Evolution und Biodiversität der Tiere

AnimalBase/EZOOLO (Early Zoological Literature Online)
ist ein von der DFG gefördertes Projekt zur Digitalisierung früher zootaxonomisch relevanter Literatur, das vom Zoologischen Institut und der Staats- und Universitätsbibliothek gemeinsam ins Leben gerufen wurde.
Die aus zwei Teilen (Gattung und Art) bestehenden binominalen wissenschaftlichen Tiernamen folgen einem international gültigen Regelwerk, wonach prinzipiell der zuerst schriftlich eingeführte Artname für immer gültig ist.
Auf Grund dieser Prioritätsregel und der immer noch ungeklärten Identitäten von Arten in vielen Tiergruppen sind die Forschenden zwingend auf die Verfügbarkeit der Original-Literatur angewiesen, die mit fortschreitender Zeit jedoch immer schwieriger zugänglich wird. Mangelnder Literaturzugang führt vor allem in den tropischen und subtropischen Ländern mit hoher Biodiversität zu immensen Schwierigkeiten bei der Bearbeitung von Tiergruppen.
Ohne eine geregelte Tiernamensgebung wäre kaum eine Kommunikation unter Fachleuten möglich, und Kenntnisse auf dem Gebiet der Biodiversität wären überhaupt nicht formulierbar. Diese Probleme und die Notwendigkeit einer geordneten und eindeutigen Artbenennung traten bereits um 1750 auf, als die Zahl der in der europäischen Fachwelt bekannten Tierarten die 4000er-Marke überschritt. Bis heute wird nach dem von dem schwedischen Naturforscher Carl von Linné 1753 für die Botanik und 1758 für die Zoologie eingefühten binominalen System gearbeitet, im Rahmen dessen bereits über eine Million Tierarten beschrieben wurden.

AnimalBase/EZOOLO hat sich zum Ziel gesetzt, die frühe Literatur zu digitalisieren und sie über das Portal animalbase.uni-goettingen.de den Forschenden in allen Ländern kostenlos zugänglich zu machen. Hierdurch sollen nebenbei auch die alten Bücher geschont werden.
Im Rahmen des EZOOLO-Projektes wurden in einer ersten Stufe 2003-2005 bereits sämtliche Erstbeschreibungen bis 1770 digitalisiert (etwa 500 Bücher). Gleichzeitig wurden in einer eigens dafür programmierten Datenbank die in diesen Werken beschriebenen Tierarten eingetragen und mit der digitalisierten Originalbeschreibung verlinkt. Die Online-Datenbank AnimalBase hat sich seit Anfang 2006 zu einem anerkannten und alltagstauglichen Hilfsmittel in der Zootaxonomie entwickelt.

In einem weiteren Förderungsabschnitt sollen 2008-2010 weitere Werke bis etwa 1820 digitalisiert werden, darunter auch etliche Bände von Zeitschriftenreihen.