Themenvorschläge für Bachelor- und Masterarbeiten

Themen, die mit B gekennzeichnet sind, eignen sich für Bachelorarbeiten. Themen mit M sind Masterarbeitsthemen und Themen mit B/M können nach genauerer Definition des Themas sowohl in einer Bachelor- wie auch in einer Masterarbeit bearbeitet werden.

Rind

Stand der genomischen Selektion beim Rind (B)
Die genomische Selektion ist seit einigen Jahren ein fester Bestandteil in Zuchtprogrammen großer Milchrinderrassen. Im Rahmen dieser Abschlussarbeit soll mit Hilfe von vorhandener Literatur und eigenen Umfragen eine Recherche zum aktuellen Stand der Umsetzung von genomischen Zuchtprogrammen in Deutschland durchgeführt werden.

Rind und Huhn

Haplotypenvariation in unterschiedlichen Genomregionen innerhalb von Geschwistergruppen (M)
Bei Voll- und Halbgeschwistern erwarten wir, dass ein bestimmter Teil des Genoms vollständig homozygot ist. Anhand von vorliegenden Hochdurchsatz-Genotypisierungsdaten soll untersucht werden, ob der beobachtete Anteil dem erwarteten Anteil entspricht, und wie die Größe und Verteilung der homozygoten Segmente ist. Diese Analysen können sowohl beim Rind als auch bei Huhn durchgeführt werden.

Huhn

Allometrische Diversität bei Hühnerrassen
Allometrie beschreibt Unterschiede im Verhältnis verschiedener Organe und Körperteile untereinander. Dies lässt sich in besonderem Maße zwischen verschiedenen Rassen bzw. Rassegruppen von Hühnern beobachten. Nicht nur deutliche Größenunterschiede sind auffällig, sondern vor allem auch Unterschiede in den Verhältnissen dieser Merkmale zueinander, die stark die generelle Form des Huhnes beeinflussen. Eine intensivere Beschreibung und Klassifizierung der entsprechenden Muster hat allerdings bisher noch nicht stattgefunden.

Im Rahmen des Synbreed Projektes wurden verschiedene Körpermaße von 1387 Hühnern und Hähnen aus 68 Rassen erhoben. Für diese Tiere stehen außerdem Genotypen zur Beschreibung der genetischen Diversität zur Verfügung. Aus diesem Datenmaterial sollen zuerst beschreibend entsprechende Zusammenhänge untersucht- und weiterführend Verknüpfungen zur Phylogenie der Rassen betrachtet werden. Die Auswertung erfolgt unter Zuhilfenahme der Statistiksoftware R.

Die Arbeit erfolgt in Kooperation mit dem Institut für Nutztiergenetik des Friedrich-Loefflerinstituts in Mariensee. Interessenten melden sich bitte unter johannes.geibel@unigoettingen.de.

Schätzung von genetischen Parametern für die Krankheit Amyloidose (B)
Amyloidose ist eine Krankheit beim Geflügel, die insbesondere durch die Infektion mit Enterococcus faecalis - Bakterien hervorgerufen wird. Die Erkrankung führt zu einer Funktionsstörung der befallenen Organe sowie zu einer ausgeprägten Wachstumsdepression. Es wurden bereits in differenten Belastungsversuchen phänotypische und molekulargenetische Daten von Legehennen generiert. Auf Basis dieser Daten sollen die genetischen Parameter für die Erkrankung quantifiziert und mögliche Kandidatengene identifiziert werden. Die Bearbeitung dieses Themas erfolgt in Kooperation mit dem Institut für Nutztiergenetik des Friedrich-Loeffler-Instituts.

Schätzung von genetischen Parametern von Eigelbmetaboliten (M)
Im Rahmen des Projekts "Synbreed" wurden Eigelbmetaboliten von ~ 800 Weißleger- und Braunlegerhennen mittels Gaschromatographie-Massenspektrometrie identifiziert. An Hand der Metaboliten-Phänotypen sowie Zuchtwertdaten im Merkmalskomplex Schlupffähigkeit sollen genetische Parameter für verschiedene Eigelbmetaboliten geschätzt werden und der Zusammenhang zwischen Eigelbmetaboliten und Schlupffähigkeit geklärt werden. Die Bearbeitung dieses Themas erfolgt in Kooperation mit dem Institut für Nutztiergenetik des Friedrich-Loeffler-Instituts.

Untersuchung der Diversität von Hühnerrassen in Abhängigkeit von der genetischen Distanz zum Domestikationszentrum (M)
Es wird allgemein davon ausgegangen, dass in domestizierten Arten die Diversität mit zunehmender Distanz zum Domestikationszentrum abnimmt. Dies soll an ca. 100 Hühnerrassen untersucht werden, die an ~ 580.000 SNPs genotypisiert sind. Insbesondere soll die Hypothese geprüft werden, dass die Diversität innerhalb von Genregionen mit der Distanz zum Domestikationszentrum schneller abnimmt als in Nicht-Genregionen. Die Bearbeitung dieses Themas erfolgt in Kooperation mit dem Institut für Nutztiergenetik des Friedrich-Loeffler-Instituts.

Gewebeuntersuchungen der Nackenmuskulatur von Nackthalshühnern (M)
In einer Vielzahl von Untersuchungen wurde eine beeinträchtigende Wirkung von hohen Umwelttemperaturen auf das Wachstum und die Fruchtbarkeit beim Haushuhn nachgewiesen. Das Hauptgen (Na) für Nackthalsigkeit führt zu einer deutlichen Reduktion des Gefieders mit der Folge einer Verbesserung der Wärmeadaption. Allerdings ist die züchterische Nutzung des Na-Gens aufgrund einer Gen-induzierten erhöhten spätembryonalen Mortalität limitiert. Ziel dieser Arbeit ist, mittels biochemischer und muskelphysiologischer Untersuchungen an der Schlupfmuskulatur die möglichen stoffwechselphysiologischen Ursachen der spätembryonalen Mortalität aufzuzeigen. Die Bearbeitung dieses Themas erfolgt in Kooperation mit dem Institut für Nutztiergenetik des Friedrich-Loeffler-Instituts

Assoziationsstudien im Synbreed Chicken Diversity Panel (M)
Für eine Auswahl von 82 Hühnerrassen wurden jeweils 10 männliche und 10 weibliche Tiere an ~ 580.000 SNPs genotypisiert. Für diese Tiere sind auch diverse qualitative (z.B. Hautfarbe, Eischale) und quantitative Beobachtungswerte (z.B. Flügellänge) aufgezeichnet worden. Mit Hilfe dieses Datenmaterials sollen im Rahmen einer Abschlussarbeit genomweite Assoziationsstudien durchgeführt werden, um kausale Genorte zu lokalisieren. Die Bearbeitung dieses Themas erfolgt in Kooperation mit dem Institut für Nutztiergenetik des Friedrich-Loeffler-Instituts.

Untersuchung von Unterschieden in der Rekombinationsaktivität in verschiedenen Genomregionen beim Haushuhn (M)
Innerhalb des Projekts "Synbreed" wurden mehrere hundert Hähne einer kommerziellen Legelinie an 580.000 SNPs genotypisiert und wichtige Ahnen dieser Tiere komplett sequenziert. Mit Hilfe dieses, über mehrere Generationen reichenden, Datenmaterials sollen basierend auf Haplotypvergleichen zwischen Eltern- und Nachkommen-Paaren Rekombinationsparameter in unterschiedlichen Genomregionen geschätzt werden und mögliche Unterschiede zwischen Genregionen aufgezeigt werden.

Schwein

Zuchtplanungsrechnungen für ein genomisches Zuchtprogramm bei Mutterrassen (B/M)
Basierend auf realen Daten einer Mutterrasse des Schweinezuchtverbands Baden-Württemberg, der in näherer Zukunft ein genomisches Zuchtprogramm für die Mutterrassen etablieren möchte, sollen deterministische Zuchtplanungsrechnungen mit Hilfe der Software ZPLAN+ durchgeführt werden. Ziel dieser Untersuchungen ist es, Parameter im genomischen Zuchtprogramm (z.B. Anzahl zu typisierender Tiere, Einfluss von typisierten weiblichen Tieren) zu optimieren und die Ergebnisse direkt für die praktische Umsetzung zu nutzen.

Untersuchung der Futteraufnahme bei Ebern (M)
Es stehen sehr umfangreiche Daten zur individuellen Futteraufnahme an Futterabrufstationen von der Prüfstation eines Zuchtunternehmens zur Verfügung. Anhand dieser Daten soll die Erblichkeit verschiedener Kenngrößen (wie z.B. Häufigkeit und Dauer der Futteraufnahme, aufgenommene Futtermengen etc.) ermittelt werden.

Pferd

Auf Anfrage (B/M)


Allgemein

Züchterische Möglichkeiten zur Verbesserung des Tierwohls (B)
Der Begriff "Tierwohl" steht seit einiger Zeit im Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion zur Nutztierhaltung. In dieser Arbeit soll untersucht werden, welchen Beitrag die Tierzucht zur Verbesserung des Tierwohls leisten kann.

Genomische Vorhersage (M)
Eine Methodenklasse der "Genomic Prediction" beruht auf der Berechnung einer Verwandtschaftsmatrix mithilfe einer positiv definiten Funktion. Diese ordnet dem genetischen Abstand zweier Individuen einen Verwandtschaftsgrad zu. Für die positiv definite Funktion wie auch für die Definition des genetischen Abstands stehen mehrere Varianten zu Verfügung. Im Zuge einer Masterarbeit soll anhand von verschiedenen Datensätzen empirisch untersucht werden, ob eine bestimmte Kombination aus positiv definiter Funktion und Abstandsbegriff, anderen Kombinationen in Bezug auf Vorhersagegenauigkeit überlegen ist.


Sie können auch gerne mit eigenen Vorschlägen auf uns zukommen.