Lichtenberg-Kolleg - The Göttingen Institute for Advanced Study

Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Staehelin

Prof. Dr. Dr. h.c. Staehelin wurde 1937 in Basel geboren und studierte nach dem Besuch des Humanistischen Gymnasiums von 1956-1967 an der Musikakademie und Universität Basel, die er mit einem Diplom als Flötist und 1967 mit dem Dr. phil. im Hauptfach der (historischen) Musikwissenschaften und den Nebenfächern der Lateinischen und Griechischen Sprache und Philologie abschloss. 1971 folgte die Habilitation an der Universität Zürich. Ab 1976 war er Direktor des Bonner Beethoven-Archivs und -Hauses und Professor an der Universität Bonn. Von 1983-2002 war Martin Staehelin Professor der Musikwissenschaft an der Universität Göttingen. Hauptforschungsgebiete Staehelins sind die Musikgeschichte des 15./16. Jahrhunderts und des 18./19. Jahrhunderts sowie die Quellenforschung zur mittelalterlichen und spätmittelalterlichen Musikgeschichte.
Im Jahr 1975 wurde ihm die Dent Medal der Royal Musical Association London verliehen. Prof. Dr. Dr. h.c. Staehelin ist seit 1987 ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und war von 1992-2006 ehrenamtlicher Direktor des J. S. Bach-Instituts Göttingen sowie der Academia Europaea London. Die Schweizerische Musikforschende Gesellschaft zeichnete ihn 2009 mit dem Glarean-Preis aus und im Jahr 2011 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Münster.


Jacob Burckhardt und die Musik
Vortrag von Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Staehelin, 23. Januar 2012, 18:00 Uhr, Lichtenberg-Kolleg/ Historische Sternwarte


Die Frage nach Burckhardts Verhältnis zur Musik ist von den Interessen der Forschung für die historischen und kulturgeschichtlichen Leistungen des großen Basler Gelehrten (1818-1897) weitgehend verdrängt worden. Der Referent hat manche bisher unbeachtete Quellen in Basler Privatbesitz aufspüren können: so gewinnt das Verhältnis Burckhardts zur Musik durch eigene Kompositionen, durch die Rekonstruktion seiner Musikalienbibliothek, durch die Klärung seiner musikalischen Vorlieben und Antipathien u.a.m. Farbe. Der Vortrag setzt keine besonderen musikalischen Fachkenntnisse voraus; er wird mit Bildprojektionen und Musikbeispielen ergänzt.