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Press release: Workshop: Autonomie des Menschen und Selbstbestimmung in der Medizin

Nr. 33/2008 - 13.02.2008

Interdisziplinäre Veranstaltung des LichtenbergKollegs findet am 14. und 15. Februar 2008 statt

(pug) Ist der Einzelne in der Lage, nach seinem freien Willen und eigenverantwortlich zu entscheiden? Ist „Selbstbestimmung“ ein normatives Konstrukt oder ein tatsächlich nachweisbares menschliches Vermögen? Kann die Idee von der Autonomie des Menschen als sinnvolles Instrument für die biomedizinische Praxis dienen, insbesondere in der aktuellen Debatte um Themen wie künstliche Befruchtung oder Sterbehilfe? Diese Fragen thematisiert ein interdisziplinärer Workshop, der am 14. und 15. Februar 2008 an der Universität Göttingen durchgeführt wird. Die Veranstaltung „Autonomie im Kontext. Die normativen Wissenschaften an der Schnittstelle von Natur und Kultur und die Selbstbestimmung in der Medizin“ findet statt im Rahmen des LichtenbergKollegs, das die Georg-August-Universität im Zuge der Exzellenzinitiative zur Förderung geistes- und gesellschaftswissenschaftlicher Forschung eingerichtet hat.

In der Bioethik erfährt die Diskussion um die „Idee eines selbstbestimmten Ich“ inzwischen ungeteilte öffentliche Aufmerksamkeit. So wird von liberalen Bioethikern beispielsweise Reproduktive Autonomie, das heißt Selbstbestimmung in Fragen der Fortpflanzung, gefordert. Dies würde zum Beispiel das Recht auf In-vitro-Fertilisation für Frauen jenseits der Menopause umfassen. Dagegen wird – ebenfalls von bioethischer Seite – argumentiert, dass Elternschaft und Familie zu den bedeutsamen gesellschaftlichen Institutionen moderner Staaten zählen und schon deshalb nicht ausschließlich der Entscheidungsfreiheit des einzelnen Bürgers unterworfen werden dürfen. „Eine ähnliche Diskussion findet sich im Bereich der Sterbehilfe“, so Prof. Dr. Volker Lipp (Zentrum für Medizinrecht), der den Workshop zusammen mit Prof. Dr. Claudia Wiesemann (Abteilung Ethik und Geschichte der Medizin) initiiert hat. Im Rahmen des Workshops sollen die Aspekte Autonomie und Selbstbestimmung des Menschen in den vier Sektionen Recht, Medizinethik, Theologie und Philosophie diskutiert werden.

Mit dem LichtenbergKolleg – ein zentrales Projekt im „Zukunftskonzept“ der Universität – verfolgt die Georgia Augusta das Ziel, wichtige Forschungsideen und -aktivitäten in den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften in der Diskussion mit international ausgewiesenen Wissenschaftlern zu identifizieren und auszubauen. Der „traditionellen“ Kolleg-Idee folgend schafft das Göttinger LichtenbergKolleg herausragenden Forschern für ein Zusammenwirken an einem Ort den Freiraum für konzentriertes Forschen, einen intensiven Austausch sowie für fachliche und fächerübergreifende Kooperationen.

Hinweis an die Redaktionen:
Der Workshop findet am 14. und 15. Februar 2008 in der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Platz der Göttinger Sieben 1, Großer Seminarraum (1. Obergeschoss) statt.

Kontaktadressen:
Prof. Dr. Volker Lipp, Zentrum für Medizinrecht, Telefon (0551) 39-7380
Prof. Dr. Claudia Wiesemann, Abteilung Ethik und Geschichte der Medizin, Telefon (0551) 39-9006