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Was bedeutet Mentoring?

Das One-to-One-Mentoring basiert auf einem zeitlich befristeten, informellen Erfahrungs- und Wissenstransfer zwischen einer (berufs-)erfahrenen Person (Mentor_in) und einer weniger erfahrenen Person (Mentee). Ziel ist es, den oder die Mentee bei der beruflichen Entwicklung zu durch zielführende Gespräche, Anleitungen oder durch die Einführung in relevante berufliche Netzwerke zu unterstützen. Das Konzept geht von einem gegenseitigen Geben und Nehmen aus, in dem neben den Mentees auch die Mentor_innen Gewinne erfahren.

Beim Berufseinstiegs-Mentoring befinden sich die Mentees an einer biografischen Schaltstelle: Es geht um Karriereorientierungen und -entscheidungen und das Sondieren möglicher Berufswege und Bewerbungsstrategien. Für abgewogene, sichere Entscheidungen zur zukünftigen Karrierelaufbahn ist die Erarbeitung einer fundierten Wissensbasis notwendig. Diese kann mit Hilfe der Erfahrungen der Mentorin/ des Mentors erarbeitet und gemeinsam erörtert werden. Durch ein Matching-Verfahren werden für Mentees jeweils eine Mentorin oder ein Mentor gesucht, die/der seit mindestens einem Jahr im Wunsch-Berufsumfeld tätig ist und/oder die gewünschten persönlichen Merkmale oder Erfahrungen hat. Eine wichtige Voraussetzung ist dabei auch die Sensibilität der Mentor_innen gegenüber den Themen Chancengerechtigkeit und gesellschaftlicher Integration. Die Teilnahme der Mentorinnen und Mentoren erfolgt aus persönlichem Engagement und auf ehrenamtlicher Basis.



Inhalte des Mentoring-Prozesses
Die Themenpalette in der Mentoring-Beziehung ist vielfältig. Mentor_innen bringen ihr vielfältiges Erfahrungswissen ein und leisten dadurch individuell wertvolle Unterstützungsarbeit. Mögliche Themen sind:

  • Zieldefinition und Entwicklung individueller Karrierestrategien
  • Gemeinsame Entwicklung von Zielen (kurz-, mittel- und langfristige) und die dazu notwendigen
    Schritte und Umsetzungs- bzw. Lösungsstrategien
  • Ausbau persönlicher Kompetenzen
  • Reflexion und Ausbau persönlicher Kompetenzen u.a. durch Standortbestimmung, Potenzialanalyse
    und Stärken-Schwächen-Analyse, ggf. Diversitätsdimensionen-Analyse
  • Transfer informeller Wissensbestände
  • Vermittlung von informellen Wissensbeständen und Spielregeln im Wunsch-Tätigkeitsfeld
  • Vernetzung
  • Tipps zum praktischen Vorgehen beim Knüpfen und Pflegen von nützlichen Kontakten auf Tagungen
    und Kongressen sowie ggf. Einführung in berufsrelevante Netzwerke
  • Training/Qualifizierung
  • Ggf. Besprechung einzelner Inhalte aus Workshops und Veranstaltungen (aus dem Programm des
    Career Service oder anderer Einrichtungen)





Literatur: Petersen, Renate et al (Hg.): Praxishandbuch Mentoring in der Wissenschaft. Wiesbaden, 2017.