Konferenz "Migration - Frieden - Human Security"

SONNTAG, 22. NOVEMBER 2015 | 10.30 UHR
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Abschlussveranstaltung: Verantwortung der Wissenschaft für eine friedenslogische Migrationspolitik
Paulinerkirche, Vortragssaal

Begrüßung: Prof. Dr. Ulrike Beisiegel, Präsidentin der Universität Göttingen

Im Gedenken an Prof. Dr. Jürgen Schneider, Universität Göttingen und VDW
Dr. Reiner Braun, VDW

Impulsreferate
Moderation: Prof. Dr. Ulrich Bartosch, Katholische Universität Eichstätt, VDW

Prof. Dr. Brzoska, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg
Prof. Dr. Brzoskas Referat beschäftigte sich mit der Verantwortung der Wissenschaft für eine friedenslogische Migrationspolitik.
Zu Beginn des Vortrags betonte er die Herausforderungen vor denen eine Gesellschaft durch Migrationsströmungen gestellt wird, insbesondere nach jahrelanger Abschottung von umliegenden Ländern wie es auch bei der EU der Fall ist. Obwohl er sagte, dass eine Rückkehr zur vergangenen Migrationspolitik außer Frage stehe, sieht er die Neuausrichtung als noch unbekannt an.
Er fordere jedoch eine Politik mit humanitären Prinzipien, die nicht nur auf einzelnen Individuen abstellt, sondern die gesamtgesellschaftliche Entwicklung mit einbezieht.
Anschließend beleuchtete Prof. Dr. Brzoskas Vortrag die Friedenslogik.
Den Friedensprozess bewertet er als einen global, national und lokal ausgerichteten Prozess, der durch das schwierige Verhältnis der einzelnen Faktoren zueinander problematisch umzusetzen ist. Dennoch spricht er sich klar gegen militärische Einsätze aus, da die Folgen von diesen niemals absehbar seien und „die Vorstellungen von Terroristen nicht einfach aus der Welt gebombt werden können“.
Abschließend forderte er von der Wissenschaft eine unabhängige, kritische Sichtweise, die durch Lösungs- und Umsetzungsvorschläge untermauert werden müsse. Gleichzeitig warnte er jedoch vor dem Schüren von Ängsten, insbesondere in Bezug auf die Medien.

Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker, Co-Präsident Club of Rome
Prof. Dr. von Weizsäckers Vortrag stellte zunächst unter der Überschrift „Bescheidene Beobachtungen“ einen zusammenfassenden Blick auf die vergangenen Konferenztage dar.
Auch er bewertet die Verantwortung der Wissenschaftler als hoch. Nicht nur in ihrer Gesamtheit, sondern auch bei der Untersuchung von Migrationsbewegungen, diese nicht nur als Massenphänomen zu betrachten, sondern jeden Flüchtling als Individuum mit eigener Biografie.
Obwohl er die allgemeine Willkommenskultur der Hochschulen als positiv bewertete, forderte er einen weiteren Ausbau der interdisziplinären Forschungsinfrastruktur. Nur so könne eine klare, kritische Forschung betrieben werden, der es nicht nur um ökonomische Relevanz ginge.
Weiter formulierte Prof. Dr. von Weizsäcker die Forderung nach der Aufarbeitung der Kolonialgeschichte in weiten Teilen der Erde und griff damit kritische Stimmen der vergangenen Tage auf, sowie eine kritischere Sicht auf die Finanzmärkte und die Entwicklung des Kapitalismus seit den 1990er Jahren, damit dieser nicht zum Erpresser der Demokratie würde. Abschließend forderte er die Wissenschaftler zu einer neuen Aufklärung auf, da es sich Momentan auch um eine „philosophische Krise“ handle, bei der Nachhaltigkeit und Weitblick fehle.

Podiumsdiskussion

  • Manik Chander, Universität Göttingen / ConquerBabel
  • Prof. Dr. Sabine Hess, Universität Göttingen
  • Prof. Dr. Hiltraud Casper-Hehne, Vizepräsidentin der Universität Göttingen
  • Sophia Wirsching, Brot für die Welt
  • Dr. Svenja Gertheiss, Hessische Stiftung Friedens und Konfliktforschung







Videos zur Konferenz

Begrüßung durch die Präsidentin der Georg-August-Universität Prof. Dr. Ulrike Beisiegel







Reiner Braun, ehemals Geschäftsführer der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler, würdigt den 2014 verstorbenen Prof. Dr. Jürgen Schneider (Universität Göttingen, VDW)







Impulsvortrag des Wissenschaftlichen Direktors vom Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg, Prof. Dr. Michael Brzoska, zur Verantwortung der Wissenschaft für eine friedenslogische Migrationspolitik








Impulsreferat von Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker zur Frage der Verantwortung von Wissenschaft für eine friedenslogische Migrationspolitik








Podiumsdiskussion








Fotoimpressionen des letzten Tages