionelle Philosophierende treten als Vertreter*innen dieser Wissenschaft auf, die Beiträge zum akademischen Forschungsdiskurs leisten und die Philosophie in Form eines kanonischen Wissens vermitteln.

In Vergessenheit geraten kann angesichts dieses Betriebs, mit welchem radikalen, eminent praktischen, auch existentiellen Anspruch die Philosophie in ihrer Geschichte immer wieder aufgetreten ist. Zu erinnern wäre hier etwa an die platonische Konzeption der Philosophie als ‚Umwendung der ganzen Seele‘ sowie weitere antike Spielarten von Philosophie als Lebensform und geistiger Übung, an Spinozas Therapeutik der Emotionen, Husserls Epoché der natürlichen Einstellung oder Wittgensteins Begriff von Philosophie als Arbeit an sich, um nur einige Beispiele zu nennen. Bei allen fundamentalen Differenzen haben diese Entwürfe gemeinsam, dass Philosophie hier nicht als bloße Wissenschaft, sondern als Praxis gefasst wird, die den Philosophierenden in seinem gesamten Selbst-, Fremd- und Weltbezug verändert. Oft wurde damit auch die Hoffnung verbunden, dass auf diesem Weg nicht nur der Einzelne, sondern die ganze Gesellschaft verändert werden kann.

Die Lehrveranstaltung soll sich mit der Geschichte und Aktualität einer solchen Vorstellung von Philosophie beschäftigen. Das Format ist dabei unüblich: Es wird zwei reguläre Blocktermine in Form von Videokonferenzen mit vorbereitender Lektüre und Diskussionen geben. Hinzu kommt die Teilnahme an einer philosophischen Fachtagung, die an drei Nachmittagen Anfang August ebenfalls online stattfindet wird (Organisation: Laura Martena und Niklas Grouls). Die Tagung besteht aus Vorträgen von Fachkolleg:innen, die sich in historischer und systematischer Perspektive mit diesem Thema befassen, und anschließenden Diskussionsrunden. Der bisherigen Planung nach wird es u.a. Vorträge zu Platon und allgemeiner zur Antike, zur Phänomenologie und zum Pragmatismus geben. Der Veranstaltungsplan wird Anfang Juli veröffentlicht (auch auf der Homepage des Philosophischen Seminars).

Studierende, die Interesse am Thema haben, sind herzlich zur Teilnahme eingeladen. Wer sich gern vertieft damit beschäftigen und für die Veranstaltung auch Credit Points erwerben möchte, kann darüber hinaus an den beiden Blockterminen zur Vor- und Nachbereitung teilnehmen und dann auch eine Studien- bzw. Prüfungsleistung in den angegebenen Modulen erbringen (weitere Infos beim Vorbereitungstreffen).

Hier die Termine (inklusive Pausen) im Überblick:
• Montag, 02.08.2021, 10:00-15:30 Uhr: Blocktermin I (Vorbereitung)
• Donnerstag, 05.08.2021, 15:00-20:00 Uhr: Tagung (Tag 1)
• Freitag, 06.08.2021, 15:00-20:00 Uhr: Tagung (Tag 2)
• Samstag, 07.08.2021, 15:00-20:00: Tagung (Tag 3)
• Montag, 09.08.2021, 10:00-15:00 Uhr: Bocktermin II (Nachbereitung)

Studierende, die teilnehmen und sich dies als Lehrveranstaltung anrechnen lassen möchten, melden sich bitte regulär an und zusätzlich bis zum 11.07.2021 per Mail bei Laura Martena (laura.martena@uni-goettingen.de, Betreff: „Blockseminar“). Bitte schreiben Sie auch einige Worte dazu, was Sie am Thema interessiert und wie sie damit in Ihrem bisherigen Studium oder darüber hinaus eventuell schon einmal in Berührung gekommen sind.

Studierende, die lediglich an (einem Teil) der Tagung teilnehmen möchten, ohne Credits zu erwerben, können sich ebenfalls gern auf diesem Weg anmelden. Sie bekommen dann die Zugangsdaten.

Programm

Kompaktseminar

Göttinger Kompaktseminar Kant September 2021
Weitere Informationen folgen.
Anmeldung unter kant@phil.uni-goettingen.de oder in stud.ip.
Flyer


Konferenz

Time and the Good Life

Participation is free. Please register by E-Mail to bianca.janzon@rub.de


Liebe Studis,

wir möchten euch herzlich einladen zum Spiele- und Gesellschaftsabend Philosophie/Werte und Normen am Donnerstag den 03.06. ab 19 Uhr, der online über die Plattform wonder.me stattfindet. Der Abend soll eine Gelegenheit sein, mal wieder außerhalb von Lehrveranstaltungen Kontakt zu anderen Studis zu bekommen und sich auch über das Studienfach hinaus kennenzulernen. Wir als Organisator*innen stellen mehrere Online-Spiele zum gemeinsamen Zeitvertreib bereit, es wird aber auch Räume geben, um einfach miteinander ins Gespräch zu kommen.
Wenn ihr teilnehmen möchtet, schreibt uns bitte vorher, damit wir wissen, mit wie vielen Leuten wir ungefähr rechnen sollten; das ist aber nicht verpflichtend. Den Link zum Spiele- und Gesellschaftsabend findet ihr auf unserem Flyer.

Erreichen könnt ihr uns über:

E-Mail: basisgruppephilosophie@gmx.de

E-Mail: fachgruppe.wun.goettingen@gmail.de

Discord: https://discord.gg/mN8Uq2rzas

Instagram: @bgphilo_goettingen und @wun_goettingen

Wir freuen uns auf einen schönen Abend

Liebe Grüße
die Fachgruppen Philo und WuN

Sommersemester 2020

Gastvorträge

  • 8.7.2020 18 Uhr s.t. Rainer Forst (Frankfurt a. M.): Noumenale Entfremdung. Gesellschaftskritik nach Kant und Marx. Dieser Vortrag eröffnet gleichzeitig die Tagung "Law and Morality in Kant" (siehe "Tagungen" unten).

Tagungen

  • Vom 9.-11. Juli findet in Göttingen eine internationale Konferenz unter dem Titel "Law and Morality in Kant" statt. Programm. Zur Eröffnung wird Prof. Rainer Forst (Frankfurt a. M.) einen Vortrag halten (siehe "Gastvorträge" oben).

Wintersemester 2019/2020

Ringvorlesung "Philosophie der künstlichen Intelligenz"

Sofern nichts anderes angegeben ist, finden Vorträge dieser Reihe mittwochs um 18 Uhr c.t. im Auditorium (Audi 11), Weender Landstraße 2, statt. Poster.

  • 13.11.2019. Catrin Misselhorn (Göttingen): Maschinenethik: Können Maschinen moralisch sein? Abstract.
  • 27.11.2019. Armin Grunwald (Karlsruhe): Digitalisierung und Künstliche Intelligenz: Können wir aus Hans Jonas‘ „Prinzip Verantwortung“ lernen? Abstract.
  • 11.12.2019. Oliver Müller (Freiburg): Zwischen Mensch und Maschine. Über Cyborgisierungen. Dieser Vortrag muss aus gesundheitlichen Gründen entfallen.
  • 08.01.2020. Bernhard Koch (Hamburg): Sind autonome Waffensysteme ethisch vertretbar? Abstract.
  • 22.01.2020. André Schmiljun (Poznań): Das Chinesische Zimmer von John Searle: Können Computer denken? Abstract.
  • 05.02.2020. Johanna Seibt (Aarhus): Soziale Roboter und die Zukunft menschlicher Sozialität. Abstract.



Mittelbaukolloquium

Sofern nichts anderes angegeben ist, finden Vorträge dieser Reihe mittwochs um 18 Uhr c.t. im Seminarraum PH 133 statt.

  • 20.11.2019. Tobias Störzinger (Göttingen): "Kollektive Standpunkte und Dispositionen: Über die Unterscheidung von Formen kollektiver Akteurschaft". Einladung mit Abstract.
    • 15.01.2020. Markus Seidel (Münster): "Warum die Genese-Geltung-Unterscheidung für die Erkenntnistheorie nicht fundamental sein sollte". Einladung mit Abstract.
      • 29.01.2020. Karoline Reinhardt (Tübingen): "Wer sind die wahren Helden? Über Supererogation und Heroismus in der Kantischen Moralphilosophie - und darüber hinaus". Einladung mit Abstract.

      Tagungen, Workshops und weitere Veranstaltungen

      • 14.-15.11.2019, Heyne-Haus (Papendiek 16, Büttner Raum 1). Tagung zum Thema: „Göttinger Naturrecht“. Poster. Programm.
      • 29.11.-1.12.2019, Historisches Gebäude SUB (Papendiek 14). 2. Symposium des APHIN zum Thema: "Realität und Wirklichkeit. Vom Finden und Erfinden unserer Welt". Poster. Programmflyer.
      • 5.12.2019, 16-18 Uhr. Philipp Berghofer (Graz): "Über die Grundpfeiler und die Aktualität einer phänomenologischen Erkenntnistheorie". Vortrag im Rahmen des Oberseminares von Christian Beyer. Einladung mit Abstract.
      • 9.1.2019, 16-18 Uhr. Sebastian Luft (Marquette University): "Score-Keeping and Forgiveness: Some Reflections on Brandom and Hegel". Vortrag im Rahmen des Oberseminares von Christian Beyer.
      • 9.1.2019 - 10.1.2019. Vortrag und Workshop zum Thema "Was ist gute philosophische Lehre an der Universität?" mit Sebastian Luft (Marquette University). Öffentlicher Vortrag mit Diskussion am 9.1. 18:30 - 20:00 Uhr, PH.0133 sowie Workshop mit Lehrenden und Studierenden am 10.1. 10:00 - 13:00 Uhr, Papendiek 16 Heyne-Haus. Poster.
      • 28.1.2019, 14 Uhr c.t. KWZ 0.609 Justin Broackes (Brown University/Lichtenberg-Kolleg): ''Murdoch, Plato, Kant and Weil: the Supersensible and the Ordinary World". Vortrag im Rahmen des Seminares "Grundzüge der Moralphilosophie von Anscombe, Foot, Midgley und Murdoch" von Katharina Naumann. Einladung mit Abstract.
      • 3.2.2020, 16 s.t. bis 18.15 PH 0.133. Johanna Seibt (Aarhus): Beyond (?) constructivism: naturalist process metaphysics. Vortrag im Rahmen des Kolloqiums von Catrin Misselhorn. Einladung mit Abstract.
      • 4. Göttinger Kompaktseminar zu Kant: Vom 24.-27.02.2020 findet in PH 133 das 4. Göttinger Kompaktseminar zu Kant mit Inga Römer (Grenoble) statt. Thema: „Philosophie der Freiheit nach Kant“. Poster. UniVZ.
      • 05.-07.03.2020, Heyne-Haus (Papendiek 16, Büttner Raum 1). Internationale Tagung zum Thema: „Christoph Meiners (1747–1810). Anthropologie und Geschichtsphilosophie in der Spätaufklärung“. Poster. Flyer (Programm veraltet, siehe seperates Programm). Programm (Stand 4.3.2020). Anmeldung per E-Mail.
      • 05.03.2020, 18 Uhr c.t. Paulinerkirche (Papendiek 14). Hans Erich Bödeker (Göttingen): Christoph Meiners: Das Wissensfeld von Ethnologie um 1800. Öffentlicher Abendvortrag im Rahmen der internationalen Tagung „Christoph Meiners (1747–1810). Anthropologie und Geschichtsphilosophie in der Spätaufklärung“.