Vita:
Geb. 1984 in Göttingen; 2004-2009 Studium Geschichte und Deutsch für das gymnasiale Lehramt an der Universität Göttingen; 12/2009 Erstes Staatsexamen und gleichzeitig Magister Artium in Mittlerer und Neuerer Geschichte und Deutscher Philologie; 01/2007-12/2009 studentische Hilfskraft bei Prof. Dr. Michael Sauer; 12/2009-03/2010 wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Prof. Dr. Michael Sauer; seit dem 01.04.2010 Stipendiatin des Graduiertenkollegs „Expertenkulturen des 12. bis 16. Jahrhunderts“ in Göttingen.
Dissertationsprojekt: Medizin im Konflikt. Die medizinischen Fakultäten Wien, Köln und Leipzig vom 14. bis zum 16. Jahrhundert
Ziel meines Projekts ist es vom Standpunkt der Mediziner aus das Verhältnis bzw. die wechselseitige Wahrnehmung der Fakultäten zu bestimmen. Es werden sowohl die Standesrepräsentationen und Rangkonflikte der medizinischen Fakultäten als auch die Auseinandersetzungen der Universitätsmediziner mit anderen heilkundigen Gruppen (z. B. Bader, Barbiere, Chirurgen, Hebammen, Apotheker und jüdische Ärzte) in den Blick genommen.
Im Rahmen der Dissertation werden Untersuchungen zu den Universitäten Wien, Köln und Leipzig durchgeführt. Zu den Quellen gehören z. B. philosophische Traktate, universitäre Gründungsstatuten, Briefwechsel, Reden, Fakultätsakten und Bader- und Apothekerordnungen. Seit der Gründung der Universitäten und der hierarchischen Gliederung in vier Fakultäten kam es immer wieder zu Rangkonflikten – besonders zwischen der medizinischen und der juristischen Fakultät. Vom 14. Jahrhundert an soll der „Streit der Fakultäten“ weiter bis zum Ende des 16. Jahrhunderts verfolgt und auch das Verhältnis der Medizin zu den Disziplinen der Theologen und Artisten untersucht werden.
Die Universität und damit auch die medizinische Fakultät stellen per se ein Feld dar, das für die Ausformung von Expertenkulturen sehr bedeutend war. Entsprechend den Leitaspekten des Graduiertenkollegs möchte das Dissertationsprojekt untersuchen, wie sich die Mediziner selbst als Experten inszenieren, wie sich ihr Verhältnis zu den anderen universitären Disziplinen und den nicht-akademischen Heilkundigen gestaltet und welche Bedeutung die Ambivalenz von Systemvertrauen und Expertenkritik für den Universitätsmediziner gewinnt.
Publikationen:
Pluralallomorphe in den Kurzgeschichten von Wolfdietrich Schnurre (zus. mit Katharina Meuser und Sina Stremme), in: Glottometrics 17 (2008), S. 12-17.
SAECULUM. Das Zeitleisten-Spiel Geschichte, Seelze/Velber 2008
Raum 0.828
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